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Foto: Erste Bank
Peter Bosek Vorstand Erste Bank Österreich
Foto: s Versicherung

Heinz Schuster Vorstand der s Versicherung

 
Praxis 8. September 2010

Gesicherte Altersvorsorge?

Jeder zweite Österreicher bezweifelt, dass der Staat sein finanzielles Auskommen als Rentner sichert. Für 84 Prozent ist die private Alternative ein Thema.

Die neue „Familienvorsorge-Studie 2010“ von GfK-Austria im Auftrag der s Versicherung und Erste Bank bringt überraschende Ergebnisse: Die 1.000 befragten Österreicher im Alter von 25 bis 60 Jahre erwarten eine durchschnittliche Erbschaft von 80.000 Euro.

 

Fast die Hälfte der „Erbengeneration“ würde Teile dieses Geldes für die Familienvorsorge verwenden und/oder veranlagen. Die Befragten sind bereit, monatlich 111,– Euro für Eigenvorsorge aufzuwenden und beachtliche 72,– Euro für die Vorsorge anderer. Kein Wunder, denn nur jeder zweite Österreicher glaubt, dass der Staat für die Familien ausreichend vorsorgt. Deshalb betrachten 84 Prozent eine private Altersvorsorge als wichtig. In dieser Frage zeigt sich eine starke Bewusstseinsveränderung bei den unter 30-Jährigen. Unter ihnen rechnet kaum jemand damit, seinen Lebensabend rein aus der staatlichen Altersvorsorge bestreiten zu können.

Die beliebtesten Vorsorgeinstrumente

Bei finanzieller Vorsorge denken drei Viertel der Befragten spontan an die Lebensversicherung. Für diese spricht Sicherheit und Stabilität. Die Absicherung der Familie steht hier – neben der Eigenvorsorge – mit 56 Prozent Nennungen klar im Fokus. Dass die Österreicher höchsten Wert auf Sicherheit legen, spiegelt sich in ihren Vorsorgelösungen wider. 43 Prozent betrachten eine Lebensversicherung als das beste Altersvorsorge-Produkt. 41 Prozent setzen auf die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge. „Einfache Versicherungsprodukte mit längeren Laufzeiten stehen bei den Österreichern gerade bei der Altersvorsorge hoch im Kurs“, betont Heinz Schuster, Vorstand der s Versicherung. Aber auch Bausparverträge werden von 38 Prozent als Vorsorgeprodukt gewählt. Ein Schattendasein führt hingegen die betriebliche Altersvorsorge: nur acht Prozent der Bevölkerung betrachtet dies als ideales Produkt für die Zukunftsvorsorge. Bereits 82 Prozent haben für sich selbst vorgesorgt, aber nur die Hälfte der Befragten hat für die eigenen Kinder vorgesorgt. 23 Prozent geben an, sich eine Vorsorge für ihren Nachwuchs derzeit nicht leisten zu können.

Erben und vererben

Das Thema „Erben“ hat bei der Bevölkerung einen hohen Stellenwert. 56 Prozent haben sich damit bereits beschäftigt. Jeder Fünfte hat sich noch nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt, ist aber überzeugt, einmal etwas zu vererben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der durchschnittliche Österreicher gehört zur „Erbengeneration“, die Höhe des erwarteten Erbes liegt bei 79.896 Euro pro Österreicher. Wobei die 25- bis 29-Jährigen im Durchschnitt Bargeld oder Vermögenswerte von 87.000 Euro erwarten und die 50- bis 60-Jährigen 71.000 Euro. „56 Prozent gehen davon aus, dass sie ein Sparbuch oder Bargeld vererben werden, 46 Prozent hinterlassen ein Einfamilienhaus und 37 Prozent eine Lebensversicherung“, zitiert Peter Bosek, Vorstand der Erste Bank Österreich, aus der Vorsorgestudie. Die heimische Bevölkerung würde eine Erbschaft eher nicht für Luxusgüter ausgeben, sondern in die finanzielle Absicherung der Familie (48%) investieren. Die 25- bis 29-Jährigen geben sich hier erstaunlich vorsichtig. Fast die Hälfte würde das Erbe für das Alter zurücklegen.

Modernes Familienbild

Die Österreicher sind Familienmenschen. Für 71 Prozent ist die Familie der wichtigste Faktor für ein erfülltes Leben. Eine Partnerschaft betrachten knapp zwei Drittel und eigene Kinder 56 Prozent für wichtig. Interessant ist, dass die Themen „Karriere“ und „Freizeit“ nur von rund einem Viertel als wichtig für ein erfülltes Leben erachtet wird. „Das heutige Credo lautet: Zuerst die Karriere oder etwas erleben und dann Kinder“, weiß Schuster. Ein überraschendes Ergebnis liefert die Studie bei der Frage, ob die aktuelle Finanzkrise die private bzw. familiäre Situation belastet. Zwei Drittel sehen sich davon nicht tangiert, rund die Hälfte der Befragten gibt jedoch Auswirkungen auf die finanzielle Situation an, 47 Prozent verzeichnen berufliche Belastungen durch die Krise.

Insgesamt haben knapp 75 Prozent ihr Vorsorgeverhalten in der Krise nicht verändert. Acht von hundert Österreichern wollen in Zukunft sogar mehr für Vorsorge aufwenden. „Den meisten ist bewusst, dass die Krise vorbei gehen wird. Doch besonders junge Menschen sind sehr sensibilisiert und machen sich Gedanken um ihre staatliche Pension und sorgen bereits verstärkt vor“, fasst Bosek die Ergebnisse der Vorsorgestudie zusammen.

Von Mag. Michael Strausz, Ärzte Woche 36 /2010

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