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Foto juman1981, „Ast“, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed de, Quelle: www.piqs.de
Wer den Ast nicht ehrt, ist des Holzes nicht wert. Möbel lassen sich bereits mit geringen Mengen Holz veredeln.
 
Praxis 20. Jänner 2010

Holzköpfe sind in Mode

Mit dem richtigen Holz wird Ihre Praxis astrein!

Höflich ausgedrückt, ist ein Herr mit Bauchansatz bloß etwas „stämmig“. Weniger höflich ist es, höhere Körperregionen bei Damen als „Holz vor der Hütte“ zu bezeichnen, aber ich will hier nicht weiter Unflätiges in den Wald hineinrufen. So mannigfaltig wie die Redewendungen aus der Welt der Bäume, ist auch die Artenvielfalt des Holzes. Damit Sie den Wald vor lauter Bäumen wieder sehen können, folgt ein Überblick über die beliebtesten Holzarten und deren Eigenschaften.

 

In der letzten Ausgabe des Raumdoktors haben Sie eine Einführung zum Umgang mit dem Baustoff Holz in der Raumgestaltung erhalten. Doch nicht alle Möbel sind aus dem gleichen Holz geschnitzt. Zusätzlich zu der Vielfalt an Holzarten – etwa 30.000 sind bekannt – gibt es auch noch eine Reihe an Holzwerkstoffen, zwischen denen es auszuwählen gilt. Holz kann massiv eingesetzt werden, aber auch dünn als Furnierplatte oder zerkleinert und gepresst. Daher gilt: Holzauge, sei wachsam!

Im Allgemeinen sind heimische Holzarten nicht nur umweltschonender, sondern auch kostengünstiger als Importe. Nadelhölzer wiederum sind billiger als Laubhölzer, da diese schneller nachwachsen. Besonders schnell und gerade wachsen Kiefern und Fichten. Kiefern werden meist als Massivholz eingesetzt und lassen sich besonders gut beizen. Möbel dieser Art sind daher meist in vielen Farben erhältlich. Fichtenholz ist gelb weißlich bis hell rötlich, beide Hölzer sind allerdings relativ weich und daher anfällig für Schrammen und Kratzer.

Ein Hauch des Meeres

Hartholzarten wie Kirsche und Teak aus Asien sind besonders widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchungen. Teakholz wurde aufgrund seiner hohen Beständigkeit besonders gerne als Holz für Gartenmöbel verwendet, findet nun aber immer öfter auch im Hausinneren Verwendung. Das Material mit hell- bis rötlich brauner Färbung wurde früher im Schiffsbau verwendet und bringt daher einen Hauch maritimer Exotik in die Räumlichkeiten. Ein anderer Exot, der sich immer häufiger im Designermöbelbau behauptet, ist Wengé. Das schwarzbraune, magisch wirkende Holz mit Tiefe und Substanz ist allerdings sehr wertvoll und wird daher meist nur als Furnier verwendet.

Birke, Ahorn und helle Eiche wiederum sind besonders helle bis grau-weiße Holzarten, die neutralen Räumlichkeiten eine sanfte und weiche Note verleihen, ohne allzu rustikal zu wirken. Sie eignen sich daher besonders für moderne Interieurs mit klarem Design.

Etwas günstiger als Vollholzprodukte sind Holzwerkstoffe. Sie bestehen aus zerkleinertem Holz, das anschließend mit Klebstoffen und Bindemitteln zu einer homogenen Platte geformt wird. Besteht dieses zerkleinerte Holz aus dünnen Platten, die in mehreren Schichten zusammengeklebt wurden, spricht man von Furniersperrholz. Dieses wird auch aufgrund seiner interessanten Ästhetik gerne im Möbelbau verwendet. Mit einer weiteren dünnen Schicht, etwa aus Linoleum, werden sie auch gerne als Tischplatten eingesetzt. Die mattweiche farbige Oberfläche und der an den Rändern erkennbare Schichtenaufbau dieser Platten wirken modern und geschmackvoll.

Tropenhölzer für Kostenbewusste

Spanplatten wiederum bestehen aus harzgebundenen Spänen und genügen dem Anspruch auf Ästhetik zwar nicht, eignen sich aber besonders gut als Trägerplatte für ein Furnier. Der Vorteil von Spanplatten, die mit Furnieren versehen sind, ist, dass sie sich weniger verformen und nicht so anfällig für die Rissbildung sind wie Vollholzprodukte, jedoch auf den ersten Blick kaum von ihnen zu unterscheiden sind. Außerdem sind sie günstiger, und wertvolle Holzarten können auf diese Art sparsamer, also nur an der Oberfläche eingesetzt werden.

Ein besonders interessanter Werkstoff sind MDF (mitteldichte Faser)-Platten. Diese bestehen aus kleinen Holzfasern, die gepresst werden, gut verarbeitet und noch besser beschichtet werden können. MDF-Platten lassen sich daher besonders kreativ mit Farbe und geschmeidig glänzenden Lacken veredeln. Es entstehen schöne glatte Flächen für zeitgemäße Möbel.

Ein Vorteil dieser Oberflächen ist, dass sie leicht zu reinigen und darüber hinaus sehr strapazierfähig sind. Keinesfalls sollten allerdings Polituren verwendet werden, da diese aggressiv sind und den Lack angreifen. Der Trend geht aber dahin, wieder chemisch unbehandeltes Vollholz bei Möbeln und Innenausbauten zu verwenden. Dies ist zwar schön anzusehen, allerdings ist es für den Objektbereich wie eine Arztordination mit hohem Publikumsverkehr eher ungeeignet, da die Reinigung von verschmutztem Mobiliar dieser Art recht schwierig ist. Möchte man dennoch nicht auf den Charme unbehandelten Holzes verzichten, empfiehlt sich eine Vorbehandlung mit biologischem Pflegeöl. Es entsteht eine seidenglatte und schmutzabweisende Oberfläche, die die natürliche Maserung des Holzes noch deutlicher hervorhebt. Solche Oberflächen sind danach nur mit einem feuchten Tuch zu reinigen.

Egal, ob Sie sich für rustikale Vollholzmöbel oder sachlich neutrale Furniervarianten entscheiden – seien Sie ruhig mal ein Holzkopf! Aus Holz kann man nicht nur Häuser und Möbel bauen, Musikinstrumente und Verkleidungen an Wand, Decke und Boden zimmern, es kommt auch im Kamin oder in unseren Redewendungen zum Einsatz – Holz umgibt uns beinahe überall. Nur essen kann man es nicht. Aber selbst hier gibt es Abhilfe: Probieren Sie doch einmal einen Baumkuchen, dessen Schichten an die Jahresringe eines Baumes erinnern. Rezepte dazu finden Sie auf www.daskochrezept.de/baumkuchen. Mahlzeit!

Von DI. Niel Mazhar, Ärzte Woche 3 /2010

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