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Foto: Erste Group
 
Praxis 27. Oktober 2010

Weltspartag: Sparefroh-Spitzenreiter im Ländle

Vier von fünf Österreichern besitzen ein Sparbuch, mehr als die Hälfte einen Bausparvertrag.

Bei der Frage, warum sie überhaupt sparen, steht für 86 Prozent die finanzielle Absicherung im Vordergrund. 57 Prozent der Anleger sind mit der Höhe ihrer Sparsumme zufrieden. So das Fazit einer neuen, repräsentativen Telefonumfrage unter 1.350 Österreichern durch das Meinungsforschungsinstitut IMAS, im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen. Ein weiteres Ergebnis: Hamstersparen ist vorbei.

 

Für 41 Prozent der Österreicher ist laut Umfrage Sparen „sehr wichtig“, im Vorjahr waren es jedoch noch 49 Prozent, wahrscheinlich aufgrund der Unsicherheit durch die Wirtschaftskrise. „Daraus kann man ersehen, dass langsam wieder so etwas wie Normalität einkehrt. Das große Hamstersparen ist vorbei“, so Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank. Nichtsdestotrotz ergab sich beim angesparten Betrag eine Steigerung um zehn Euro im Vergleich zum Vorjahr: Sparefrohs der Nation sind die Vorarlberger mit 187 Euro (+17%), bei den Wienern sind es 163 Euro (-5%), Schlusslicht sind die Steirer mit 155 Euro (+27%) pro Monat und Person.

Das Notgroschendepot

Hinter dem Sparbuch rangiert das Bausparen mit 58 Prozent an zweiter Stelle, eine Lebensversicherung haben 43 Prozent abgeschlossen. Wertpapiere und Fonds sind bei immerhin einem Viertel der Österreicher immer noch gut genutzte Anlageprodukte. Nur drei Prozent schwören auf die Geldverwahrung unter dem Kopfpolster. „Dass nur drei Prozent der Österreicher ihr Geld zu Hause oder im Tresor lagern, zeigt, dass das Vertrauen in die Banken nicht ganz so schlecht ist“, sagt Bosek. Die große Mehrheit der Sparer (86%) legt Geld zur Seite, um finanziell abgesichert zu sein. Dieses Sparmotiv ist in den letzten fünf Jahren um zehn Prozentpunkte stärker geworden. Als zweiter Grund wird die Altersvorsorge (49%) genannt, knapp gefolgt vom Sparen für größere Anschaffungen wie Auto oder Wohnung (46%). Bei aller Sparlaune haben die Österreicher aber auch Sorgen um ihr Erspartes. Mehr als zwei Drittel befürchten in nächster Zeit eine steigende Inflation, 56 Prozent fürchten sich vor Kurseinbrüchen an den Börsen.

Sinkende Sparquote

Nach einer Sparquote von elf Prozent im Vorjahr ist sie im 1. Quartal 2010 auf knapp unter zehn Prozent gesunken. Im europäischen Vergleich ist dies dennoch hoch. Laut Statistik Austria betrug die Netto-Sparquote in den 27 EU-Staaten im Vorjahr 7,8 Prozent. „Dieser Rückgang ist in Niedrigzinsphasen ein völlig normales Phänomen“, erklärt Bosek. Erste Bank und Sparkassen verfügten im 1. Halbjahr 2010 über Einlagen in Höhe von über 53 Milliarden Euro.

1,1 Millionen Österreicher nutzen den Weltspartag

Der Weltspartag ist nach wie vor ein besonderer Tag: Immerhin planen 1,1 Millionen Österreicher, in eine Filiale zu kommen. Unter den 15- bis 21-Jährigen wollen knapp 163.000 (23 Prozent) ihrer Bank einen Besuch abstatten. Fast drei Viertel jener, die am Weltspartag kommen, tun dies aus Tradition, 40 Prozent nutzen den 29. Oktober für einen Ausflug mit Kindern oder Enkeln. Die Weltspartagsgeschenke sind für 30 Prozent der Hauptanlass, ihr Sparbuch aufzufüllen.

Mangelndes Finanzwissen

Wie gut wissen die Österreicher über mehr oder weniger alltägliche Begriffe der Finanzwelt Bescheid? Um diese Frage zu beantworten, wurden die Interviewten gebeten, verschiedene Begriffe zu erklären. Die Ergebnisse zeichnen ein uneinheitliches Bild: Ein Drittel konnte Zinsen nicht oder nur falsch erklären, was Devisen sind, wusste fast die Hälfte nicht. Bei der Definition des Bruttoinlandsprodukts oder des ATX versagte rund jeder zweite Österreicher. Einzig das Wort Inflation konnten 79 Prozent richtig erklären, nur 15 Prozent wussten dies nicht. Bei den 15- bis 21-Jährigen ist die Lage etwas dramatischer: 83 Prozent wissen nicht, was Devisen sind, zwei Drittel stehen beim Wort ATX vor einem großen Fragezeichen und das Bruttoinlandsprodukt wissen drei Viertel nicht zu erklären. Kleiner Trost: Auch in anderen EU-Ländern kam man zu ähnlichen Umfrageergebnissen.

Von Mag. Michael Strausz, Ärzte Woche 43 /2010

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