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Ethisch-ökologisches Investment, nachhaltige Veranlagung, ökologische Geldanlage und Grünes Geld sind Anlageformen, bei denen ökologische, soziale und ethische Komponenten bei der Investmententscheidung berücksichtigt werden.
 
Praxis 9. November 2010

Klimasicheres Investment

Mit Blick auf den Klimawandel sind Umweltaktien, Ethikfonds, Klimaschutztitel und Öko-Aktien interessante Anlageformen.

Weltweit gibt es laut „Sustainable Business Institute“ (SBI) 340 nachhaltige Publikumsfonds mit einem Anlagevolumen von 30 Milliarden Euro, die im deutschsprachigen Raum zum Vertrieb zugelassen sind. 20,45 Milliarden Euro waren in 201 Aktienfonds investiert, die im ersten Halbjahr 2010 eine Performance zwischen plus 19 und minus 29 Prozent erzielten.

 

„Nachhaltige Veranlagung“, „Ökologische Geldanlage“, „Ethisch-ökologisches Investment“ und „Grünes Geld“ sind Anlageformen, bei denen ökologische, soziale und ethische Komponenten bei der Investmententscheidung berücksichtigt werden. Investiert wird in Firmen, die ökologische und/oder soziale Grundsätze verfolgen und deren Produkte und Dienstleistungen einen ökonomischen, ökologischen und damit gesellschaftlichen Nutzen versprechen. „Wer noch keine „grünen Aktien“ hat, kann die günstigen Einstiegskurse nützen. Wasser, Umwelt und Energie sind keine Modethemen, sondern werden auch in Zukunft aktuell sein. „Man sollte bei grünem Investment ohnehin sehr langfristig orientiert sein: Erdöl und Kohle werden bald zu Ende gehen, die Sonne wird noch Milliarden Jahre scheinen“, rät Max Deml, Spezialist für Ökoveranlagung und Herausgeber der Fachzeitschrift Öko-Invest.

Starke Entwicklung nachhaltiger Veranlagungen

Der Markt für nachhaltige Vermögensanlagen ist im deutschsprachigen Raum deutlich gestärkt aus der Finanzkrise hervorgegangen. „Im Vergleich zum Vorjahr legten nachhaltige Investments im Vorjahr um 67 Prozent auf rund 38 Milliarden Euro zu“, geht aus dem Marktbericht Nachhaltige Geldanlage 2010 für Deutschland, Österreich und die Schweiz hervor. Demnach konnten die Märkte in allen drei Ländern historische Volumens-Höchststände erreichen. Im Vorjahr legte der nachhaltige Anlagemarkt in Deutschland um 68 Prozent, in der Schweiz um 63 und in Österreich gar um 168 Prozent zu. Insgesamt beläuft sich das Gesamtvolumen nachhaltiger Geldanlage in der Alpenrepublik auf rund zwei Milliarden Euro.

Auch beim Anteil nachhaltiger Investments am österreichischen Gesamtmarkt gab es deutliche Zuwächse. Die Quote von 1,5 Prozent übersteigt deutlich die Werte des Vorjahres, die unterhalb der 1-Prozent-Marke lagen. Was die Entwicklung des nachhaltigen Anlagemarktes in den nächsten drei Jahren betrifft, rechnen die heimischen Finanzdienstleister im Schnitt mit einem Wachstum von 24 Prozent. Bei den Nachhaltigkeits-Teams rechnen sie mit einer Personalaufstockung um elf Prozent. 16 Prozent der nachhaltigen Investments entfallen auf private Anleger. Die wichtigsten Gruppen institutioneller Investoren sind in Österreich Pensions- und Vorsorgekassen. Mit einigem Abstand folgen auf Platz zwei kirchliche Institutionen und Wohlfahrtsorganisationen. Bei fast 90 Prozent aller nachhaltigen Geldanlagen wird darauf geachtet, dass nicht in Bereiche wie Rüstung oder Gentechnik investiert wird und Normen, wie sie UNICEF oder die International Labour Organization (ILO) formulieren, eingehalten werden.

Aktuelle Investmenttipps

Da es für den einzelnen Privatinvestor schwierig und teuer ist, in Einzeltitel zu investieren, sind Branchenfonds die beste Möglichkeit, sich am grünen Zukunftsmarkt zu beteiligen. Im Aktienbereich ist beispielsweise der aus 25 „Naturaktien“ verschiedenster Branchen bestehende nx-25 – von Naturkost und Fahrrädern bis Wind- und Solarenergie – sehr breit gestreut. „Im Öko-Investment-Musterdepot empfehlen wir die Aktien der init AG (aktueller Kurs 14 Euro), die den öffentlichen Verkehr durch Telematiksysteme bzw. Informationsanzeigen wie ,die nächste U-Bahn kommt in drei Minuten‘ attraktiver macht. Eine andere interessante Veranlagungsmöglichkeit bietet die 6,125 Prozent-Unternehmensanleihe der Solarworld AG mit einer Laufzeit bis 2017, die derzeit bei 100 Prozent notiert“, so der Experte. Risikobereite Investoren könnten sich auch nicht notierte Aktien wie die der OekoSpirit AG ansehen, die kürzlich die Ökodatenbank Österreich sowie ökologisch ausgerichtete Printmedien übernommen hat.

Von Mag. Michael Strausz, Ärzte Woche 45 /2010

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