zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 26. August 2008

Den Einstieg gut planen

„Gerade eine Situation, in der ein Ordinationsteam aufgestockt oder ergänzt wird, ist ein guter Zeitpunkt, um die Organisation der Praxis und die Aufgabenverteilung zu durchleuchten“, betont Mag. Maria Ebner, die als Coach und Unternehmensberaterin tätig ist. Denn letzlich ist der Arzt auch Arbeitgeber.

„Je klarer das Anforderungsprofil definiert ist, dem neue Mitarbeiter entsprechen sollen, desto eher ist gewährleistet, die Stelle mit der für diesen Arbeitsplatz am besten geeigneten Person zu besetzen“, sagt Mag. Maria Ebner, von Beruf Coach und Unternehmensberaterin. Dabei gehe es nicht nur um absolvierte Ausbildungen, theoretisches Wissen oder verschiedene Berufserfahrungen. Sondern: „Die Frage ist auch: Welche persönlichen Eigenschaften sind für den offenen Aufgabenbereich wichtig?“
Es mache eben einen Unterschied, ob jemand eher gut ist in administrativer Arbeit oder im direkten Kontakt mit Patienten. Entsprechend sollte, meint Ebner, die Ausschreibung formuliert werden.
Und doch gelte es, sich eine gewisse Offenheit zu bewahren. „Manchmal bringen Menschen, die sich für eine offene Stelle bewerben, spezielle Erfahrungen mit, die zwar nicht im konkreten Anforderungsprofil enthalten sind, aber eine wichtige Ergänzung für die Ordination und deren Abläufe darstellen können“, sagt die Unternehmensberaterin. „Gibt es mehrere Bewerberinnen, deren Kompetenzen einander sehr ähnlich sind, ist für die Auswahl die Frage wichtig: Kann ich mir als Arzt oder Ärztin eine tägliche Zusammenarbeit mit diesem Menschen vorstellen? Passt er oder sie in das vorhandene Team hinein?“
Der Einstieg in einen neuen Job ist immer ein gewisser Grenzgang – für alle Beteiligten. Ein Grenzgang, der organisiert gehört. Beispielsweise mit einer Art ‚Informationspaket‘, das Unterlagen zur Selbstbeschreibung der Ordination und ihren Angeboten enthält.
Wichtig ist nach Ansicht von Ebner nicht zuletzt, das Zeiten für Einschulungsmaßnahmen und offene Fragen reserviert werden – „geschieht dies quasi zwischen Tür und Angel, können sich in Einstiegsphasen viele Reibungsflächen ergeben, die unter Umständen für alle Frust oder auch Enttäuschung bedeuten.“ Und nicht zu vergessen: Nach einer vorher festgelegten Phase sollte gemeinsam reflektiert werden, wie der Einstellungs- und der Einarbeitungsprozess gelaufen ist, welche Probleme aufgetaucht sind und wie sie gelöst werden können. Ganz im Sinne einer zukünftigen gedeihlichen Zusammenarbeit.

Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 30/2008

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben