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Praxis 1. Februar 2008

Eine differenzierte Rezeptgebühr für Generika erzielt Einsparungen für Kostenträger und Patienten

HINTERGRUND: Steigende Arzneimittelkosten sind eine heilmittelökonomische Herausforderung. In Zusammenarbeit mit einer Betriebskrankenkasse mit 3.143 Versicherten wurde in einem einjährigen Projekt der Effekt einer reduzierten Rezeptgebühr für Generika auf die Aufwendungen untersucht. METHODEN: In dem Beobachtungszeitraum wurde den Versicherten für jede abgerechnete Packung eines Generikums € 1 rückerstattet. Anhand von fünf Substanzgruppen wurde der verordnete Generikaanteil und die Änderung des Verschreibungsmusters berechnet. Die Akzeptanz der Intervention wurde mittels einer anonymen Befragung der Versicherten erhoben. ERGEBNISSE: Während der 12 Monate wurden 42.219 Arzneimittelabgaben mit Gesamtkosten von € 843.954,95 verrechnet. Im Jahresvergleich stieg der Generikaanteil an den Gesamtkosten der Arzneimittelausgaben von € 78.325,65 um 41% auf € 110.419,90, wobei ein Anstieg des Generikaanteils an den Verordnungen um 38% messbar war. Die Aufwendungen für die Teilerstattung der Rezeptgebühr betrugen € 9.984 (€ 1–74 an Versicherte). In den fünf ausgewählten Substanzgruppen stieg der Generikaanteil gegenüber dem Vergleichszeitraum vor Projektbeginn von 23% auf 40%, wodurch eine Reduktion der Kosten pro Verordnung von € 2,47 erzielt wurde. Bei einer Verordnungssteigerung in den gewählten Substanzgruppen von 5% auf 10.004 wurden die Aufwendungen von € 188.811,45 auf € 173.677,15 gesenkt. Die heilmittelökonomische Intervention wurde von 86% der Versicherten als sinnvoll erachtet. ZUSAMMENFASSUNG: Eine Teilerstattung der Rezeptgebühr ist geeignet, den Generikaanteil an Verordnungen zu erhöhen und eine Dämpfung der steigenden Aufwendungen für Medikamente zu erzielen.

Ghazaleh Gouya, Berthold Reichardt, Anja Bidner, Robert Weissenfels, Michael Wolzt, Wiener klinische Wochenschrift

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