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Foto: Arno Bachert / pixelio.de
Eine Lösung von Cisco mit mobiler Kamera erlaubt Ärzten, im Noteinsatz Bewegtbilder online zu verschicken.
 
Praxis 16. März 2011

Digitalisierte Zukunft

Vernetzung von der Praxis bis zum Notarztwagen.

Wie stark digitalisiert wird in Zukunft die Arbeit der Ärzte sein? Einige Antworten und Optionen bot die Messe CeBIT 2011 vom 1. bis 5. März in Hannover.

 

Zukunft ist nichts Statisches. Was heute Zukunft ist, kann morgen schon Teil des Alltags sein – oder ist längst von der tatsächlichen Entwicklung überholt worden. Dafür gibt es morgen neue Visionen für die Zukunft von übermorgen. Diese an sich banale Gesetzmäßigkeit konnten Besucher bei der Sonderschau TeleHealth während der CeBIT im Gesundheitsparcours FutureCare gut nachvollziehen.

Für IT-Experten ist eine Apotheke ein Lagersystem

Noch hängt das Gesundheitswesen bei der Digitalisierung anderen Branchen zehn Jahre hinterher, betonte Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Vorsitzender des Branchenverbandes BITKOM, bei der Eröffnung der TeleHealth. „Wir wissen seit Jahren, wie man mit IT-Unterstützung ein Auto mit Tausenden von Teilen sekundengenau zusammenbaut oder wie man die Prozesse in einem Lager steuert“, so Scheer. Eine Apotheke sei letztlich auch nichts anderes als ein Lagersystem, und im Krankenhaus komme es auf die intelligente Steuerung der Prozesse an. Da könne Informationstechnik noch weit mehr Unterstützung leisten als bisher.

Der Besuch der vier Parcours der FutureCare ermöglichte, eine Ahnung davon zu bekommen, was möglich ist, wenn die richtigen Daten, etwa Vorbefunde, mit IT-Unterstützung zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort verfügbar sind.

Gezeigt wurden bei der Sonderschau Szenarien aus der Integrierten Versorgung, eine arztgestützte Prävention, ein akuter Notfall sowie der Check eines chronisch kranken Menschen in einer Telekonsultation. Einige dieser Anwendungen sind zumindest in manchen Kliniken oder Arztpraxen heute bereits realisiert, zum Beispiel, wenn Patienten elektronische Gesundheitsakten nutzen oder die Einrichtung mit einer elektronischen Patientenakte arbeitet, die die entscheidenden Daten an allen Arbeitsplätzen der Klinik oder des MVZ verfügbar macht.

Mit dem Arztausweis gibt es eine digitale Arztidentität

Dass die Zukunft eben keine statische Angelegenheit ist, ließ sich bei der FutureCare schnell feststellen. Zu den alten Szenarien sind neue hinzugekommen. Wie gut die einzelnen Versorgungsebenen miteinander verzahnt arbeiten können, wurde am Beispiel eines Urlaubers in den Bayerischen Alpen gezeigt, der mit akuter Angina Pectoris erst zum Arzt und dann in ein kardiologisches Zentrum geht. Über seine elektronische Gesundheitsakte sind seine Daten bei allen Untersuchern sofort verfügbar.

Neu sind Systeme, die das Handling der digitalen Signatur erleichtern. So wurde bei der FutureCare gezeigt, wie der Arzt seine Signaturkarte in einem Cardsafe von SigProM hinterlegt, dort einmal seinen sechsstellige PIN eingibt und danach an jedem Arbeitsplatz der medizinischen Einrichtung mit seinem Mitarbeiterausweis mit vierstelliger PIN eine qualifizierte digitale Signatur setzen kann.

Wie vernetzt Notärzte mittlerweile arbeiten, war ebenfalls zu sehen. Eine Lösung von Cisco mit mobiler Kamera erlaubt Ärzten im Noteinsatz, mit einer Videokamera, die an ein WLAN des Notarztwagens angekoppelt ist, Bewegtbilder online zu verschicken oder sogar eine mobile Videokonferenz zu machen.

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