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Viktoria Hausegger, Inhaberin der Agentur „mehr.wert. für ärzte und apotheker“
 
Praxis 30. März 2011

Sinnliche Markenführung

Der Weg in die Köpfe der Patienten führt über fünf Sinne.

In jeder Ordination steckt Potenzial für eine „sinnliche“ Markenführung, die auf Patientenseite möglichst viele Sinnessysteme anspricht und aktiviert.

 

Die meisten Menschen haben das Glück, fünf Sinne zur Verfügung zu haben. Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen – damit erleben wir die Welt. Durch diese Sinnessysteme wird unsere gesamte Wahrnehmung kanalisiert – direkt in unser Gehirn und über die Sprache, unser Verhalten, unsere Werte und Einstellungen sowie unsere Gedanken wieder zurück.

Patienten nehmen mit allen Sinnen wahr

Alle Werte, Gefühle, Erlebnisse, Emotionen, Beziehungen und sogar (Dienst-)Leistungen, die wir benötigen und nutzen, werden – bildlich gesprochen – immerfort auf einem „Sinnes-Recorder“ aufgenommen, bewusst und unbewusst.

Die meisten Praxisinhaber gestalten, wenn überhaupt, ihre Marktkommunikation jedoch nur zwei-dimensional bzw. zweispurig. In der Regel werden zwei Sinne der Patienten angesprochen, das visuelle und das auditive Sinnessystem, obwohl jede Praxis in der Regel auf Menschen (Patienten) trifft, die einen „Fünf-Sinne-Recorder“ zur Verfügung haben und somit über fünf Sinnessysteme Botschaften, Emotionen, Erlebnisse und Eindrücke aufnehmen und verarbeiten können.

Hier wird ein großes Potenzial in Praxis-Marketing nicht nur für die klassische Kommunikation, sondern vor allem auch für die Differenzierung auf dem Markt nicht genutzt. Denn je intensiver die Wahrnehmung z.B. von Informationen, Botschaften oder von Patienten-bindenden Maßnahmen auf Patientenseite erlebt wird, desto größer ist das nachhaltige Ergebnis.

Mit steigender Anzahl an Sinnen, die durch Strategie und Kommunikation angesprochen werden, wird die Anzahl an Erinnerungen und Sinneswahrnehmungen beim Patienten/Interessenten/Empfehler erhöht. Und je höher die Anzahl der erlebten Sinneswahrnehmungen und Erinnerungen auf verschiedenen Sinneskanälen ist, desto enger ist die Bindung zwischen der „Ordination als Marke“ und dem Patienten.

Potenziale für sinnliche Markenführung

Oft sind es die zunächst vernachlässigten und nicht offensichtlichen Sinnessysteme, die für eine Praxis typisch und besonders wirksam werden können. Genau diese Sinnessysteme bieten großes Potenzial, um Marketing „gehirngerechter“ zu gestalten.

Bilder sind neben Text die dominierende Komponente in Marketing und Kommunikation. Nachvollziehbar, wenn man weiß, dass in der selben Zeit, in der ein Bild vom Gehirn verarbeitet wird, etwa sechs bis acht Worte verarbeitet werden können. Die vielfältigen Inhalte, Botschaften und Assoziationen, die mit einem Bild in Verbindung gebracht werden, werden schnell transportiert.

Gehör erzeugt Stimmungen, Geruch schafft Erinnerungen

  • Wie viele Praxen nutzen Sound auf ihrer Website?
  • Wie viele Praxen beschäftigen sich mit dem Sinnessystem Nase, also mit dem Geruch?

Das Gehör zum Beispiel ist direkt verbunden mit Stimmungen. Die Nase hat über die Wahrnehmung von Gerüchen eine direkte Verbindung zum Gedächtnis und zu Erinnerungen. Dieses Phänomen kennt jeder, den bestimmte Gerüche schon an konkrete Situationen in der Vergangenheit erinnert haben.

Der Fühl- und Tastsinn ist zwar weit weniger empfindlich als der Geruchssinn, trägt aber dennoch dazu bei, eine Wiedererkennbarkeit und Einzigartigkeit in der Wahrnehmung zu erreichen.

Überprüfen Sie Ihre Markt- und Markenkommunikation und stellen Sie ein „Sensogramm“ auf. Basierend auf der aktuellen Ausprägung können Sie Potenziale entdecken und Ideen entwickeln, um „sinnliche“ Markenführung und damit gehirngerechteres Praxis-Marketing erfolgreich umzusetzen.

Von Viktoria Hausegger, Ärzte Woche 13 /2011

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