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Praxis 29. Jänner 2009

Wohin soll es gehen?

Mitarbeiter können sich erst dann voll einbringen, wenn ein konkretes Ziel definiert wurde.

Mit Zielvereinbarungen kann die Führungskraft „Arzt“ ihre Mitarbeiter besser motivieren und Leistungen fördern. So kennen diese die Marschrichtung und arbeiten selbstständig. Doch damit dieses Instrument seine Wirkung voll entfalten kann, muss es richtig angewendet werden.

 

Ziele formulieren und vorgeben – das ist eine wesentliche Aufgabe, auch im Unternehmen Arztpraxis. Und doch monieren immer wieder Mitarbeiter, sie wüssten nicht, welche Ziele sie verfolgen sollen, sie seien orientierungslos und daher demotiviert. Zielvereinbarungen und Gespräche darüber sind wichtige Instrumente, um diese kritische Lücke zu schließen. Wer sie richtig anwendet, hilft den Mitarbeitern, motiviert zu arbeiten und die Leistung zu steigern.

Aber was sind Zielvereinbarungen? Sie sind eine besondere Form der Delegation. Vorgesetzte nutzen dieses Instrument, um mit dem Mitarbeiter zu klären, welche Leistungen und Aktivitäten von ihm erwartet werden. Der Mitarbeiter wird aktiv in das Praxisgeschehen eingebunden und beteiligt sich am Zielfindungsprozess.

Verbindliche Absprachen

Zielvereinbarungen beinhalten Leistungen und Ergebnisse, die in einem bestimmten Zeitraum erbracht werden sollen. Im Allgemeinen wird dabei auch festgehalten, welche Hilfsmittel dazu verwendet werden können, und wie verfahren wird, wenn die Ziele nicht erreicht werden. So werden nicht einzelne Aufgaben delegiert, sondern das gewünschte Ergebnis vorgegeben. Der Vorteil: Der Mitarbeiter kann selbst entscheiden, wie er das Ziel erreicht.

Wer mit seinen Mitarbeitern Ziele vereinbaren will, muss allerdings selbst welche haben. Sie leiten sich aus der Praxisstrategie ab. Doch die sind in manchen Praxen nicht so deutlich erkennbar. Erste notwendige Voraussetzung ist also: Die Marschrichtung muss klar vorgegeben werden – am besten schriftlich und verständlich (siehe Kasten 2). Teamworkshops unter professioneller Anleitung helfen hier auf den Punkt zukommen, sparen Zeit und wirken motivierend!

Friede, Freude, Eierkuchen – nach diesem Prinzip machen es sich konfliktscheue Führungskräfte häufig einfach, wenn es darum geht, Ziele mit den Mitarbeitern auszuhandeln. Die Endpunkte sind dann für alle gleich und einfach erreichbar. Das motiviert jedoch niemanden. Daher müssen Ziele immer individuell ausgemacht werden. Einzige Ausnahme: Wenn von vornherein vorgesehen und geregelt ist, dass die Ziele für eine ganze Gruppe entwickelt werden und die Gruppe gemeinsam für deren Erreichung verantwortlich ist.

In jedem Fall sollten die Ziele anspruchsvoll, aber auch realistisch sein.

Nur harte Fakten wirken

Ebenfalls kritisch zu bewerten ist es, wenn die Ziele schwammig formuliert werden und es keine Möglichkeit zu prüfen gibt, ob die Vereinbarung erreicht wurde. Wer das nach einem Jahr versucht, wird schnell Konflikte provozieren. Die Meinungen zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem können dann weit auseinander liegen. Besser ist es, klare Messkriterien oder Bedingungen zu benennen, die Auskunft darüber geben, ob oder in welchem Maß ein Ziel erreicht ist.

Kasten 1:
Vorteile von Zielvereinbarungen
• Die Arbeitsplanung und Ergebnisplanung erfolgen systematischer und werden für die Beteiligten und Betroffenen transparenter.
• Das gemeinsame Gespräch zur Zielvereinbarung hilft, Meinungen sichtbar zu machen, auszutauschen und am Ende eine Verständigung zu erzielen.
• Ziele und ihre Prioritäten werden schriftlich fixiert und sind damit nachvollziehbar und transparent.
• Es kann leicht überprüft werden, ob und wie die Ziele erreicht werden. Dies unterstützt den Mitarbeiter bei der Selbststeuerung und Selbstkontrolle.
• Mitarbeiter sind mit klaren Vorgaben und konkreten Zielen besser motiviert und fühlen sich sicherer.
• Mit der Zielvereinbarung werden auch Maßnahmen zur Förderung und Kompetenzentwicklung besprochen.
Kasten 2:
Was muss gemeinsam geklärt und festgelegt werden?
• Mission: Was sind die Kernkompetenzen?
• Vision: Wo wollen wir hin?
• Strategie: Wie kommen wir dorthin?
• Ziele: Was müssen wir bis wann erreicht haben?
• Aktivität: Was müssen wir jetzt dafür tun?

Von Viktoria Hausegger, Ärzte Woche

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