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Praxis 12. Februar 2009

Imagemacher Homepage

Was man über eine erfolgreiche Internetpräsenz wissen sollte.

Neue Medien sind heute fester Bestandteil unseres täglichen Lebens – allen voran das Internet. Anfangs noch als „nette Spielerei“ bestaunt, ist es heute bereits auch für kleine Betriebe und Dienstleistungsunternehmen fester Arbeitsbestandteil und wird von Kunden, Interessenten, der Umwelt mehr oder weniger vorausgesetzt – vor allem als Informationsmedium. Fehlt die Homepage leidet das Image erheblich.

 

Eine Homepage wird heute auch bei einer Arztpraxis bereits häufig vorausgesetzt. Heute holen sich bereits etwa 80 Prozent der Patienten Informationen über den Arzt aus dem Internet. Viele unprofessionell gestaltete ärztliche Internetseiten beweisen jedoch, dass dies noch nicht jedem niedergelassenen Arzt bewusst ist – die Mehrzahl der Seiten ist so unprofessionell umgesetzt, dass sie weder von (potenziellen) Patienten noch von Suchmaschinen gefunden wird!

Dem Image schadet es daher erheblich, wenn der „Sohn eines Bekannten“ oder der „Grafiker von nebenan“ die Homepage überlassen wird. Hier wird wirklich am falschen Platz gespart.

Dank des Internets kann eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Patienten auf einfache Weise über die Praxis informiert werden. Gerade hier ermöglicht das Internet eine Arztauswahl nach Kriterien wie Positionierung der Praxis („Was unterscheidet mich von Kollegen?“), Persönlichkeit des Arztes, Qualifikation, Zusatzgebiete, Serviceangebote und alternative Behandlungsinteressen.

Nicht zu vergessen: Mit einem Internetangebot kann auch eine höhere Bindung bereits bestehender Patienten erreicht werden. Durch zusätzliche geschützte Angebote, die nur für Patienten erreichbar sind, können Termine vereinbart oder Informationen und Broschüren über verschiedene Therapien heruntergeladen werden. Hier können dem Patienten Hilfestellungen im Umgang mit bewilligungspflichtigen Untersuchungen oder Untersuchungen, die bestimmte Vorbereitungsmaßnahmen erfordern, vermittelt werden. Aber auch zuweisenden Kollegen kann der ärztliche Webseitenbetreiber Informationen schneller und reibungsloser zur Verfügung stellen.

Mehr als nur schönes Design

Auch wenn es viele Möglichkeiten und Programme gibt, die Internetseite selbst zu programmieren, sollte diese Aufgabe Profis überlassen werden. Bildchenreiche „Willkommen-in-meiner-Praxis-Modelle“ gehören der Vergangenheit an – sie werden heute bereits von erstklassiger „Architektur“ ersetzt: User sind heute professionelle Webseiten gewohnt.

Konzeption, Gestaltung und Erstellung müssen Hand in Hand gehen: Die optische Gestaltung muss Ihrem Corporate Design entsprechen, eine gut durchdachte Navigation soll den Nutzer schnell zur gewünschten Auskunft führen und dann – wie von selbst – zu Informationen, die der Arzt den Anwendern zusätzlich bekannt geben möchte. Er selbst kann die Wege, welche die Nutzer durch seine Homepage nehmen, aktiv steuern.

Gestalter von Internetsites sollten über sehr gute Fähigkeiten im Screen-Design verfügen. Multimedia-Auftritte gehören in professionelle Hände! Idealerweise sollten Struktur und Layout ausbalanciert sein. Informationen, die auf dem Web veröffentlicht werden, müssen auch den Regeln des Web-Standards entsprechen. Dies garantiert, dass alle Besucher des Internetauftrittes die gewünschte Information auch lesen können!

Grundsätzlich lässt sich sagen: Ein Internetauftritt sollte mehr als eine Online-Visitenkarte sein. Vielmehr sollte das Medium mit seinen multimedialen Möglichkeiten genutzt werden, um mit Patienten und Interessenten einen Dialog aufzubauen. Als Arzt sollten man den Patienten die Möglichkeit bieten, bestimmte Dinge bereits online zu erledigen oder in Erfahrung zu bringen – etwa Termine online abzufragen, Informationen zur Untersuchungsvorbereitung, Links zu den örtlichen Verkehrsbetrieben oder Hinweise zu Haltestellen oder Parkplatzmöglichkeiten erleichtern den Patienten den Besuch der Praxis.

Bei der Entwicklung der Homepage sollten Profis herangezogen werden. Zudem sollte man sich für ein brauchbares „Redaktionssystem“ entscheiden. Das sind Systeme, die es auch Nichtfachleuten ermöglichen, Inhalte rasch und einfach zu ändern und zu ergänzen. Der Programmierer von nebenan wird keine langfristig zufriedenstellende Lösung anbieten können.

Kasten:
Tipps für die Umsetzung
• Schaffen Sie die notwendige Basis für die Umsetzung: Ohne klare Praxisziele, einer deutlichen Positionierung und einem festgelegten Leistungsangebot fehlt die notwendige Basis für Ihre Internetpräsenz.
• Klären Sie die Zielsetzung der eigenen Homepage: Bevor Sie mit der Umsetzung Ihrer Homepage starten, sollten Sie unbedingt die Ziele der Seite klären: Was wollen Sie mit der Homepage erreichen? Visitenkarte im Internet? Imagestärkung, Steigerung des Bekanntheitsgrades? Vereinfachung einzelner Praxisabläufe (z.B. Terminvereinbarungen)? Vertrauensbildung? Patientengewinnung? Die Palette ist breit.
• Finden Sie einen geeigneten Domain-Namen: Dieser sollte passend und kurz sein. Einen Domain-Namen zu finden, ist nicht immer einfach, da täglich Tausende registriert werden. Welche Domains noch frei sind, kann in Österreich z.B. unter www.nic.at überprüft werden. Wichtig: Wenn Sie die Registrierung nicht selbst vornehmen, sollten Sie darauf achten, dass Sie als Eigentümer registriert werden.
• Richten Sie sich eigene E-Mail-Postfächer ein: Mit einer eigenen Homepage steht Ihnen auch die Möglichkeit offen, sich eigene E-Mail-Postfächer einzurichten. Dies empfiehlt sich, da eine E-Mail-Adresse mit der eigenen Domain weit professioneller wirkt als z.B. @gmx.at. Aus Sicherheitsgründen ist zu empfehlen, den PC, mit dem die Mails abgerufen werden, nicht in das Praxis-EDV-Netz einzubinden, es sei denn, Sie leisten sich Sicherheitslösungen (z.B. eine Firewall).
• Stimmen Sie die Inhalte mit Ihren Praxiszielen ab: Wie Sie durch Ihre Homepage wahrgenommen werden, bestimmen (neben einer professionellen Gestaltung und technischen Ausführung) natürlich zu einem großen Teil die Inhalte. Diese müssen daher mit den Praxiszielen und der Zielsetzung des Internetauftritts abgestimmt werden.
• Verzichten Sie auf aufwändige technische Effekte, die auf Kosten fundierter und gut strukturierter Inhalte gehen: Drei Punkte sind auf jeden Fall zu berücksichtigen, nämlich wertvolle Informationen, Aktualität, Serviceleistungen.
• Achten Sie auf rechtliche Grundlagen: Nur die wenigsten Ärzte kennen die rechtlichen Grundlagen, die für ihren Internet-Auftritt zu beachten sind. Nur jede zweite Arztpraxis entspricht diesen Anforderungen. Sind Sie bereits online, dann prüfen Sie bitte, ob Ihr Impressum den neuen lokalen gesetzlichen Vorschriften entspricht!
• Wählen Sie eine zukunftssichere, ökonomische technische Basis: Wird die Homepage nicht auf einem brauchbaren technischen Fundament aufgebaut, ist es für einen Laien fast unmöglich, Inhalte zu aktualisieren – lässt man es machen, kostet jede kleine Änderung Geld.

Von Victoria Hausegger, Ärzte Woche

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