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Praxis 13. August 2012

Neuer Verein koordiniert Pflegetechnologien der Zukunft

Der Verein AAL AUSTRIA wird Synergien zwischen heimischen AAL-Unternehmen schaffen und die Entwicklung von altersgerechten Technologien fördern.


"Ambient Assisted Living" umfasst Methoden, Konzepte, (elektronische) Systeme, Produkte sowie Dienstleistungen, die das alltägliche Leben älterer Menschen situationsabhängig und unaufdringlich unterstützen. Ambient Assisted Living (AAL) hat in den letzten Jahren eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Große Unternehmen, Klein- und Mittelbetriebe und vor allem Forschungseinrichtungen setzen auf dieses Zukunftsthema und sehen aufgrund der Prognosen einen entsprechenden Markt.


Michaela Fritz, Präsidentin von AAL AUSTRIA: "Da die Zielgruppen sehr stark divergieren haben die Unternehmen und Forscher teilweise auch sehr unterschiedliche Lösungen erarbeitet. Wichtig ist es jetzt, modulare und interoperable Ansätze zu finden, sodass die Akteure auf nationaler und internationaler Ebene abgestimmt an den Technologien arbeiten können. Einzellösungen haben geringe Chancen am Markt. Daher wird es auch eine unserer großen Aufgaben sein, Systemarchitekturen, Standards und Schnittstellendefinitionen zu schaffen."

Hoher Bedarf an AAL-Technologien


Seit 1993 ist die Zahl der Pflegegeldbezieher in Österreich von 230.344 (1/1993) kontinuierlich auf 431.914 gestiegen. Da für viele Menschen die Versorgung ihrer Angehörigen durch Pflegepersonal in einem Pflegeheim nicht leistbar ist, werden derzeit rd. 83 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt.

Aufgrund des demographischen Wandels, der alle Industriestaaten betrifft und eine längere Lebensdauer und eine Verschiebung der Alterspyramide nach sich zieht, werden seit Beginn dieses Jahrtausends verstärkt Technologien entwickelt, die sich um pflegebedürftige, ältere oder benachteiligte Personen kümmern und die die gehobenen Ansprüche an die Lebensqualität der betroffenen Menschen erfüllen. Fritz: "Im Jahr 2060 wird jeder Dritte Europäer älter als 65 Jahre sein. Vor dieser demographischen Entwicklung dürfen wir nicht die Augen verschließen, sondern müssen jetzt gemeinsam an Lösungen arbeiten, wie ein selbstbestimmtes und sicheres Altern möglich sein wird."

Vernetzung, Austausch und Effizienz


Der Verein AAL AUSTRIA wurde auf Initiative des BMVIT gegründet: "Forschung für AAL-Technologien ist ein wesentliches Zukunftsthema. Sie schafft Lösungen für eine der großen Herausforderungen unserer Zeit - die immer älter werdende Gesellschaft. Mit AAL AUSTRIA haben wir eine Plattform geschaffen, die zeigt, wie man mit neuen Technologien wesentliche soziale Innovationen ermöglicht, die die Lebensqualität älterer Menschen und von Menschen mit besonderen Bedürfnissen nachhaltig steigert!", so Doris Bures, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie.

Neben der Präsidentin Michaela Fritz, Head of Health Environment Department des AIT Austrian Institute of Technology, fungieren Ingmar Goetzloff, Leiter des Business Bereiches Development Smart Home Solutions bei BEKO und Wolfgang Zagler, Leiter des Zentrum für angewandte assistierende Technologien an der TU-Wien als Vizepräsidenten.

Um eine möglichst breite Basis für die zukünftige AAL-Community zu erreichen, haben sich bereits in der Gründungsphase eine große Anzahl der in diesem Thema führenden heimischen Organisationen und Unternehmen als Mitglieder gefunden. So zählen neben den Wiener Sozialdiensten, die JOANNEUM RESEARCH/Institut DIGITAL, die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG), die GIT Gesellschaft für Informations- und Kommunikationstechnik im OVE, das AIT Austrian Institute of Technology auch jüngst die Philips Healthcare Österreich zu den Mitgliedern.

Robert Körbler, Geschäftsführer Philips Healthcare Österreich: "Neben der Politik, den Pflegeeinrichtungen und -organisationen können auch die Industrie und Wirtschaft neue Lösungsansätze anbieten, die dazu beitragen, das Gesundheits- und Pflegesystem wie auch die Betroffenen zu entlasten. Dazu müssen heute schon die richtigen, umsetzbaren Konzepte mit allen Akteuren der Gesundheitsversorgung diskutiert und entwickelt werden."

Telemonitoring und Sensortechnologien


Die verwendeten Techniken und Technologien sind auf den Nutzer ausgerichtet und integrieren sich in dessen direktes Lebensumfeld. AAL-Lösungen verbessern den Wohnkomfort und die Sicherheit, fördern aber auch die soziale Integration und die Kommunikation. Einzellösungen haben sich in den letzten Jahren bereits am Markt etabliert. Die Beispiele reichen von simplen Nachtlichtsteuerungen, über Notruf- und Sturzdetektionssysteme bis hin zu zur Verwendung von modernen interaktiven und sozialen Medien.

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