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Judith Zingerle MA Marketing und Kommunikation ärzteservice Dienstleistung GmbH

 
Praxis 15. Februar 2011

ÄrzteService

30 Jahre zittern

Das neue Ärztegesetz: Viele Ärzte wähnen sich in Haftungsfragen in falscher Sicherheit. Alte Fälle können ungedeckt sein!

Die letzte Novelle zum Ärztegesetz hat eine verpflichtende Berufshaftpflichtversicherung gebracht. Eine solche muss nun eine zeitlich unlimitierte Nachdeckung beinhalten. Das heißt, dass der Arzt auch nach dem Ende seiner beruflichen Tätigkeit oder auch für einen Schadensfall, der erst nach Jahren entdeckt wird, gerade stehen muss. Das kann auch seine Erben betreffen.

Falsche Sicherheit

Aufgrund der gesetzlich neu vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung wähnen sich nun viele Ärzte in falscher Sicherheit. Eine solche enthält zwar auch die Nachdeckung, aber die Frage ist, beinhaltete die Versicherung vor der gesetzlichen Änderung auch die Nachhaftung? Für Ärzte, die noch keine Haftpflichtversicherung hatten, liegt die Sache klar: Fehler, die vor Abschluss der neuen Versicherung passiert sind, haben, wenn zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Schadens keine aufrechte Versicherung besteht, z. B. in der Phase der Pension, keine Deckung. Ärzte, die den Versicherer wechselten oder ihn wechseln wollen, sollten darauf achten, ob ihre alte Versicherung Nachhaftungsschäden abdeckt. Aber Achtung, das Problem liegt im Detail. So hat der Verband der Versicherungsunternehmen das Thema Nachhaftung neu aufgerollt.

Was tun?

Was können Ärzte, die ihr Risiko aus der Vergangenheit abdecken wollen, machen? In Österreich bietet die ärzteservice Dienstleistung GmbH eine Stand-Alone Nachhaftungsversicherung an. Diese Versicherung hat eine sogenannte Rückwärtsdeckung. Ärzte können somit ein allfälliges Risiko, das in der Vergangenheit entstanden ist, abdecken.

Ein Beispiel

Ein Arzt verschrieb 2005 einem Allergiker ein Medikament. Er verfügte zu jener Zeit über eine Haftpflichtversicherung – aber ohne zeitlich unlimitierte Nachdeckung. Im Zuge der Ärztegesetznovelle vom August 2010 wechselte der Arzt den Versicherer. Der Patient erkrankte schwer und musste seinen Beruf aufgeben. Er hat drei Kinder und eine Frau zu versorgen. 2015 wurde mittels eines Gutachtens nachgewiesen, dass das seinerzeit verschriebene Medikament die Krankheit ausgelöst hat. Der Patient wurde ungenügend aufgeklärt und der Arzt haftet somit für den Schaden. Der Arzt hat jedoch seine Praxis mittlerweile wegen Pensionierung geschlossen. Obwohl der Arzt bis zu seiner Pensionierung über eine Haftpflichtversicherung verfügt hat, die auch – wie gesetzlich vorgeschrieben – eine Nachhaftungsklausel enthalten hat, ist der Schaden nicht gedeckt, weil zum Zeitpunkt der Verursachung keine unlimitierte Nachdeckung versichert war.

Ärzte sind also gut beraten, ihre Versicherung – sofern überhaupt eine vorhanden war – vor der Ärztegesetznovelle 2010 auf eine vorhandene Nachdeckung hin zu überprüfen und gegebenenfalls eine Stand-Alone-Nachhaftungsversicherung abzuschließen.

Auch Krankenhausärzte sind betroffen. In einigen Jahren haben sie sich eventuell vom bisherigen Arbeitgeber getrennt und es gibt keine Sicherheit, dass im Falle des Falles nicht auf den behandelnden Arzt zurückgegriffen wird.

Informationen anfordern bei:
ärzteservice Dienstleistung GmbH
Ferstelgasse 6, 1090 Wien
Tel. 01 402 68 34
Fax 01 402 68 34-25

www.aerzteservice.com

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