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Foto: Privat
Lutz Bürgel ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Bürgel & Partner BDU, mit Sitz in Wien und Berlin
 
Praxis 16. Jänner 2009

Beim Auto wird der Finanzminister leicht misstrauisch.

Für die Brieftasche

Wenn Kosten für die Benützung des Autos beim Jahresausgleich (Arbeitnehmerveranlagung) oder der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden, sieht der Finanzminister argwöhnisch hin. Wenn das Auto als Arbeitsmittel verwendet wird, können die so entstandenen Ausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Das Auto muss dabei gar nicht zum Eigentum gehören.

Es gibt eine Unmenge von Steuervorschriften über das Wirtschaftsgut „Personenkraftwagen“. Erfreulicherweise lautet eine wichtige „Vorschrift“, dass für sämtliche beruflich veranlassten Fahrten die Kosten steuerlich absetzbar sind. Dabei ist sowohl der Umfang der Fahrstrecke als auch die Dauer der Dienstfahrt unerheblich. Es wird seitens des Finanzamtes auch nicht geprüft, ob die Fahrt unbedingt mit dem Auto unternommen werden musste.

 

Unter die Sparte beruflicher Reisen fallen: Fahrten, die der Arbeitgeber oder der Auftraggeber veranlasst hat; Bewerbungsbesuche bei künftigen Arbeitgebern; Fahrten zu Seminar- oder Schulungsveranstaltungen; Familienheimfahrten (beantragt mit dem Formular L1 unter Pos. 723). Selbständige können sogar die Fahrtkosten von der Privatwohnung zum eigenen Büro oder Betrieb steuerlich berücksichtigen.

Bei bis zu 30.000 Kilometer pro Jahr können die tatsächlichen Kosten oder das „Kilometergeld“ steuerlich abgesetzt werden. Kilometergeld wird selbst dann steuerlich anerkannt, wenn das Gefährt jemandem anderen gehört. Bei einem PKW sind das pro Kilometer 0,42 Euro (seit Juli 2008 neu festgelegt!).

Nachweis muss erbracht werden

Wichtig ist dabei, dass man dem Finanzamt die beruflich veranlassten Kilometer durch ein Fahrtenbuch oder Reiseabrechnungen nachweisen kann. Fahrtenbücher können in Form manueller Aufzeichnungen oder – noch bequemer – als EXCEL-Tabelle geführt werden.

Hier ist ein wichtiger Grundsatz zu beachten: Je mehr Kosten für das Auto gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden, umso genauer müssen die Aufzeichnungen im Fahrtenbuch sein. Dies gilt vor allem für die beruflich veranlassten Reisen, Privatfahrten brauchen dagegen nicht einzeln aufgeführt werden.

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Lutz Bürgel ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Bürgel & Partner BDU, mit Sitz in Wien und Berlin

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