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Praxis 1. Dezember 2010

Belohnung: dankbare Patienten

Präventionsmedizin setzt fundierte Ausbildung, Ausdauer und vor allem mentale Stärke voraus.

„Wie baue ich eine Anti-Aging-Praxis auf – der Weg zum erfolgreichen Einsatz in der Sprechstunde“ ist Thema eines Workshops im Rahmen des diesjährigen Menopausekongresses im Dezember in Wien. Dr. Wolf-Heinrich Bleichrodt, Facharzt für Frauenheilkunde, gibt einen Überblick über damit verbundene Fallstricke und Voraussetzungen.

 

Viele der heute tätigen Anti-Aging-Mediziner sind bereits langjährig niedergelassene Fach- oder Allgemeinärzte, die neben ihrer bisherigen Akutpraxis nun auch Präventionsmedizin anbieten. Das bedeutet eine neue Herausforderung, erwartet doch ein Präventionspatient als Selbstzahler gänzlich andere Leistung und Betreuung.

Zu beachten sind dabei die Wahl des Standorts der Praxis, das Einzugsgebiet, speziell das sozialpolitische Umfeld und die Patientenstruktur. Ebenso sind Fragen zur personellen, diagnostisch-apparativen und räumlichen Einrichtung der Ordination zielgerichtet zu beantworten. Kooperationsvereinbarungen mit Kollegen anderer Fachrichtungen, die zur Diagnostik und gegebenenfalls Therapie benötigt werden, erfordern eine besonders sorgfältige Planung. Auch können berufspolitische Fesseln und standesrechtliche Hindernisse, die in Österreich und in Deutschland herrschen, dem Arzt gefährlich werden. Die Unterschiede zwischen Heilkunde und Gewerbe sind unbedingt zu berücksichtigen, da ohne räumliche und zeitliche Trennung sowohl juristische als auch finanzielle Gefahren drohen.

Auch individuelle Fachkunde und fakultative Weiterbildung spielen eine zentrale Rolle. Das Tätigwerden über diese Grenzen hinaus ist verboten – es lauern Gefahren seitens der Arzthaftpflichtversicherung. Unbedingt zu beachten sind saubere Trennungen bei der Einordnung der erbrachten Diagnostik und Therapie. Die Grenzen der Bereiche Reparaturmedizin und Präventionsmedizin sind nicht etwa fließend, sondern klar definiert – nicht alles, was der Patient wünscht, wird von privaten Versicherungsträgern als medizinisch notwendig erachtet und dem Patienten erstattet, was bei mangelhafter Aufklärung zu Spannungen zwischen Arzt und Patient führen kann.

Abgabe oder Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln in der Praxis sind hochbrisante Punkte, hier ist die richtige Wahl zwischen der Einrichtung eines Praxisshops und der eines Instituts wegweisend. Ein sehr ernstes Kapitel ist die Rechnungsstellung, und hier besonders die von nicht selbst erbrachten Leistungen. Sowohl standesrechtlich, steuerrechtlich und strafrechtlich lauern hier höchste Gefahren. Zum Schluss sollte der Neuling unter den Präventionsmedizinern dafür Sorge tragen, dass er Marketing für seinen neuen Praxisschwerpunkt nicht mit Werbung verwechselt, da hier die zuständige Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs sehr unangenehm werden kann.

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