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Praxis 26. August 2008

Bewerbungsgespräche erfolgreich führen

Sieht der Bewerber das halbvolle oder das halbleere Glas?

Mistverstärker – ja oder nein?
Es war einmal ein Personalchef in einem großen deutschen Konzern, der berühmt war für seine exzellenten Personalentscheidungen. Gefragt nach seiner Strategie bei Bewerbungsgesprächen, meinte er, es sei eigentlich ganz einfach: er würde sich ungefähr eine halbe Stunde Zeit für ein Gespräch mit dem Bewerber nehmen und sich dann eine grundlegende Frage stellen: Ist dieser Mensch ein Mistverstärker oder nicht? Und dann würde er aus dem Bauch heraus entscheiden. Sie fragen sich jetzt vielleicht: Was um alles in der Welt ist ein Mistverstärker? Mistverstärker sind Menschen, die ihre Aufmerksamkeit auf all das richten, was nicht funktioniert, was schief läuft, was negativ ist. Es sind Menschen, die mit ihrem Fokus gerne beim Problem bleiben und jammern und klagen, anstatt mit ganzer Kraft Lösungen zu suchen. Es sind Menschen, die gerne dramatisch reagieren und sich in die Täter-, Opfer- oder Retter-Rolle hineinmanövrieren, die einen Konflikt anheizen, anstatt ihn enden zu lassen. Es sind Menschen, die schlecht über andere reden und sich vorwiegend beklagen, wie kompliziert alles sei: dieses oder jenes Projekt, dieser oder jener Mensch, das Leben, die Arbeit, das Menschsein generell.

Wie erkenne ich nun diese Spezies?
Ein grundlegender Tipp: Lassen Sie die Menschen beim Erstgespräch reden, reden, reden! Nehmen Sie wahr, wie der Bewerber über seine letzte Arbeitsstelle redet, über seinen letzten Chef und die Kollegen dort. Erzählt er vorwiegend, was mühsam, schlecht, mies war? Oder erzählt er vorwiegend Positives? Wie beantwortet er Fragen über sein Privatleben: tendenziell negativ oder positiv? Wohin richtet er seine Aufmerksamkeit – auf das Licht oder auf den Schatten? Auf das halbvolle oder halbleere Glas? Welche Brille setzt er auf, wenn er auf sich selbst, auf andere Menschen, auf Gott und die Welt hinschaut – die Brille des Mangels oder die Brille der Fülle? Zumeist handelt es sich dabei um generelle Verhaltens- und Denkmuster, mit denen ein Mensch durchs Leben geht. Muster, die sich durch alle Lebensbereiche durchziehen.

Goethe meinte „Erfolg hat drei Buchstaben: t u n.“
Ob Sprechstundenhilfe oder Assistentin, ob Reinigungskraft oder Praxisvertretung – Sie werden Menschen in Ihrem Umfeld haben wollen, die anpacken. Die Probleme zwar erkennen, aber nicht dort hängen bleiben, sondern rasch Lösungen suchen. Die keine Zeit und Energie verschwenden für Mobbing und Konflikte, sondern ihre Aufmerksamkeit auf das Positive lenken und freundlich auf andere Menschen hinschauen. Ihre Mitarbeiter sind Ihre Visitenkarte und tragen wesentlich zum Erfolg Ihrer Praxis bei. Nehmen Sie sich also Zeit für die Personalauswahl! Hören Sie aufmerksam zu, schauen Sie genau hin und vor allem – vertrauen Sie Ihrem Instinkt, Ihrem Bauchgefühl! Dann werden Sie eine klare Antwort bekommen auf die magische Frage: Ist das ein Mistverstärker oder nicht?

MEDucate Trainerin Uta Kenda (Persönlichkeitstrainerin & Coach)
www.meducate.at

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