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Der Griff zum Telefon wird überflüssig: Arzttermine über Online-Buchung.
 
Praxis 24. April 2009

Online-Terminkalender spart Telefonzeiten

Mednanny (www.mednanny.com) erlaubt Patienten, ihre Arzttermine übers Internet zu buchen, und erspart damit der Ordinationshilfe Zeit.

Ein neues Websystem für Ärzte und Patienten: Mednanny ist einerseits ein Patientenportal mit Online-Notfallkarte, -Allergiker-, -Impf- und –Diabetespass und bietet darüber hinaus Informationen zu verschiedenen Gesundheitsgebieten an. Andererseits – und hier wird es für Ärzte interessant – ist es ein Online-Buchungssystem für Arzttermine.

 

Die Zahl der Internet-User steigt seit Jahren stetig. Laut Statistik Austria haben rund 70 Prozent aller österreichischen Haushalte einen Internetzugang. Und die Dienste im Worldwide Web werden auch zunehmend genutzt. So nimmt etwa die Zahl der Online-Einkäufe, -Behördengänge oder –Buchungen stetig zu. Auch Patienten nützen das Internet, um mit den Ärzten zu kommunizieren oder – was immer häufiger geschieht – dort ihre Termine zu buchen. Mednanny versucht als Patientenportal viele Möglichkeiten unter einem Dach zu bündeln. So können neben dem Abruf von Informationen auch Daten gespeichert werden, weshalb das Portal als webbasierter Allergiker-, Impf- sowie Diabetespass sowie als Notfallkarte fungieren kann. Außerdem können Ärzte ihre Ordinationshilfen entlasten und das Buchungssystem der Internetseite nützen.

Der Mednanny-Kalender beherrscht die üblichen Funktionen, wie mehrere Arbeitsplätze, Geräte oder Mitarbeiter eintragen zu können, parallel Termine zu buchen, also beispielsweise ein Röntgengerät und eine zuständige Assistentin gleichzeitig zu bestellen, aber auch serielle Termine, wie etwa ein Vorgespräch, die Diagnosestraße und die Befundbesprechung. Der Arzt trägt jeweils ein, zu welchen Zeiten welche Termine zur Verfügung stehen, etwa besondere Ordinationszeiten für Berufstätige oder Infusionen, für Kontrollen oder Spezialbehandlungen. Der Patient wählt aus dem Angebot aus. Für ihn ist das System kostenlos. Der Arzt zahlt für die Grundlizenz rund 350 Euro netto jährlich, insgesamt im Durchschnitt nach Angaben von Geschäftsführer Alexander Wlad etwa 400 Euro – inklusive Support und Updates.

Genaueres ist schwer zu sagen, da die Kunden vom Spitalsarzt mit Wahlarztordination bis zu Kliniken wie etwa der Privatklinik Döbling mit 50 bis 60 Ärzten reichen. Die Zahl der beteiligten Praxen ist noch übersichtlich, doch die Zustimmung zum System erstaunlich groß. So gut wie alle geben an, dass die Entlastung für die Ordinationshilfe bzw. die Verwaltung deutlich spürbar ist. Freilich müssen die Daten gepflegt werden, doch die Zeit am Telefon ist – sogar bei Allgemeinmedizinern – merklich verringert. In der Praxis Dr. Paul Blume, in Wien 23, werden etwa 25 Prozent der Termine online gebucht. Natürlich kommen in dieser Allgemeinpraxis Akutfälle herein, die das System durcheinander bringen, aber das ist bei jedem System so. Und: „Die Patienten haben lange gebraucht, bis sie die Onlinebuchung akzeptierten.“

Die Daten werden zentral gespeichert

Auch im Ärzte- und Vitalzentrum Reiter wird das System genützt, und hier sieht man den Vorteil vor allem in der Vermeidung von doppelten Vergaben eines Termins. Der Nachteil: Da hier mehrere verschiedene Kalender im Einsatz sind, die nicht alle miteinander synchronisierbar sind, muss entsprechend viel händisch abgeglichen werden. Dennoch sehen die Mitarbeiter auch hier eine Zeitersparnis durch Mednanny.

Der Idealfall ist die Verwendung eine jener Ordinationssoftwares, die bereits Schnittstellen mit Mednanny haben. Das sind Alphadoc (Alphaville), Aris (IB-Informatik), EOS (MWC), Innomed und PcPO (GruberÄDV) sowie nach Angaben des Geschäftsführers Wlad in Kürze Wahlarzt und Ordisoft. Es ist anzunehmen, dass diese Liste nach Bedarf noch erweitert werden wird.

Doppelbuchungen nicht möglich

Die Daten werden auf dem zentralen Server von Mednanny gespeichert, verschlüsselt und in Echtzeit übertragen. Damit liegt nicht nur die Verantwortung für die Daten beim Betreiber, es kann auch bei mehreren Zugriffen nicht zu Doppelvergaben zwischen den Synchronisierungen kommen.

Zusätzlich bietet das System für jeden Arzt im Ärzteverzeichnis auf der Plattform einen kostenlosen Eintrag und Aktualisierung, für Teilnehmer auf Wunsch auch eine kleine Homepage mit den wichtigsten Daten für den Internetauftritt. Freilich kann auch zu einer anderen Internetseite verlinkt werden.

Für Wahlärzte mit kleiner Ordination besonders interessant ist wohl die Funktion, den Kalender auch über Laptop oder Smartphone abrufen zu können. Wlad: „Jedes Gerät mit Internetanbindung, auch über WAP, kann verwendet werden.”

Von Livia Rohrmoser, Ärzte Woche 17/2009

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