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Foto: www.medica.de
4.571 Aussteller aus 62 Nationen präsentierten sich auf einer Ausstellungsfläche von rund 116.000 Quadratmetern.
 
Praxis 29. November 2011

Weltforum der Medizin

134.500 Besucher der weltgrößten Medizinmesse MEDICA 2011 informierten sich innerhalb von vier Tagen über neue Produkte und Dienstleistungen zur Steigerung der Qualität und Effizienz in der Patientenversorgung.

Die Hersteller von Medizintechnik, Medizinprodukten und medizinischer IT nutzten einmal mehr den Rahmen der MEDICA in Düsseldorf, der weltgrößten Medizinmesse, um vom 16. bis 19. November ihre Neuigkeiten zu präsentieren. „Die Branchenverbände berichten von einer ausgezeichneten Stimmung unter den Ausstellern und guten Geschäften als Ergebnis eines starken Zuspruchs internationaler und entscheidungsfreudiger Fachbesucher“, resümiert Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.

 

4.571 Aussteller präsentierten in den durchgängig gut gefüllten Hallen den 134.500 Besuchern (2010 waren es 137.087) der MEDICA 2011 und der parallelen Zulieferermesse COMPAMED 2011 (627 Aussteller) die komplette Bandbreite an neuen Produkten, Dienstleistungen und Verfahren zur Steigerung der Effizienz und Qualität in der ambulanten und stationären Patientenversorgung.

Die Besucher kamen aus mehr als 100 Nationen. Insgesamt reiste gut jeder zweite Besucher aus dem Ausland zur MEDICA 2011 an, beispielsweise auch, als prominenteste Gäste, EU-Gesundheitskommissar John Dalli, Malta, der britische Handelsminister Lord Green und US-Außenhandelsstaatssekretär Suresh Kumar. Dalli zeigte sich bei einem Rundgang beeindruckt von der Neuheitenvielfalt und der Rolle der MEDICA als zentralem „Dreh- und Angelpunkt“ einer innovationsgetriebenen Wachstumsbranche. Suresh Kumar erklärte die MEDICA zum „Job-Motor“ und hob den Unterschied zu Messen anderer Branchen hervor: „In der Luftfahrt- oder der Automobilindustrie werden die Leitmessen einzig von Großkonzernen dominiert. Die MEDICA ist dagegen Geschäftsplattform für tausende von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die hier getätigten Abschlüsse sorgen unmittelbar für neue Jobs.“

MEDICA Excellence Awards

Wie innovative Verfahren bereits praktikabel in Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) genutzt werden, unterstrichen exemplarisch für das Gesamt-Angebot der MEDICA-Aussteller die Nominierten und Preisträger des MEDICA Excellence Awards. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmalig in vier Kategorien im Rahmen einer Gala-Abendveranstaltung vergeben und würdigt herausragende Projekte, bei denen Anbieter und medizinische Anwender im Sinne eines hohen Behandlungsnutzens erfolgreich miteinander kooperieren. Zum Beispiel arbeiten Philips Healthcare und das Universitätsklinikum Düsseldorf eng zusammen. Für ihr Hybrid-Bildgebungskonzept bei komplexen Eingriffen an den Herzklappen erhielten sie den MEDICA Excellence Award in der Kategorie „erfolgreiche Kooperation“.

Die weiteren Gewinner sind: Siemens/ UKE Hamburg (Kategorie: „visionäres Krankenhaus“ – Projekt einer „papierlosen“ Klinik), Raumedic/ Uniklinikum Saarland (Kategorie: „Exzellenz im täglichen Betrieb“ – Entwicklung eines Telemetriesystems zur Messung des Hirndrucks) sowie das Start-up-Unternehmen OD-OS (Kategorie: „Newcomer“ – navigierte Lasertherapie gegen das Makulaödem im Auge).

„Es gilt, verkrustete Denkweisen aufzubrechen und Medizintechnik nicht einzig auf die Investitionskosten bei ihrer Implementierung zu reduzieren. Der Nutzen muss klar herausgestellt werden“, sieht Horst Giesen, Direktor der MEDICA, den Grundstein gelegt, mit dem MEDICA Excellence Award ein Gütesiegel für die Gesundheitswirtschaft und „MedTech“-Industrie zu etablieren.

Vernetzung für optimale Prozesse – Service für die Anwender

Nicht nur Hersteller und Anwender arbeiten immer intensiver bei der Produktentwicklung zusammen, im Sinne optimierter Prozesse in der ambulanten und stationären Versorgung wird auch die Vernetzung der Geräte immer stärker vorangetrieben – teils realisiert durch geräteübergreifende Komplettlösungen „aus einer Hand“, teils durch Realisation von Kooperationen zwischen verschiedenen Geräteherstellern. Das gilt insbesondere für die vielen technischen Systeme, die in Operationssälen zum Einsatz kommen. Gleich, ob es sich um medizinisches Gerät für Endoskopie, Bildgebung und computergestützte Planung handelt oder aber um den OP-Tisch, die Beleuchtung, die Audiosteuerung sowie Bild- und Videodokumentation, so bieten erste Anbieter diesbezüglich Lösungen zur zentralen einfachen Steuerung dieser Geräte über einen einzigen „Touchscreen“. Auch lassen sich für unterschiedliche Arten von Eingriffen bestimmte Gerätekonfigurationen so vorprogrammieren, dass sie durch einen Fingerdruck aktiviert werden können. Wie von „Geisterhand“ passen sich die Geräte dadurch gemäß den definierten Voreinstellungen an, Wechsel- und Rüstzeiten werden verkürzt.

Neben der verstärkten Zusammenarbeit mit anderen Anbietern setzen die Medizintechnik-Hersteller auch auf eine Ausweitung der Service-Angebote.

Inwieweit Anforderungen von Anwendern in Praxen und Kliniken sogar einen starken Trend auslösen können, zeigte sich im MEDICA-Bereich der medizinischen IT. Immer mehr medizinische Applikationen („Apps“) für die mobile Nutzung drängen auf den Markt. Smartphones und Tablet-PC lassen sich mittlerweile problemlos in die Krankenhausinformationssysteme (KIS) einbinden. Ärzte können auf diese Weise, statt mit einer Papierakte „bewaffnet“, am Patientenbett alle relevanten Daten aus der digitalen Patientenakte abrufen.

Forciert worden ist diese Entwicklung weniger durch die Industrie. Führende Anbieter wie Tieto oder die Deutsche Telekom berichten vielmehr von einem starken Verlangen ihrer Klientel aus Reihen der Ärzteschaft, dass medizinische Programme und Informationen auch auf den mobilen Geräten laufen und abrufbar sind, die den Ärzten aus ihrem privaten Umfeld in der Nutzung vertraut sind.

Gute Resonanz in den Foren und Kongressen

Die in die MEDICA integrierten Themenparks und Foren wie beispielsweise das MEDICA MEDIA FORUM (Telemedizin/ medizinische IT), das MEDICA PHYSIO FORUM (Physiotherapie), das MEDICA TECH FORUM (Medizintechnik-Innovationen) oder auch das neu gestartete MEDICA WOUND CARE FORUM (Wundversorgung) erfreuten sich einer guten Besucherresonanz und boten eine Vielfalt an Themen.

Mit einem breitgefächerten Programm von gut 200 Seminaren, Kursen und Workshops wurde die MEDICA auch seiner Rolle als größte interdisziplinäre Fortbildungsplattform in Deutschland gerecht. Höhepunkte bildeten als Bestandteil des MEDICA TECH FORUM die internationalen Seminare zur roboter- und computergestützten Chirurgie, zu speziellen Konzepten für die Wehr- und Katastrophenmedizin oder auch zu aktuellen Intensivmedizintrends. Im deutschsprachigen Kongress-Teil waren die fachübergreifend angelegten Seminare zu Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas oder etwa Demenz gut besucht. Die kostenfreien Patienten-Foren wurden ebenfalls gut angenommen, wobei die Veranstaltung zur passenden Lebensweise im Hinblick auf die Erreichung eines hohen Alters unter der Leitfrage „Wie wird man 100?“ ein Highlight bildete.

Erfolgreicher Start der European Hospital Conference

Der 34. Deutsche Krankenhaustag stellte als führende Kommunikationsplattform für alle Berufsgruppen aus dem Klinikbereich unter dem Generalthema „Versorgung verbessern – Barrieren abbauen!“ gesundheitspolitische Fragen zur Diskussion. Zugleich wurde auch ein breitgefächertes informatives Programm angeboten, z. B. das Pflegeforum oder Fachveranstaltungen zu Themen wie IT, Hygiene und Controlling.

Für das internationale Publikum gab es eine Premiere zu feiern. 160 Top-Entscheider aus europäischen Kliniken waren „Pioniere“ bei der „First Joint European Hospital Conference“. Gerd Norden, Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag, sieht den Start geglückt: „Mit der European Hospital Conference und Teilnehmern aus 32 Nationen haben wir ein Diskussionsforum für europäische Gesundheitspolitik geschaffen. Auf die durchweg positive Resonanz der Kick-off-Veranstaltung lässt sich aufbauen.“

16.000 Besucher bei der COMPAMED

Die COMPAMED unterstrich erneut ihre Position als internationale Leitveranstaltung für den Zuliefermarkt der medizintechnischen Fertigung. 627 Aussteller aus 40 Nationen präsentierten sich mit ihren Hightech-Lösungen den gut 16.000 Besuchern als kompetente Partner für die Entwicklung und Produktion in der Medizintechnik-Industrie. Themen wie neue Materialien, mechanische und elektronische Bauteile, Verpackungen, Qualitätsprüfung oder komplette Auftragsfertigung griffen ergänzend zu den Unternehmensbeteiligungen auch die beiden in die COMPAMED integrierten Foren auf.

Das Forum des IVAM – Fachverband für Mikrotechnik legte den Fokus auf das Anwendungsspektrum von Mikrosystemtechnik und Nanotechnologien, während das von der Fachzeitschrift DeviceMed ausgestaltete, neu gestartete COMPAMED Suppliers Forum in seinen englischsprachigen Vorträgen Trends entlang der gesamten Prozesskette der Entwicklung von Medizinprodukten aufzeigte. FH

 

 http://www.medica.de und http://www.compamed.de

 

Termin der nächsten MEDICA in Düsseldorf: 14. - 17. November 2012

Termin der nächsten COMPAMED in Düsseldorf: 14. – 16. November 2012

 

Quelle: Messe Düsseldorf

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