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Foto: Privat
Lutz Bürgel ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Bürgel & Partner BDU, mit Sitz in Wien und Berlin
 
Praxis 12. Februar 2009

Wann habe ich meine Einnahmen wirklich eingenommen?

Vor allem zum Jahreswechsel weiß der Selbstständige oft nicht, welche Honorarnote sofort abgerechnet werden muss und welche nicht.

Arbeit- oder Dienstnehmer haben es leicht: Sie bekommen ihre monatlichen Bezüge vom Arbeitgeber überwiesen. Um Steuern und Sozialabgaben brauchen sie sich nicht zu kümmern. Da haben es die Selbständigen zwar ungleich schwerer, wobei dies freilich auch als Chance zu sehen ist.

 

Bei Einkommensteuer-Erklärern, das sind alle Selbständigen oder freiberuflich Tätigen, gilt das sogenannte Zufluss-Abfluss-Prinzip. Das kann sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Schreibt etwa ein Selbständiger seinem Kunden eine „gewichtige“ Honorarnote und der Kunde schickt das Geld noch rasch vor dem Jahresultimo ab, sodass die Bank die Überweisung noch spätestens am 31.12. gutschreibt, muss der Zahlungsempfänger diesen Geldeingang für das abgeschlossene Geschäftsjahr steuerlich geltend machen.

Wäre das Geld erst ein paar Tage später eingegangen, hätte er den Betrag erst im folgenden Jahr in seiner Einnahme-Ausgabenrechnung angeben müssen; mit einer entsprechend späteren Zahlung der darauf fälligen Einkommensteuer.

Hat man im laufenden Geschäftsjahr gut verdient, ist es ratsam, Rechnungen noch im alten Jahr zu bezahlen, auch wenn die erst im nächsten Jahr fällig werden. Bei Zahlungen mit Kreditkarte ist zu beachten, dass nicht das Datum der Bezahlung für die Steuer maßgeblich ist, sondern wann das Konto mit dem Betrag der Kreditkartenabrechnung belastet wird.

Bei Vereinbarungen mit Vorauszahlungen, z.B. für die Miete, gilt eine Besonderheit: Die Beträge müssen auf jene Jahre verteilt werden, die sie betreffen. Dabei gilt eine Ausnahme, nämlich wenn die Vorauszahlungen lediglich das laufende und das nächste Jahr betreffen. Denn dann kann die Vorauszahlung auf diese beiden Jahre verteilt werden. Wenn die Beträge für die Mietvorauszahlung so gewählt werden, dass der Vorauszahlungsbetrag für das laufende Jahr unter 730 Euro bleibt, braucht der Zahlungsempfänger diesen Betrag nicht versteuern, sofern er neben seinen Bezügen als Dienstnehmer keine weiteren Einkünfte hat. Diese Zuverdienstgrenze hat der Finanzminister den Dienstnehmern generell zugestanden.

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Lutz Bürgel ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Bürgel & Partner BDU, mit Sitz in Wien und Berlin

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