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Praxis 5. Jänner 2011

Das Wissen von morgen

Bis 2014 soll KHRESMOI, das multimodale Suchsystem für biomedizinische Informationen, verfügbar sein.

Das im September 2010 gestartete europäische Forschungsprojekt „Knowledge Helper for Medical and Other Information Users“ (KHRESMOI) hat zum Ziel, bis zum August 2014 eine mehrsprachige, multimodale Such- und Zugriffsplattform für gesundheitsbezogene Information im Internet zu schaffen. Neben der mehrsprachigen Suche nach Dokumenten und Bildern sollen Suchresultate auch Kurzzusammenfassungen in der Eingabesprache der User beinhalten.

 

Von einer Plattform wie KHRESMOI werden nicht nur Laien profitieren, sondern auch Mediziner, die rasch und effizient Zugriff auf relevante Information benötigen, wie etwa im Bereich der Radiologie.

Vereinfachter Zugang zu Daten

KHRESMOI widmet sich der großen Menge publizierter und online verfügbarer gesundheitsbezogener Information und deren Bezug zu Patientendaten. Es wird medizinische Information aus diversen Quellen analysieren und verarbeiten, um den Zugang zu vereinfachen und zu verbessern.

Die Plattform stützt sich dabei nicht nur auf offen verfügbare Inhalte, sondern auch auf wissenschaftliche Veröffentlichungen und diverse Datenbanken, einschließlich Bilddatenbanken. Viele der zu integrierenden Technologien wurden bereits in unterschiedlichen Bereichen angewendet und evaluiert. Diese sollen nun gezielt verbunden werden.

Viele Module unter einem Hut

Es ist die Kombination aus Text- und Bildsuche, semantischer Analyse, mehrsprachiger maschineller Übersetzungstools und Frage-Antwort-Schnittstellen, die die Innovationskraft der Plattform ausmacht. „Das Hauptziel von KHRESMOI besteht in der erfolgreichen Integration solch heterogenen Wissens und solch verschiedenartiger Technologien, die medizinischen Laien und Experten Zugang zu relevanter und zuverlässiger Information ermöglichen“, betont der KHRESMOI-Projektkoordinator Henning Müller von der Fachhochschule Westschweiz in Delsberg.

Folgende Partner sind in die Entwicklung eingebunden:

  • Fachhochschule Westschweiz (CH),
  • Information Retrieval Facility, Wien,
  • Atos Origin (ES),
  • ELDA (FR),
  • Ontotext (BG),
  • Dublin City University (IE),
  • Universität Duisburg-Essen (DE),
  • Karls-Universität Prag (CZ),
  • Universität Sheffield (UK),
  • Health on the Net, HON (CH),
  • Medizinische Universität Wien,
  • Gesellschaft der Ärzte in Wien

Konkret sollen beispielsweise Patienten oder deren Angehörige verbesserten Zugang zu verlässlicher medizinischer Information in ihrer eigenen Sprache erhalten.

Ärzte sollen mit ihren Fragestellungen schneller zum Ziel kommen: „Eine herkömmliche Suche auf PubMed benötigt im Durchschnitt mindestens 30 Minuten, die meisten Mediziner haben jedoch nur fünf Minuten Zeit. Zudem produzieren mehr als 40 Prozent der so abgesetzten Suchanfragen keine relevanten Ergebnisse“, erklärte Müller beim Kick-off-Meeting im Oktober in Wien.

Ein wichtiger Fokus des Projekts liegt auf der Einbeziehung realistischer Fallstudien und Erfahrungen von Endbenützern. Am Konsortium nehmen daher Vertreter von Benutzergruppen teil: die medizinische Suchmaschine der „Health on the Net“-Stiftung mit durchschnittlich 11.000 Anfragen pro Tag, die Ärztegesellschaft Wien, der 2.700 Ärzte angehören, und die Radiologieabteilungen der Medizinischen Universität Wien und des Universitätsspitals Genf. Die kontinuierlichen Evaluationen durch Endbenutzer werden die Anwendungen der neuen Technologien verbessern.

Radiologische Bilderflut

In der Radiologie sieht man sich zunehmend einer Flut von Röntgen-, Magnetresonanz- und Computertomografiebildern ausgesetzt, die mit herkömmlichen Suchtechniken nicht mehr zu bewältigen ist. Solche Bilder sollen automatisch analysiert, aufbereitet und gefunden werden können. Dieser Projektteil wird vom CIR-Lab (Computational Image Analysis and Radiology Lab) der Universitätsklinik für Radiodiagnostik der MedUni Wien erforscht und umgesetzt.

 

www.khresmoi.eu

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