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Praxis 21. September 2011

Coaching hat sich etabliert

Das stärkste Kriterium bei der Auswahl von Beratern oder Supervision im Krankenhaus ist die Empfehlung.

Coaching wird als Beratungsform mehr genutzt als Supervision, und dies mit steigender Tendenz. Das zeigt die Studie „Coaching in Krankenhäusern Österreichs 2009“.

 

In dieser Studie hatten fast zwei Drittel der 828 Befragten Erfahrungen mit den Beratungsformaten Coaching und Supervision, 51,2 Prozent mit Coaching und 37,9 Prozent mit Supervision (Mehrfachnennungen waren möglich). Es zeigte sich jedoch ein signifikanter Unterschied zwischen Ärzten und Pflegepersonen, 58,8 Prozent versus 75,9 Prozent. Beratung wird in Krankenhäusern jedoch nicht als einmalige Aktion gesehen, rund 70 Prozent nahmen sie mehrfach in Anspruch. Die Momentaufnahme „letztes besuchtes Beratungsformat“ zeigt deutlich den Trend zu Coaching, sieben von zehn Beratungen waren Coachingeinheiten.

Die Anlassfälle für die beiden Beratungsformate sind signifikant unterschiedlich. Alltägliche Arbeits- bzw. Problemsituationen herrschen bei der Supervision mit 29,6 Prozent vor, während im Coaching neue Aufgaben, Führungsaufgaben, Veränderungen mit fast 33 Prozent der häufigste Themenkomplex sind.

Die beiden Bereiche „Ärzte“ und „Pflege“ zeigen bei den Anlässen für eine Beratung unterschiedliche Häufigkeiten. Während bei Ärzten neue Aufgaben, Führungsaufgaben, Veränderungen mit 29 Prozent an der Spitze stehen, gefolgt von Teamfragen mit 21,8 Prozent und Beziehungs- bzw. Konfliktfragen mit 16,5 Prozent, sind Teamfragen im pflegenden Bereich mit 23,4 Prozent der häufigste Anlass. Danach folgen Beziehungs- bzw. Konfliktfragen mit 22,8 Prozent und mit jeweils 19,2 Prozent neue Aufgaben, Führungsaufgaben, Veränderungen und alltägliche Arbeits- bzw. Problemsituationen.

Berater von außen sind gefragt

Berater, Supervisoren und Coach werden von außerhalb geholt. Nicht einmal einer von zehn kommt aus der Organisation. Zwei Drittel aller Teilnehmer sind zumindest in die Auswahl eingebunden. In über 85 Prozent der Fälle stützt sich die Suche nach einem Berater primär auf Empfehlungen. Bei Supervisoren kommen mehrheitlich – 54,8 Prozent versus 41,7 Prozent – die Empfehlungen aus dem jeweiligen Krankenhaus. Bei Coaching halten sich interne und externe Empfehlungen etwa die Waage.

Ärzte und Pflege gehen dabei entgegengesetzt vor. Während Ärzte überwiegend nach außen orientiert sind, hört die Pflege stärker auf interne Empfehlungen. Das stärkste Kriterium bei der konkreten Auswahl ist die Empfehlung mit 27,1 Prozent, gefolgt vom persönlichen Eindruck mit 25,8 Prozent und der langjährigen Erfahrung des Beraters mit 19,2 Prozent.

Beratung ist kein Selbstzweck

Ziel ist, den Klienten bei der Bewältigung beruflicher Probleme, Konflikte, Situationen und Herausforderungen durch geeignete Interventionen zu unterstützen. Um diesem gerecht werden zu können, muss die Beratung die Erwartungen des Klienten erfüllen. Auf einer vierstufigen Skala von 1 („voll und ganz erfüllt“), 2 („erfüllt“), 3 („teilweise erfüllt“) bis 4 („nicht erfüllt“) wurden die Erwartungen der Befragungsteilnehmer in 63,2 Prozent „voll und ganz erfüllt“ bzw. „erfüllt“ und in weiteren 29,7 Prozent „teilweise erfüllt“. Coaching erfüllte bei Befragungsteilnehmern aller Krankenhausbereiche die Erwartungen besser als Supervision. In der Gesamtheit der Teilnehmer wurde Coaching im Mittel mit 2,04 signifikant besser bewertet als Supervision mit 2,51. Die Abbildung verdeutlicht den Erfüllungsgrad nach Formaten und Bereichen.

Die Befragungsteilnehmer bewerteten die Wichtigkeit von 23 Anforderungen an Coaching bzw. an einen Coach anhand einer fünfstufigen Skala. In einer Rangliste der Mittelwerte steht die „Verschwiegenheit“ mit dem Mittelwert 1,24 an erster Stelle, gefolgt von „professionelles Gespräch“ und „auf Ziel und Ergebnis orientiert“ mit jeweils 1,45. Strukturiertheit, Sachorientierung, aber auch Einbeziehung des Persönlichen sind den Befragungsteilnehmern wichtig. Im Krankenhauskontext hat die freiwillige Inanspruchnahme ebenso einen hohen Stellenwert, Mittelwert 1,74, Rangplatz 6. „Coach per Telefon, Internet, Mail“ (4,27) spielen im Krankenhaus keine Rolle, dies ist der einzige Punkt, dessen Mittelwert über 4 liegt.

Wie wird die Zukunft dieses Beratungsformates im Krankenhaus gesehen? Die überwiegende Mehrheit der Befragten steht Coaching positiv gegenüber. Fast 20 Prozent planen ein Coaching, 65,7 Prozent ziehen in Erwägung, dies zu nutzen. Für etwa 12  Prozent kommt es eher nicht in Frage und nur 2,7 Prozent lehnen es generell ab. Primär angedachte Themenkomplexe sind Teamfragen, neue Aufgaben und Veränderungen.

 

Bei Interesse können Sie die Studie „Coaching in Krankenhäusern Österreichs 2009“ anfordern: .

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Quelle: Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx.

Von C. Beck , Ärzte Woche 38 /2011

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