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Bei „BMC Urology“ kann aktuelles Uro-Wissen aus Großbritannien nachgeschlagen werden.
 
Praxis 18. Dezember 2008

Durchs Internet getröpfelt

Webtipps zum Thema harnableitende Organe.

Internet-Verzeichnisse sind ein übersichtlicher Zugang zu Online-Informationen. Die Ärzte Woche zeigt, was empfehlenswerte Services aus diesem Bereich zum Thema „Urologie“ enthalten.

 

Wird ein rascher Überblick gesucht, wie Kolleginnen und Kollegen ihre Homepages gestalten, geht dies am einfachsten, indem man einen gut gestalteten Webkatalog besucht. Solche Auflistungen von Links, die auch als Internet-Verzeichnisse bekannt sind, zeichnen sich dadurch aus, dass jeder einzelne Eintrag von einem Online-Redakteur oder einem User ausgewählt und bearbeitet wurde. Meist findet sich auch eine kurze Beschreibung der jeweiligen Website.

In umfassenden Verzeichnissen sind die Einträge nach zahlreichen Themen gegliedert – nach übergeordneten wie „Kunst, Kultur und Medien“ oder „Gesundheit und Medizin“ sowie nach untergeordneten wie „Ärzte“. Bei dem empfehlenswerten Webkatalog www.allesklar.de ist etwa auch eine Themenkategorie vorhanden, die speziell Websites von Urologen enthält. Es sind rund 50 an der Zahl, durch die hier rasch geblättert werden kann, darunter auch einzelne von Ordinationen aus Österreich. Eine Praxis in Mödling macht zum Beispiel auf ihrer Homepage mit einem Cartoon auf die urologischen Angebote aufmerksam.

Urologie- und Andrologie-Pages

Das „Open Directory Project“ DMOZ, www.dmoz.org, besteht bereits seit 1998. Dieser große Webkatalog enthält Einträge zu rund viereinhalb Millionen Websites, die von rund 80.000 freiwilligen Editoren aus aller Welt gemacht wurden. Die Inhalte in deutscher Sprache sind unter www.dmoz.org/World/Deutsch/ direkt zugänglich. Für den Bereich „Gesundheit“ sind es rund 20.000 Einträge. Im Weiteren gibt es zum Beispiel die thematischen Unterkategorien „Medizin“ und „Fachrichtungen“. Dort finden sich unter anderem Linksammlungen zu den Bereichen „Andrologie“ und „Urologie“.

Neben allgemeinen Internet-Verzeichnissen, wie den bereits erwähnten, gibt es auch solche, die sich ausschließlich mit den Themen Medizin und Gesundheit beschäftigen. Dazu zählt www.best-med-link.de, wo für jede erfasste Website ausgewiesen wird, ob sie mit einem Gütesiegel für medizinische Informationen versehen ist – wie etwa jenem der Schweizer Health On the Net Foundation, www.hon.ch. „Best-MED-Link“ wendet sich vor allem an Patienten, aber auch an Fachkreise. Zum Thema Urologie sind in diesem kleinen, aber feinen Katalog einzelne Einträge zu finden, etwa zu „urologischen Sportverletzungen“ sowie zur „Urethritis“.

Uro-Links im größten Medizin-Katalog

Der laut eigenen Angaben „größte Webkatalog im deutschsprachigen Raum für Medizin und Gesundheit“ ist www.medinfo.de. Das Portal wird von dem Medizin-Informatiker Michael Hägele und dem Arzt Christian Leopold betrieben. Die beiden zeichnen auch für die Auswahl und Zusammenstellung der unterschiedlichen Informationsquellen, deren direkte Verlinkung sowie die Präsentation und Vernetzung der Themen untereinander verantwortlich. „medinfo“ zeigt bei den Einträgen auch an, ob diese über Qualitätskennzeichnungen verfügen wie etwa das bereits erwähnte „HON“-Gütesiegel oder jenes von „afgis“, dem „aktionsforum gesundheitsinformationssystem“.

Der Webkatalog enthält neben der Rubrik „Fachkreise“ noch mehrere weitere thematische Katego- rien, die auch für Mediziner von Interesse sein können. Wer speziell nach Links zum Thema „Urologie“ recherchieren will, kann dafür Suchfenster benutzen. Neben Treffern, welche die Eingabe nur als Wortbestandteil enthalten, werden dann auch solche geliefert, die sich mit Themen wie „Nierensteine“, „Prostatakarzinom“ oder „Priapismus“ befassen.

Katalog der deutschen Ärztekammer

Besonders hohe Qualitätsansprüche soll der Webkatalog www.patienten-information.de verwirklichen. Diese Website wird seit September dieses Jahres von der deutschen Bundesärztekammer und der deutschen Kassenärztlichen Bundesvereinigung gemeinsam betrieben. Sie enthält rund 2.000 kommentierte Links zu verlässlichen Patienteninformationen. Laut den Betreibern wird die Sammlung „regelmäßig gepflegt, aktualisiert und erweitert“.

Über das Stichwortverzeichnis sind hier auch 45 Informationsquellen zum Thema „urologische Erkrankung“ zugänglich. Diese können zum Beispiel danach geordnet werden, ob die jeweilige Website von „Ärztlichen Selbstverwaltungskörperschaften“ oder „anderen Anbietern zu- verlässiger Informationen“ stammen soll. Im Einzelnen findet sich etwa eine Page der Landesärztekammer Baden-Württemberg zum Thema „Was ist eine Prostatahyperplasie?“. Ein weiterer Link stammt beispielsweise von der deutschen Krebshilfe e. V. und befasst sich mit dem Thema „Nierenkrebs“.

Via Internet durch Fachartikel blättern
Wer sich für fachspezifische Veröffentlichungen aus dem Bereich Urologie interessiert, kann zunächst bei Medline nachschlagen, ob es zu einem bestimmten Thema aktuelle Publikationen gibt. www.pubmed.gov ist bekanntlich eine empfehlenswerte Web-Oberfläche, mit der die von der National Library of Medicine der USA zur Verfügung gestellte weltgrößte medizinische Literaturdatenbank kostenlos genutzt werden kann. Mit einer Klickbox über der Ergebnisliste können die Resultate einer „PubMed“-Suche nach dem Datum der Veröffentlichung geordnet werden.
Eine weitere interessante Möglichkeit, via Internet durch aktuelle Urologie-Fachartikel zu blättern, besteht darin, direkt die Home-pages von Zeitschriften aus dieser Disziplin zu besuchen. Zu jenen Journalen, die online freien Zugang zu allen Inhalten bieten, zählt BMC Urology, www.biomedcentral.com/bmcurol, das von einem britischen Verlag herausgegeben wird. Einer der Artikel präsentiert hier beispielsweise die Ergebnisse einer Fragebogenuntersuchung zum Thema: „The trends in prostate specific antigen usage amongst United Kingdom urologists“. Bei dieser Erhebung zeigte sich unter anderem, dass sich zwei Drittel der rund 350 befragten britischen Urologen an höheren PSA-Grenzwerten orientieren als den vom britischen Gesundheitsministerium empfohlenen.
Die Hindawi Publishing Company publiziert seit Februar 2007 ausschließlich Open-Access-Zeitschriften, also solche, deren Content gebührenfrei gelesen und genutzt werden kann. Dazu zählt auch Advances in Urology, www.hindawi.com/journals/au. Die Zeitschrift soll sowohl für die Grundlagenforschung als auch für klinische Studien ein Forum bieten. Laut Angaben des Verlages durchlaufen die Inhalte einen Peer-Review-Prozess. Das Angebot an Artikeln ist derzeit allerdings noch nicht sehr umfassend. In der Rubrik für die rund 20 aktuellsten Veröffentlichungen finden sich unter anderem Arbeiten zu Themen wie „Benchmarking the Urology Practice“ oder ein Review über „Laparoscopic Nephroureterectomy and Management of the Distal Ureter“. Die Arbeiten können jeweils im PDF-Format heruntergeladen werden.
Das Journal für Urologie und Urogynäkologie wird in Österreich verlegt. Über die Website www.kup.at/journals/urologie/ sind nicht nur die jeweiligen Länderausgaben für Österreich, Deutschland und die Schweiz abrufbar. Es gibt auch eigene Rubriken für die Bereiche „Leitlinien“ und „Kongressberichte“. Die aktuelle Ausgabe für Österreich enthält beispielsweise Guidelines zu Themen wie Prostatabiopsie oder Peniskarzinom sowie einen Artikel über die „Medikamentöse Therapie der Harninkontinenz“.
Das weltweite Netz macht nationales Fachwissen global verfügbar. Somit kann es auch dafür genutzt werden, sich über aktuelle Diskussionen unter spanischen Urologen zu informieren – entsprechende Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Unter www.actasurologicas.info ist die Website des offiziellen Journals der Fachgesellschaft „Asociación Española de Urología“ zugänglich. Auch hier befasst sich die aktuelle Ausgabe für November und Dezember unter anderem mit unterschiedlichen Ansätzen bei der Diagnose und Therapie von Prostatakarzinomen. Freien Zugang haben Interessierte via Internet beispielsweise auch zum Indian Journal of Urology, www.indianjurol.com, zum Saudi Journal of Kidney Diseases and Transplantation, www.sjkdt.org, oder über die Rubrik Publication unter www.unrc.ir/index.asp zu dem von der persischen Shaheed Beheshti University of Medical Sciences veröffentlichten Urology Journal.

Bei „BMC Urology“ kann aktuelles Uro-Wissen aus Großbritannien nachgeschlagen werden.

Urologen-Websites beim Katalog „allesklar.de“.

Eine Praxis in Mödling macht mit einem Cartoon auf die urologischen Angebote aufmerksam.

Auch das „Saudi Journal of Kidney Diseases and Transplantation“ bietet Open Access.

Von Mag. Dietmar Schobel, Ärzte Woche

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