zur Navigation zum Inhalt
Die neue Technik kommt bei Gehirnblutungen, Schlaganfällen, Aneurysmen, aber auch bei Lebertumoren zum Einsatz.
 
Praxis 25. Juli 2012

Neues Angiographie-System im Einsatz

Höhere Präzision und mehr Patientensicherheit.

Untersuchungen und Behandlungen des Gefäßsystems mittels bildgebender Methoden (Angiographie) gewinnen in der modernen Medizin immer stärker an Bedeutung. Mit dem neuen Angiographie-Gerät der Radiologie am Landeskrankenhaus Innsbruck werden sowohl im Bereich der Diagnostik, als auch in der Therapie neue Maßstäbe gesetzt.

„Das Gerät liefert eine hochaufgelöste Darstellung vom Gehirn und den Gefäßen, was die Genauigkeit in Diagnose und Therapie weiter verbessert“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Elke Gizewski, die seit Mai die neue Universitätsklinik für Neuroradiologie leitet. "Das Neue an dem modernen System ist unter anderem die Möglichkeit, dreidimensionale Bilder zu erzeugen", ergänzt Gizewski. Eine spezielle Überwachung der Strahlendosis vermindert außerdem die Strahlenbelastung für die Patienten. Die integrierte Bildgebung wie bei einem Computer-Tomographen kombiniert verschiedene Techniken in einem Gerät und spart Zeit sowie unnötige Transfers schwerkranker Patienten. Alles in allem bewirkt die neue Technik eine höhere Präzision und Sicherheit für die Patienten. Die neue Technik mit ihren Optionen kann in verschiedenen Körperregionen eingesetzt werden. Die gemeinsame Nutzung des Gerätes durch die Radiologie und Neuroradiologie gewährleistet darüber hinaus eine optimale Auslastung und Kosteneffizienz.

Interdisziplinäre Nutzung

Neuroradiologen diagnostizieren und behandeln eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheitsbilder des zentralen Nervensystems. Außerdem spielt die Neuroradiologie eine maßgebliche Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Blutungen im Gehirn. Das neue System kommt in vielen verschiedenen Disziplinen zum Einsatz. Die Durchleuchtungstechnik wird eingesetzt, um Gefäße und Weichteile des Gehirns (Univ.-Klinik für Neuroradiologie) darzustellen, ist aber auch wichtig, um Schlaganfälle (Univ.-Klinik für Neurologie) oder Aneurysmen (Univ.-Klinik für Neurochirurgie) zu behandeln. Therapeutische Maßnahmen in diesem Bereich, auch interventionelle Neuroradiologie genannt, sind zum Beispiel Gefäßdehnungen, das Veröden von Blutschwämmen sowie von Tumoren oder das Ausfüllen von Gefäßerweiterungen mit Platin-Spiralen (Coli-Embolisation). Die moderne Bildgebung ermöglicht es, Eingriffe mit speziellen Werkzeugen über das Gefäßsystem des Körpers vorzunehmen und zu überwachen. Spontan auftretende Blutungen beispielsweise können mit der neuen, weiterentwickelten Echtzeitdarstellung sofort erkannt, und damit direkt behandelt werden. Im Schnitt werden an dem neuen Angiographie-System fünf Patienten pro Tag untersucht und/oder behandelt.

Das Gerät eignet sich auch für den Einsatz in anderen Körperregionen. Die 3D-Darstellung erleichtert z. B. auch die Navigation im komplexen Gefäßsystem der Leber zur Behandlung von beispielsweise Lebertumoren in Zusammenarbeit mit der Univ.-Klinik für Hepatologie und Gastroenterologie. Aufgrund der Angio-CT-Option kann die Verteilung der über einen Katheter applizierten Wirksubstanzen (Chemoembolisat) sofort dokumentiert und kontrolliert werden.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben