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Die Bereitschaft zu sauberen Investitionen ist überraschend hoch: Grundsätzlich findet jeder zweite Österreicher ein nachhaltiges Investment interessant.

Der Sparbetrag, der monatlich zur Seite gelegt wird, befindet sich zwar nominell auf einem Hoch, real bedeutet dies aber de facto eine Stagnation.

Foto: Erste Bank

Peter Bosek Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank

Foto: Erste Bank

Wolfgang Pinner Experte für ethisch-nachhaltige Investments der Erste-Sparinvest (ESPA)

 
Praxis 25. Oktober 2011

Österreicher sind echte Sparmeister

Die Sparmotive sind im Moment finanzielle Absicherung und Ansparen für größere Anschaffungen.

Sicherheit und Vermögenserhalt sind die aktuellen Themen der Menschen. Da das Sparbuch beide Anforderungen erfüllt, ist es am Beliebtheitshoch. Die besten Sparkonditionen können Sie unter www.bankenrechner.at eruieren. Neben dem Sparbuch gewinnen aber auch nachhaltige Anlageformen immer stärker an Bedeutung, auch wenn diese womöglich einen geringeren Gewinn abwerfen.

Mit einem durchschnittlichen Sparbetrag von 2.016 Euro pro Jahr erweisen sich Herr und Frau Österreicher nach wie vor als echte Sparmeister. Der berühmte Notgroschen ist laut einer aktuellen Telefon-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IMAS bei 90 Prozent der 900 Befragten das Sparmotiv Nummer eins.

Erfolgreich und sauber

Neben dem guten alten Sparbuch, das 86 Prozent der Österreicher ihr Eigen nennen, gewinnen nachhaltige Anlageformen immer stärker an Bedeutung, obwohl gut ein Drittel meint, dass bei dieser Form des Investments geringere Gewinne zu erwarten sind als bei herkömmlichen Veranlagungsformen. „Dies ist aber ein Irrglaube. Saubere Investments sind ein Rendite-Renner“, erklärt Wolfgang Pinner, Experte für ethisch-nachhaltige Investments der Erste-Sparinvest (ESPA). So erzielte der größte in Österreich verwaltete, nachhaltige Aktienfonds – ESPA VINIS Stock Global – über einen Zeitraum von fünf Jahren per Stichtag 30. September 2011 mit minus 7,59 eine bessere Performance als der Weltaktienindex (MSCI World), der es in diesem Zeitraum auf einen Verlust von 15,16 Prozent brachte. Die Bereitschaft zu sauberen Investitionen ist überraschend hoch: Grundsätzlich findet jeder zweite Österreicher ein nachhaltiges Investment interessanter oder zumindest gleich interessant wie eine konventionelle Geldanlage, selbst dann, wenn dabei womöglich weniger Ertrag herausschaut. „Zwei Drittel der Befragten sind bereit, einen geringeren Gewinn zu akzeptieren, nur um die Gewissheit zu haben, sauber investiert zu sein“, berichtet Pinner aus der IMAS-Studie. Seit dem Krisenjahr 2008 haben sich in Österreich Veranlagungsformen unter ökologischen, ethischen und sozialen Gesichtspunkten auf etwa zwei Milliarden Euro verdreifacht. Die veränderte Einstellung der Gesellschaft zu ihren Grundwerten und damit auch die Anlagemotive haben nachhaltigen Kapitalanlagen Schubkraft verliehen. Die ESPA hat aktuell zehn nachhaltig ausgerichtete Publikumsfonds mit einem Veranlagungsvolumen von 600 Millionen Euro emittiert. Neben den nachhaltigen ESPA VINIS-Fonds (VINIS steht für Verantwortung. Innovation, Nachhaltigkeit, Investment, Sicherheit) werden in Kooperation mit dem WWF Österreich zwei nachhaltige Themenaktienfonds verwaltet.

Sparbetrag stagniert

Der Sparbetrag, der monatlich zur Seite gelegt wird, befindet sich zwar mit 168 Euro (2011: 165 €) nominell auf einem Hoch, real bedeutet dies aber de facto eine Stagnation auf hohem Niveau. Unter den Bundesländern sind die Vorarlberger mit einer durchschnittlichen Sparleistung von 192 Euro noch Spitzenreiter, allerdings haben die Oberösterreicher mit einem Plus von 20 Euro im Vergleich zu 2011 bereits auf 191 Euro fast ausgeglichen. Die Wiener liegen bei 161 Euro (-2), während die Salzburger mit einem Rückgang von 11 Euro auf 153 Euro auf die letzte Stelle im Bundesländerspar-Ranking zurückgefallen sind. „Die Sparleistung ist zwar immer noch hoch, es scheint aber aktuell nicht mehr viel Luft nach oben zu geben“, erklärt Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank, diesen Trend. Auch die Entwicklung der Netto-Sparquote bestätigt dies: Von einem Stand von 9,1 Prozent im Vorjahr ist sie Anfang dieses Jahres auf 8,7 Prozent zurückgegangen. Der EU-Schnitt liegt bei sechs Prozent.

Auch die Einstellung zum Sparen hat sich verändert. War das Sparen am Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009 für rund die Hälfte der Österreicher wichtig, so sind heuer nur mehr 39 Prozent dieser Meinung. Hinter der finanziellen Absicherung (90%) als Hauptsparmotiv folgt an zweiter Stelle die Anschaffung eines Autos oder Eigenheims (53%), dicht gefolgt vom Vorsatz, sich „später etwas leisten zu können“ (52%). Die Hälfte der Österreicher nennt als Sparmotiv die Altersvorsorge bzw. die Pflegevorsorge. Auf die Frage, ob in Zukunft mehr oder weniger gespart werden wird, will jeder zweite gleich viel sparen, 21 Prozent mehr und 25 Prozent weniger. Bei der Sparform liegt das Bausparen mit 64 Prozent hinter dem Sparbuch (86%) an zweiter Stelle, gefolgt von Lebensversicherung, Kapitalversicherung (46%) sowie Fonds und Wertpapieren (27%). Die staatlich geförderte Pensionsvorsorge kommt auf 22 Prozent. „Sicherheit und Vermögenserhalt sind die aktuellen Themen der Menschen. Das Sparbuch erfüllt beide Anforderungen, daher ist es auch am Beliebtheitshoch“, so Bosek.

Von M. Strausz , Ärzte Woche 43 /2011

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