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Praxis 1. März 2007

Die Kosten von Gehirnerkrankungen in Österreich im Jahr 2004

ZIELSETZUNGEN: Es sollen die Kosten zwölf ausgewählter neurologischer, neurochirurgischer und psychiatrischer Erkrankungen im Jahr 2004 in Österreich dargestellt werden. Die vorliegende Arbeit ist Teil der "Cost of Disorders of the Brain in Europe"- Studie. METHODIK: Die zur Berechnung der Kosten verwendeten Daten basieren auf systematischen Reviews publizierter epidemiologischer und gesundheitsökonomischer Studien in Europa. Die beschriebene Methodik ist für alle europäischen Länder identisch. Die Kosten werden in Euro angegeben, die für die Kaufkraft in Österreich im Jahr 2004 adjustiert wurden. ERGEBNISSE: Die höchsten Kosten pro Krankheitsfall verursachten Tumore des Gehirns (49.800 Euro) und Multiple Sklerose (30.500 Euro). Die Ein-Jahres-Prävalenz (bezogen auf eine Gesamtbevölkerung von 8,1 Millionen Einwohner) war am höchsten für Angsterkrankungen (848.000 Krankheitsepisoden), gefolgt von Migräne (537.000 Krankheitsepisoden) und affektiven Erkrankungen (479.000 Krankheitsepisoden). Bezogen auf alle Krankheitsepisoden waren affektive Erkrankungen und Suchterkrankungen (Alkohol und illegale Drogen) die teuersten Krankheitsbilder. Die Gesamtkosten aller hier ausgewählten Krankheitsbilder (Sucht, affektive Erkrankungen, Angsterkrankungen, Gehirntumore, Demenz, Epilepsie, Migräne, multiple Sklerose, Parkinson, Psychosen, Schlaganfall, zerebrales Trauma) betrugen im Jahr 2004 für Österreich 8,8 Milliarden Euro. Die direkten medizinischen Kosten betrugen 3,2 Milliarden Euro (37% der Gesamtkosten), die direkten nicht-medizinischen Kosten 1,5 Milliarden Euro (17%) und die indirekten Kosten 4,1 Milliarden Euro (47%). DISKUSSION: Auch wenn solche Berechnungen auf Basis internationaler Studien methodische Grenzen haben, zeigt sich doch, dass die hier beschriebenen Krankheitsbilder beträchtliche Kosten verursachen. Diese zwölf Krankheitsbilder verbrauchen etwa 4% des österreichischen Bruttonationalproduktes und kosten jeden österreichischen Bürger etwa 1.090 Euro pro Jahr.

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