zur Navigation zum Inhalt
Foto: Privat
Lutz Bürgel ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Bürgel & Partner BDU, mit Sitz in Wien und Berlin
Foto: Privat

Lutz Bürgel ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Bürgel & Partner BDU, mit Sitz in Wien und Berlin

 
Praxis 17. April 2009

Die Buchführung ist keine Ehe

Zwei Bankkonten sind nicht zu viel.

In vielen Arbeitnehmerhaushalten ist es aus Kostengründen üblich, ein gemeinsames Bankkonto für beide Eheleute zu haben. Sämtliche Ausgaben wie Miete oder laufende Kosten für die gemeinsame Wohnung werden davon bezahlt, und Gehaltseingänge erfolgen ebenfalls auf dieses kollektive Konto. Dabei zahlen sich getrennte Konten durchaus aus, vor allem für Selbstständige.

 

Praktisch ist ein gemeinsames Konto unter (Ehe-)Partnern schon, weil Einnahmen und Ausgaben leicht zu überblicken sind, und wenn am Monatsende etwas übrig bleibt, ist dies einfach am Auszug abzulesen. Die gemeinsame Kontoführung hat auch einen wirtschaftlichen Grund, weil man Kontoführungskosten und Spesen lediglich einmalig bezahlen muss.

Für selbständige Unternehmer oder Unternehmensgründer ist die Einrichtung eigener Bankkonten zur Trennung von Privatausgaben und -einnahmen von den betrieblichen Ausgaben/Einnahmen natürlich unerlässlich. Abgesehen davon, dass es die Finanz nichts angeht, wofür man sein Geld privat ausgibt, kann es bei einem gemeinsamen Konto dazu führen, dass die Steuerbehörden Geschäftsausgaben nicht anerkennen oder Privateinahmen (etwa das Geldgeschenk von der wohlhabenden Tante) als Betriebseinnahmen bewerten. Es ist dann sehr mühsam und vor allem zeitaufwändig, das Finanzamt vom Gegenteil zu überzeugen.

Ein weiterer Vorteil für die Führung eines eigenen Geschäftskontos ist die rasche Übersicht über die vorhandene Liquidität und die vorhandenen Reserven. Bei der Bank tut man sich auch leichter, wenn ein Betriebsmittelkredit benötigt wird, weil die betrieblichen Erfordernisse transparent sind.

Besonders vorteilhaft ist aber ein geschäftliches Bankkonto für die einzurichtende Finanzbuchhaltung. Im Rahmen der laufenden Buchführung hat man immer die Kontrolle über die Einnahmen und Ausgaben in Abstimmung der Tagesauszüge (Kontoauszüge). Es ist eher selten, dass Fehlbuchungen auf dem Bankkonto passieren.

Ein guter Tipp ist es, mit der Einrichtung getrennter Bankkonten für private und berufliche Zwecke schon vor dem Eintritt in die Selbständigkeit zu beginnen, da eine Reihe von Vorlaufkosten entstehen, die beruflich geltend gemacht werden können. Und mit der Praxis des Elektronik-Banking sind die Kosten für die Kontoführung per Computer inzwischen zu vernachlässigen. Vorteilhaft ist dabei vor allem, dass man seine Bankgeschäfte nach Feierabend in Ruhe durchführen kann und sich Wege zur nächsten Bankfiliale erspart.

Lutz Bürgel , Ärzte Woche

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben