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Foto: Privat
Lutz Bürgel ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Bürgel & Partner BDU, mit Sitz in Wien und Berlin
 
Praxis 28. April 2009

730 Euro steuerfrei dazuverdienen

Wenn sich die Finanz mal großzügig zeigt.

Es ist manchmal zum Heulen, wenn man den monatlichen Lohnzettel studiert und sieht, wie viel die Finanz an Steuern kassiert. Als Arbeitnehmer hat man leider keine großen Chancen, daran etwas zu ändern. Wenn man allerdings ein wenig in den steuerlichen Gesetzen nachliest, findet sich eine (erfreuliche) Bestimmung hinsichtlich des Zuverdienstes.

 

Neben den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit ist es Arbeitnehmern gestattet, andere Einkünfte (die nicht der Lohnsteuer unterliegen) bis zu 730 Euro pro Kalenderjahr steuerfrei zusätzlich zu verdienen. Mit folgenden Ausnahmen: Es steht kein Freibetrag zu, wenn zu diesen anderen Einkünften weitere lohnsteuerpflichtige Einkünfte (z.B. eine zweite Pension) bezogen wird. Der Freibetrag gilt auch dann nicht, wenn dafür – wegen der geringen Höhe – vom Arbeitgeber keine Lohnsteuer einbehalten wurde.

Die Einkünfte können ganz unterschiedlicher Herkunft sein: Zum Beispiel aus einer gewerblichen, selbständigen Tätigkeit, aus einem freien Dienstvertrag, einem Werkvertrag oder aus Vermietung und Verpachtung.

Wenn ein Angestellter in seiner Freizeit in einem Chor mitsingt bzw. bei Theateraufführungen mitwirkt, in der Regel im Rahmen eines Werkvertrages, kann er ein Künstlerhonorar bis 730 Euro netto steuerfrei dazuverdienen. Netto ist deshalb so wichtig, weil sämtliche Kosten, die mit dem Zusatzverdienst zusammenhängen, vom Gesamthonorar abgezogen werden können. Das können Fahrgelder, Spesen, Manuskripte oder sonstige Auslagen sein. Wenn vom Bruttohonorar nach Abzug aller Ausgaben ein Betrag von nicht mehr als 730 Euro übrig bleibt, ist dieser steuerfrei!

Auf diese Weise unterstützt die Finanz – möglicherweise unwissentlich – Kunst und Kultur. Das ist doch mal ein positives Signal von dem häufig geschmähten Finanzamt, oder?

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