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Illustration: DI Niel Mazhar
Nicht nur vor dem Fenster, auch vor künstlicher Beleuchtung lässt sich mit Schiebegardinen das Licht regulieren.
 
Praxis 1. September 2009

Bevor es dunkel wird

Wie sich eine gelungene Raumgestaltung per Lichtschalter anknipsen lässt.

In der letzten Folge des Raumdoktors habe ich Ihnen einen Ausblick auf die Zeit nach dem 1. September 2009 gegeben, wenn die traditionelle Glühbirne schrittweise vom europäischen Markt genommen wird. Dass dies kein Grund zur Besorgnis ist, wissen wir nun. Doch auch abseits von sinnvollen Energiesparmaßnahmen ist dies ein guter Zeitpunkt, um die Leuchtmittel in unseren Räumen wieder einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und die Gelegenheit für einen Neuanfang in der Lichtgestaltung zu nutzen.

 

Die schlechte Nachricht zu Beginn: Die Tage werden wieder kürzer, vielerorts zeigt sich bereits versteckt der Herbst. Die Schreber- und Schanigartenbesuche werden seltener, die Fernsehabende wieder länger. Die gute Nachricht: Sie haben nun einen guten Grund, sich wieder verstärkt der Gestaltung Ihrer Innenräume zu widmen. Die Tage sind nicht mehr so heiß, man fühlt sich wieder frisch und motiviert. Um diese neue Motivation unvermindert durch die kalte Jahreszeit bis in den Frühling zu bringen, sollte daher auf eine gute Beleuchtung in den lichtarmen Jahreszeiten geachtet werden.

Ein neues Zuhause für die Energiesparlampe

Am Ende der Ära der Edison-Glühlampe ist nicht mehr zu rütteln. Ihr beliebtester Nachfolger ist die Energiesparlampe. Besonders stark kritisiert wird sie für ihr angeblich kühles und unfreundliches Licht. Doch nicht nur die Lichtfarbe selbst ist entscheidend für die Lichtstimmung, sondern auch, wie diese „verpackt“ wird. Die Oberflächen und Materialien, die die Leuchte umgeben, haben wesentlichen Einfluss auf den Gesamteindruck. Das Licht einer Schreibtischleuchte wirkt auf einer weiß lackierten Oberfläche völlig anders als auf einer dunklen, gemaserten Holzfläche. Ein farbig gestrichenes Rechteck oder ein gemusterter Tapetenstreifen hinter einer Wandleuchte sorgt ebenso für eine angenehme Akzentuierung des Lichts.

Ob Textil oder Papier, gemustert oder einfarbig – die einfachste Methode, ein Licht in Farbe zu tauchen, ist der gute alte Lampenschirm. Antike Leuchten aus dem Antiquitätenladen spenden besonders behagliches Licht. Diese muss auch nicht immer auf Tisch oder Kommode stehen. Drehen Sie ein solches Exemplar doch einmal um 90 Grad und montieren Sie dieses in sicherer Höhe einfach mit dem Standfuß an die Wand! Dasselbe können Sie auch mit einer schönen alten Schreibtischleuchte mit Schwenkarm ausprobieren. Damit schaffen Sie Ihre ganz eigene, extravagante Designbeleuchtung.

Prinzipiell sollte man bei der Ausleuchtung von Räumen darauf achten, mehrere gezielt verteilte Leuchtquellen aufzustellen, statt einer zentralen Deckenleuchte allein die schwierige Aufgabe zu überlassen. Diese akzentuierte Beleuchtung ist angenehmer für unsere Augen als eine gleichmäßig eintönige Ausleuchtung, die den Raum monoton erscheinen lässt. Besonders empfehlenswert ist daher eine Kombination von Steh-, Tisch- und Wandleuchten, die eine kontrastreiche Raumstimmung erzeugt.

Zum Leuchtendesigner werden

Verschiedenste Gegenstände und Behältnisse eignen sich als Lampenschirm und Leuchtkörper. Designer haben schon alte Trockenhauben aus dem Friseursalon zu ungewöhnlichen Lampen umfunktioniert. Experimentieren Sie mit einfachen Behältnissen! Lassen Sie etwa eine simple Energiesparlampe mit einem langen Kabel von der Decke in ein großes farbiges Glasgefäß hängen! Mit einem Knoten im Kabel lässt sich die Höhe der Leuchte verstellen, wodurch diese mehr oder weniger im Gefäß versenkt und der Raum in farbiges Licht getaucht wird.

Selbst einfache Leuchtstoffröhren an der Wand können mit der passenden Verpackung ins richtige Licht gerückt werden. Einfache und schöne Effekte erzielt man mit einer textilen Bespannung zwischen zwei Stahlseilen. Je nachdem, ob diese mit Mustern versehen, farbig und mehr oder weniger durchscheinend sind, erzielt man damit abwechslungsreiche Raumstimmungen. Möglich ist auch, durchscheinende Schiebegardinen an der Wand vor den nackten Leuchten zu montieren. Je nach Laune kann so mehr oder weniger Licht abgeschirmt werden (siehe Bild).

Alte Glühbirnen recyceln

Auch für echte Fans der ausgedienten Glühbirnen gibt es Designerlösungen. So wirbt Bulbs Unlimited mit einem Do-it-yourself Baukastensystem, mit dem durchgebrannte Glühbirnen zu einem individuellen Leuchtkörper umfunktioniert werden können. Mit Hilfe von Schablonen werden spezielle Druckknöpfe auf die Birnen geklebt, die dann zu spektakulären Lichtobjekten zusammengeknöpft werden. Diese sind nicht an den Stromkreislauf angeschlossen und dienen nur als Lampenschirm für ein zentrales Leuchtmittel im Zentrum der einzigartigen Kreationen.

Wer sich weiter über Leuchtmittel informieren möchte, kann dies übrigens auf dem Licht- und Farbevent vom 25. - 27.September 2009 in Wieselburg tun. Verbinden kann man das dann auch gleich mit einem Besuch in der Wachau, die sich im Herbst im farbenfrohen Kleid präsentiert. Vielleicht schmerzt bei einem Marillenschnaps dann auch der Abschied vom Sommer ein bisschen weniger.

 

 Weiterführende Links:

www.bulbs-unlimited.com

www.lichtundfarbe.at

Von DI Niel Mazhar, Ärzte Woche 36 /2009

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