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Praxis 3. November 2009

Kochen, Küchen & Konsorten

Mit guter Raumgestaltung kommen Sie nie in Teufels Küche.

In der letzten Ausgabe des Raumdoktors habe ich versucht, eine erste Einführung in die große Welt der kleinen Küchen zu geben, samt Hinweisen, wie aus der platzbedingten Not eine Tugend gemacht werden kann. Besonders flexibles und mobiles Mobiliar bietet viele Möglichkeiten, Gemütlichkeit per Küchenmobiliar selbst in kleinste Räume zu bringen.

Wie die „perfekte Küche“ aussehen soll, kann je nach persönlicher Vorliebe recht unterschiedlich sein. Manch einer meidet jegliche Form von Küchenarbeit und sieht das Essen am liebsten in einer Kartonschachtel auf vier Rädern nach Hause kommen. Für andere ist die Küche der Lieblingsort schlechthin, an dem man zu Hause mit der Familie oder am Arbeitsplatz mit den Kollegen auf einen Plausch während und nach der Essenszubereitung zusammenkommt. Von der blitzblanken Edelstahlküche bis zur behaglichen Bauernhausküche hat jedes Design seine Vor- und Nachteile.

Die einfachste Form, eine kleine Teeküche in einem Betrieb oder einer kleinen Arztpraxis einzurichten, ist der Einbau in einen Schrank. Manchmal ist schon ein Inventar, bestehend aus ein paar Tassen, Kannen, Getränken, einem Wasserkocher und einer Kaffeemaschine, ausreichend, um die Grundbedürfnisse einer Pausenzone in Form einer minimalen Teeküche abzudecken. Dieser Schrank könnte dann auch auf Rädern montiert sein, wodurch er mobil ist und somit überall und nach Bedarf eingesetzt werden kann.

Küche im Schrank

Wer sich mehr als eine Erstversorgung mit Getränken in der Teeküche wünscht, kann sogar eine komplette Küche in einem einzigen Schrank verstauen. In geschlossenem Zustand ist diese „Schrankküche“ nicht mehr als ein Monolith, der durch Türen oder Vorhang geschlossen werden kann. Wenn Schranktüren verwendet werden, können an der Innenseite bereits Gläser und Geschirr untergebracht werden. Im Inneren des Kastens befinden sich dann eine Spüle, ein kleiner Kühlschrank, Platz für Kaffee- und Teezubereitung und eventuell eine Elektro-Kochplatte. Auch der Einbau eines kleinformatigen Geschirrspülers ist empfehlenswert, weil in der Hektik des Alltags oft keine Zeit zum Spülen bleibt – und so das benutzte Geschirr gleich aus dem Blickfeld verschwindet. Besonders wenn wenig Platz zur Verfügung steht, ist Sorgfalt bei der Einrichtung wichtig. Auch wenn die Designerküche im Verkaufsraum noch so verführerisch geglänzt hat – bedenken Sie, dass dieselbe in einem kleinen Raum rasch beengend wirken kann. Und Veränderungen lassen sich bei der Einbauküche im Nachhinein nur schwer umsetzen. Es macht sich daher bezahlt, möglichst viele flexible Möbelstücke bei der Küchengestaltung einzuplanen. Zusätzlich wirkt eine maßgeschneiderte und individuelle Küchenplanung meist origineller als ein Standardmodell aus dem Katalog.

Sitzplatz schaffen

Ist ein eigener Raum für die Installation einer Küche zur Verfügung, ist es selbst bei geringem Platzangebot noch möglich, eine Sitz- und Ruhezone zu schaffen. In Neubauten trifft man oft auf schlauchartige Küchenräumlichkeiten, die auf den ersten Blick nicht als Aufenthaltsraum zu gebrauchen sind. Doch mit geeignetem Mobiliar lassen sich große Wunder in kleinen Räumen bewirken. In diesem Fall sollte mit mobilen Möbeln gearbeitet werden. An der Wand gegenüber der Küchenzeile lässt sich etwa eine kurze Sitzbank aufstellen. Ist der dazu passende Esstisch etwas länger als die Sitzbank und auf Rollen montiert, kann er nach Gebrauch über die Sitzbank an die Wand geschoben werden. Dazu kann man noch stapel- oder klappbare Sessel addieren, die nach Gebrauch einfach wieder aus dem Weg geräumt werden. So bleibt der Raum während der Arbeit an Spüle und Herd stets frei und unverstellt.

Auch der Einsatz eines Servierwagens ist eine beliebte Möglichkeit, dem Mobiliar mehr Mobilität zu verleihen. Diese sind besonders nützlich, da sie immer an den Ort des Geschehens gerollt werden können, bei Nichtgebrauch aber als Staueinheit unter dem Tisch oder einer Küchenarbeitsplatte ohne Unterbau verschwinden und damit flexibler als starre Einbaukästen sind.

Lebendigkeit ausdrücken

Bleibt nicht genug Platz für ausreichend Stauräume, können die Utensilien auch einfach an die Wand gehängt werden. An Gerätehaltern über der Arbeitsplatte können schimmernde Pfannen und andere Gegenstände einfach an einer umgebauten Kleiderstange und Haken aufgehängt werden, die jederzeit griffbereit bleiben und gleichzeitig dekorativ wirken.

Auch Küchenkästen müssen nicht immer uneinsehbar sein. Offene Regale, in denen Einmachgläser oder bunt gemusterte Tassen und Teller aufbewahrt werden, wecken die Freude an der Nahrungsmittelzubereitung genauso wie am Genuss der Speisen. Solch eine Küche strahlt mehr Lebendigkeit aus als eine trostlose Küchenzeile aus glänzendem Edelstahl.

Von DI Niel Mazhar, Ärzte Woche 45 /2009

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