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Anbieter wie 1&1 bieten Website-Generatoren an – mit im Paket sind Domain und Webspace enthalten.
 
Praxis 5. März 2009

Die Ordination im Internet

Worauf es bei der Gestaltung einer Praxis-Homepage ankommt.

Die virtuelle Arztpraxis – in der Web-Welt „Second Life“, wo Menschen durch Avatare interagieren, gibt es sie bereits. In der Realität ist es noch nicht so weit. Schließlich kann das Internet einen Arztbesuch nicht ersetzen. Aber es kann Patienten und Ärzte zusammenführen!

 

Laut Austrian Internet Monitor sind knapp fünf Millionen Menschen in Österreich online. Das ist mehr als ein guter Grund für jeden Arzt, sein Ordinationsschild auch im World Wide Web aufzustellen. Abgesehen von Vorgaben des Gesetzgebers – etwa standesrechtliche Werbebeschränkung, Informationspflicht oder Offenlegungspflicht – sind bei der Gestaltung eines Internetauftrittes eine Reihe von Aspekten im Hinblick auf Design und Inhalt zu berücksichtigen.

Die Informationsaufnahme im Internet unterscheidet sich wesentlich von jener mittels klassischer Medien. Die Verweildauer auf einzelnen Webpages ist extrem kurz. Folglich muss die Botschaft, die es zu vermitteln gilt, prägnant formuliert sein. Um nicht vom Inhalt abzulenken, ist auch bei Layout und Design Bescheidenheit gefragt. Unter Webdesignern gilt daher die Maxime: Weniger ist mehr.

Auf das schwächste Glied achten

Um einen Internetauftritt dem größtmöglichen Publikum zugänglich zu machen, sollten mögliche Barrieren bei der Darstellung des Inhalts minimiert werden. Obgleich moderne TFT-Schirme immer höhere Bildauflösungen darstellen, sind noch vielerorts kleinere Röhrenmonitore in Gebrauch. Daher ist es wichtig, Websites für eine Ausgabe von maximal 1024 x 786 Bildpunkten zu optimieren. Andernfalls wird die Seite in der Breite „abgeschnitten“ dargestellt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Farbwahl von Hintergründen und Texten. Dunkle Schrift auf hellem Hintergrund wird in der Regel angenehmer empfunden als umgekehrt. Auf grelle Farben sollte ebenso verzichtet werden wie auf Farbkombinationen, die für User mit Rot-Grün-Sehschwäche ungeeignet sind. Auch blinkende Texte sowie Hintergrundgrafiken stellen eine Barriere dar.

Darüber hinaus sollte bedacht werden, dass nicht jeder PC mit den gleichen Schriftarten ausgestattet ist. Texte, die in einem „exotischen“ Font verfasst sind, werden in einer Ersatzschriftart dargestellt, die das Layout meist verfremdet. Sicherer ist, nur Standardfonts wie Arial oder Verdana zu verwenden. Bei der Schriftgröße ist dagegen zu beachten, dass keine festen, sondern relative Werte angegeben werden. So kann jeder Benutzer die Anzeige individuell anpassen.

Falls Grafiken und Bilder verwendet werden, müssen diese „webtauglich“ sein. Um schnellen Seitenaufbau zu ermöglichen, darf die Dateigröße 100 Kilobyte nicht übersteigen. Damit auch Sehbehinderte alle Inhalte akustisch oder über eine Braillezeile wiedergeben können, müssen Bilder einen Alternativtext – eine Beschreibung im Site-Code – aufweisen.

Barrierefreies Surfen

Den Abschluss einer barrierefreien Website bildet das Navigationsmenü, welches linksbündig oder im Seitenkopf untergebracht sein sollte. Auch hier ist zu beachten, dass die Navigation keine Bilder, Java-Applets oder Flash-Objekte aufweist, da sonst Blinde und Sehbehinderte benachteiligt sein könnten.

Da eine Ärzte-Website eine Informations-Plattform für Patienten darstellt, muss bei der Formulierung von Texten die Zielgruppe und deren Kenntnisstand berücksichtigt werden. Komplizierter Satzbau, Fremdwörter und Fachausdrücke erschweren die Verständlichkeit. Darum ist es sinnvoll, Textinhalte in „leichter Sprache“ zu verfassen und zusätzlich anzubieten. Also mit kurzen Sätzen, ohne Fremd- und Fachwörter und mit anschaulichen Beispielen für komplizierte und abstrakte Begriffe.

Neben einer einleitenden Begrüßung auf der Homepage – eventuell mit Foto – sollte die Website Informationen über Kenntnisse und Fähigkeiten sowie das medizinische Leistungsangebot enthalten. Auch ist die Vorstellung der Sprechstundenhilfe und eventuell weiterer Mitarbeiter durchaus angebracht. Auf keinen Fall fehlen dürfen Ordinationszeiten sowie sämtliche Kontaktmöglichkeiten inklusive Anfahrtsplan. Bei Webauftritten mit mehr als zehn Seiten ist eine Sitemap, als Orientierungshilfe für virtuelle Besucher, zu empfehlen.

Webdesign mit Baukasten

Die Zeiten, in denen man für das Erstellen von Websites HTML beherrschen musste, sind vorbei. Wer selbst Hand an die Website legen will, kann dies mit Hilfe von fixfertigen Vorlagen. Diese funktionieren wie ein Baukastensystem, das schon mit wenigen Klicks zu ansehnlichen Erfolgen führt. Ein solches Baukastenprinzip bietet etwa der Online-Dienst Jimdo (www.jimdo.com). Für jedes Website-Element gibt es Bausteine, die – ohne zusätzliche Software – direkt im Browser zusammengefügt und individuell angepasst werden können. Für Ärzte-Homepages eignet sich nur die werbefreie Variante von Jimdo (Werbebeschränkungen). JimdoPro kostet – inklusive eigener Domain und E-Mailkonto – fünf Euro im Monat.

Ähnliche Website-Generatoren bieten auch klassische Webhoster im Paket mit Domain und Webspace an. Darunter etwa 1&1 (www.1und1.at), Chillydomains (www.chillydomains.at) oder Developer.at (www.developer.at).

Wie einfach Site-Baukästen funktionieren, zeigt ein Gratistest unter: http://sitebuilder.developer.at.

Anbieter wie 1&1 bieten Website-Generatoren an – mit im Paket sind Domain und Webspace enthalten.

Von Leopold Klein, Ärzte Woche

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