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Foto: Archiv
Dr. Christoph Reisner Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich
 
Praxis 23. Juni 2009

Rechtsberatung durch Ärzteanwaltschaft bringt mehr Service und Qualität für Ärzte.

Der neu installierte Ärzteanwalt stellt einen weiteren Schritt in Richtung Serviceleistung der Ärztekammer dar. Nach dem Motto „Service – Qualität – Kompetenz" wollen wir Ärzte in Niederösterreich möglichst breit unterstützen. Dazu gehört auch Rechtsberatung durch einen erfahrenen Anwalt. Die Ärzteanwaltschaft hat eigentlich eine ähnliche Rolle wie der Hausarzt im Gesundheitswesen: Er ist eine erste Anlaufstelle. Der NÖ Ärzteanwalt Mag. Markus Lechner hat aus seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit intensive Erfahrungen mit dem Alltag und möglichen juristischen Problemen von Ärzten. Er kann an die jeweiligen Spezialisten weitervermitteln, beispielsweise an einen auf Medienrecht spezialisierten Anwalt.

Ein Brief oder ein Anruf von einem Anwalt hat außerdem mehr Gewicht als von einem Kammerjuristen. Manche Probleme, bei denen der Arzt mit seinem begrenzten juristischen Wissen überfordert ist, werden sich so schneller lösen lassen. Ich denke da etwa auch an den Bereich der Qualität und Gewährleistung von Medizinprodukten.

Auch wenn vielleicht der Name „Ärzteanwaltschaft“ etwas anderes impliziert: Es geht nicht darum, einen Gegenpol zur Patientenanwaltschaft zu schaffen. Auch ich erachte die Zusammenarbeit über die ärztliche Schiedsstelle als wichtig und gut, und es ist keine Frage, dass es die Patientenanwaltschaft als Institution braucht. Ich bin nicht immer einer Meinung mit Dr. Bachinger, sehe das aber nicht als Problem. Aber ich wünschte, dass er so wichtige Themen wie die Arbeitszeiten im Spital nicht totschweigt. Patientenanwalt Bachinger hat sich auch in Fragen der Qualitätssicherung oft zu Wort gemeldet, aber sich vor allem auf den niedergelassenen Bereich beschränkt. Da gibt es allerdings flächendeckend qualitätssichernde Maßnahmen. Im Bereich der Krankenhäuser gibt es definitiv keine solche breite Qualitätssicherung, diese Tatsache wird vom Patientenanwalt aber bisher nicht bemängelt.

Die Ärzteanwaltschaft soll auch das Image der Ärztekammer und deren Servicequalität verbessern. Wir werden uns mit den anonymisiert weitergeleiteten Themen intensiv beschäftigen – Ziel ist es, vergleichbare Probleme für weitere Ärzte möglichst zu vermeiden oder z. B. über unsere Zeitschrift Consilium konkrete Handlungstipps geben zu können.

Von Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer, Ärzte Woche 25 /2009

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