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56 Prozent der Hausärzte verschrieben die gewünschte Medikation.
 
Praxis 16. März 2010

Wie Ärzte Nein sagen

Wenn Patienten ungeeignete Tests und Medikamente von ihrem Hausarzt verordnet bekommen wollen, ist Fingerspitzengefühl gefragt.

In einer amerikanischen Studie waren es von 199 untersuchten Konsultationen nur 88, in denen das vom Patienten geforderte Medikament, ein Antidepressivum, nicht verschrieben wurde (44 %). Wie die Weigerung vonstatten ging, konnte anhand von 84 Gesprächen analysiert werden. Wer kommentarlos rundheraus ablehnt, hat zwar die zeitsparendste Variante gewählt, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Patient einfach zum nächsten Arzt pilgert und dort sein „Glück“ versucht. So waren es dann auch nur sechs Prozent (n=5) der Ärzte, die diese Strategie wählten. In 63 Prozent (n=53) der Fälle versuchten die Hausärzte, zu ergründen, warum der Patient ausgerechnet eine ungeeignete Behandlung vorschlug. Sie fragten, wo die Patienten von dem Medikament gehört hatten und warum sie davon überzeugt waren, dass dieses für sie hilfreich wäre. Einige Ärzte überwiesen die Patienten dann zu Fachärzten oder erklärten, dass andere Diagnosen für die Symptome in Frage kämen. 31 Prozent der Ärzte (n=26) entschieden sich für Strategien wie das Verschreiben eines Schlafmittels oder dafür, Tests durchzuführen, um abzuklären, ob eine Schilddrüsenstörung oder Anämie für die berichteten Beschwerden verantwortlich sein könnte.

Quelle: Paterniti, D. A. et al.: Archives of Internal Medicine 2010; 170: 381–8

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