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Praxis 14. Mai 2012

Balanced Scoreboard in niederösterreichischen Landespflegeheimen

Die niederösterreichischen Landespflegeheime wollen sich künftig verstärkt auf die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter konzentrieren.

Zu diesem Zweck werden ab jetzt monatlich Umfragen durchgeführt, teilte Landesrätin Barbara Schwarz (V) am Montag in einer Pressekonferenz in Wien mit. Das so entstehende "Balanced Scoreboard" soll Auskunft über die fünf Bereiche Bewohner, Mitarbeiter, Arbeitsprozesse, Finanzen und Umfeld/Image des Heims geben.

 

"Die Bewohner müssen sich wohlfühlen, die Mitarbeiter müssen sich wohlfühlen, dann funktioniert das System", betonte Schwarz. Ergebnisse sollen sowohl einzeln für jedes der 48 Heime als auch regional sowie gesamtzusammenfassend erstellt und an die Heimleiter weitergegeben werden. Die Mitarbeiter müssten "ehrliches Reflektieren auf ihre Antworten spüren", so Schwarz. Auch die "unmittelbare" Reaktion sei wichtig, ergänzte Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer vom market-institut, das die Befragungen durchführen wird. Daher habe man sich - zumindest für den Anfang - auch für monatliche Umfragen entschieden. Es sei aber möglich, dass man den Zeitraum später auch auf alle zwei bis drei Monate ausdehnt, meinte er. Die regelmäßigen Befragungen seien jedenfalls eine gute Lenkungsmöglichkeit, waren sich beide einig - und bei sinkenden Werten "kann es auch ein Frühwarnsystem sein", so die Landesrätin.

Erste Befragungen

Die erste Befragungswelle fand im April statt. Via Internet waren (und sind auch künftig) sieben Fragen zu den Themen Betriebsklima, Zusammenarbeit im Team bzw. mit dem direkten Vorgesetzten, Arbeitsbedingungen, körperlicher und psychischer Gesundheitszustand, interne Kommunikation und Weiterempfehlung des Heims anonym mit Schulnoten zu bewerten. In den Landespflegeheimen sind derzeit 4.784 Mitarbeiter beschäftigt, der um Krankenstände und Urlaube bereinigte Rücklauf betrug beim ersten Versuch 63 Prozent, berichtete Beutelmeyer.

Erfreuliche Werte mit "Ausreißern"

"Wir haben insgesamt sehr erfreuliche Werte", resümierte Schwarz. Der Mittelwert lag insgesamt bei 1,95, das beste Heim schnitt mit 1,58 ab, das schlechteste mit 2,32. Einzelne Ausreißer von Unzufriedenen habe es natürlich gegeben, wurde eingeräumt. Eben diese "Feinheiten" sollen auf diesem Weg verbessert werden - zumal es in der Natur des Menschen liege, dass Beschwerden schneller geäußert würden als Lob, wie die Landesrätin meinte. Die Kosten für dieses Instrument wurden mit 6.000 bis 7.000 Euro pro Jahr beziffert und seien somit "mehr als gerechtfertigt", hieß es.

Neben Mitarbeitern will das Land künftig auch die Heimbewohner regelmäßig zu ihrer Zufriedenheit befragen. Hier sind etwa halbjährliche Wellen geplant. "Gute Indikatoren" seien aber auch Angehörige und ehrenamtliche Helfer. Diese würden sich stark einbringen, erzählte die Politikerin.

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