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Laut Experten ist aufgrund positiver Unternehmensergebnisse und niedriger Anleiherenditen ein positives Jahr für Aktieninvestments zu erwarten.
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Mag. Helge Rechberger Leiter der Aktienmarktanalyse

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Henning Eßkuchen Co-Head CEE-Equity Research der Erste Bank

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Mag. Peter Brezinschek Chefanalyst von Raiffeisen Research

 
Praxis 8. Februar 2011

Internationaler Finanzmarktausblick 2011

Der US-Aktienmarkt präsentiert sich besonders robust.

Analysten gehen für das Jahr 2011 von einem deutlichen Konjunkturaufschwung mit einem robusten Wachstum aus, das bis Jahresmitte anhalten soll. Daher sind ihrer Ansicht nach US-Aktien und Zykliker gegenüber Anleihen eindeutig im Vorteil.

 

„Statt von einer Rezession könnte man in wichtigen Volkswirtschaften schon von einem nachhaltigen Aufschwung sprechen“, erklärt Mag. Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen Research. Keine Entspannung sei hingegen in Bezug auf die Schuldenkrise öffentlicher Haushalte zu erwarten. „Das Thema Verschuldung wird uns leider auch im Jahr 2011 begleiten“, so Brezinschek.

An den Aktienbörsen erwartet Mag. Helge Rechberger, Leiter der Aktienmarktanalyse, günstige Zeiten: „Wir rechnen aufgrund großzügiger Liquiditätsversorgung und verbesserter Konjunkturperspektiven mit der stärksten Performance gleich im ersten Halbjahr.“ Der Analyst favorisiert daher Sektoren wie den zyklischen Konsum, Grundstoffe, Technologie, Gesundheit und Industrie und empfiehlt darüber hinaus den Kauf von US-Aktien. „Wir erwarten 2011 in der CEE-Region ein Gewinnwachstum von 23 Prozent je Aktie“, kommentiert Henning Eßkuchen, Co-Head CEE-Equity Research der Erste Bank. Es sei ein positives Jahr für Aktieninvestments zu erwarten, aufgrund positiver Unternehmensergebnisse, attraktiver Bewertungen, niedriger Anleiherenditen und abnehmender Risikoaversion, was ein zunehmend positives Umfeld für riskantere Anlagen schaffe.

Unterschiedliche Entwicklung in der Eurozone

Das spürbare Anziehen der Konjunktur in der Eurozone ist neben Exporten vor allem durch Anlage-Investitionen getrieben. Sie sind auch Wegbereiter für eine nachhaltige Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt. Mit dem starken Rückenwind des Konjunkturwachstums konnten die Analysten der Raiffeisenbank International (RBI) die jährlichen realen BIP-Wachstumsprognosen im Jahr 2011 für einige Länder deutlich anheben (Österreich: 2,5 Prozent; Deutschland: 2,5 Prozent; USA: 2,7 Prozent). Länder, die bereits bisher sehr stark von der Verschuldungskrise betroffen waren, werden wahrscheinlich weiterhin mit dieser Problematik beschäftigt sein. „Unzureichende Budgetkürzungen werden von den Finanzmärkten nicht mehr akzeptiert. Die Angst, künftig an den Sanierungen mitwirken zu müssen, drückt auf die Anleihen-Kurse. Gleiches gilt für den hohen Refinanzierungsbedarf von Spanien, Portugal und Italien im ersten Quartal“, erläutert Brezinschek.

EZB-Leitzinsen unverändert, Schweizer Franken bleibt fest

„Die EZB dürfte in der ersten Jahreshälfte 2011 keine Änderungen ihrer Zinspolitik vornehmen und den Leitzins bei einem Prozent belassen. Erst 2012 sehen wir dann das Leitzinsniveau deutlich nach oben gehen“, prognostiziert Brezinschek. Da die US-Notenbank Fed, bei einem aktuellen Zinstief von 0,1 Prozent, noch vor der EZB ihren Zinsanhebungszyklus beginnen dürfte, rechnen die Experten neben der Schuldenkrise mit einem tendenziell schwächeren Euro. Im Jahresverlauf 2011 sei mit einer spürbaren Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar zu rechnen. Auch der Schweizer Franken dürfte gegenüber dem Euro weiterhin fest bleiben. „Sollte sich die Skepsis der Anleger gegenüber dem Euro wie schon im Oktober und November 2010 vorübergehend legen, sind zwischenzeitlich aber durchaus Euro-Franken-Niveaus von 1,32 bis 1,35 möglich. Wir raten daher den Kreditnehmern eines Frankenkredites, diese Niveaus zur Konvertierung in einen Eurokredit zu nutzen“, so Brezinschek.

Kaufempfehlung für US-Aktien

Die RBI-Analysten erwarten, dass die großzügige Liquiditätsversorgung und die verbesserten Konjunkturperspektiven die Entwicklung auf den Aktienmärkten stützen. Aufgrund vermehrter Gewinnrevisionen nach oben sollten im ersten Halbjahr zweistellige Kursanstiege in den etablierten Märkten möglich sein. Der US-Aktienmarkt präsentiert sich besonders robust. Unternehmen des S&P 500 werden nach den jüngsten Daten 2010 rund 41 Prozent mehr verdienen als 2009. Für 2011 sind aktuell zwar nur mehr 13 Prozent Gewinnwachstum zu erwarten, aber auch dieser Zuwachs liegt ganz klar über dem langjährigen Durchschnitt. „Die Chancen stehen gut, dass – trotz immer wieder aufkochender Belastungen aus dem Umfeld des Staatsschuldenthemas – insbesondere im ersten Halbjahr 2011 der Weg an den US-Börsen weiter nach oben führt. Wir raten zu einem Kauf“, so Rechberger. Auch die Aktienmärkte der Eurozone erwiesen sich angesichts der Probleme Irlands und der damit verbunden Sorgen einer Ansteckung anderer Länder als überraschend stark.

Aktien vor Anleihen

Entsprechend der nach oben revidierten Wachstumsperspektiven für das Jahr 2011 haben die Analysten von Raiffeisen Research Aktien auf „übergewichten“ eingestuft. Dementsprechend sind Anleihen im ersten Quartal wegen aufwärts gerichteter Renditetrends auch in den etablierten Märkten untergewichtet. Die temporär einsetzende Schuldenthematik macht eine Untergewichtung von Staatsanleihen der Eurozone plausibel.

In der regionalen Verteilung bei Aktien stechen die USA und Osteuropa hervor, während in den Emerging Markets zu Jahresbeginn wegen inflationsbedingter Zinsanhebungen mehr Vorsicht angebracht ist. „Solange die Zinspolitik keine Änderung erfährt, ist auch bei Rohstoffen und Gold noch kein Ende der Rallye in Sicht“, erklärt Brezinschek.

„Als Anlagestrategie empfehlen wir Stock Picking statt Sektorallokation. Wir bevorzugen Unternehmen in zyklischen Sektoren mit einer dynamischen Umsatzentwicklung in Schwellenmärkten. Insgesamt sollten sich auch die Rohstoffe günstig entwickeln, da die vorhandene Liquidität die Preise hoch hält“, resümiert Erste-Analyst Henning Esskuchen.

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