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Pharma 31. März 2011

"Hedgehog"-Blocker gegen Basalzellkarzinome

Die Daten fehlen noch, eine große Studie zur Wirksamkeit der Phase III klinischer Prüfungen auch. Doch erstmals gibt es Chancen auf ein oral einzunehmendes Medikament gegen Basalzellkarzinome der Haut.

Der Pharmakonzern gab vor einigen Tagen bekannt, dass in einer ersten Phase-II-Studie an Patienten der Wirkstoff Vismodegib bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung den Tumor zum Schrumpfen bringen konnte. Neu ist der Wirkungsmechanismus: Die Substanz blockiert den sogenannten Hedgehog-Signalweg in Zellen. Die sogenannten Hedgehog-Gene wurden von der deutschen Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Vollhard und dem 1995 mit geehrten Eric F. Wieschaus entdeckt. Es handelt sich um Erbanlagen, die in der Embryonalentwicklung wichtig sind. Bei Drosophila-Fliegen sind sie zum Beispiel für die Segmentierung des Körpers und für die korrekte Flügelbildung verantwortlich. Mutierte Hedgehog-Gene - der Name stammt vom Igel (Englisch), weil Mutationen zu igelartigen Fliegenlarven führen - wurden beim Menschen mit Krebs in Zusammenhang gebracht.

Beim Menschen sind drei Hedgehog-Erbanlagen (sonic hedgehog, indian hedgehog und desert hedgehog) bekannt. Da es seit vielen Jahren Theorien gibt, wonach Krebs auch eine Konsequenz rabiat gewordener Embryonalgene ist, die später in der Entwicklung des Organismus abgeschaltet werden, wären Arzneimittel auf dieser Basis auch ein zusätzlicher Nachweis für die Richtigkeit dieser Hypothesen.

Häufigster Hautkrebs

Auf der anderen Seite sind Basalzellkarzinome der Haut der häufigste Hautkrebs, gefördert vor allem durch zu viel UV-Bestrahlung. Weltweit gibt es pro Jahr rund zwei Millionen Fälle. Die Krankheit kann bei früher Entdeckung durch Beseitigung des Tumors gut behandelt werden. Der Vorteil ist, dass nur in weniger als einem Prozent der Fälle Metastasen entstehen, welche die Erkrankung auch unheilbar machen können.

In der Studie mit 104 Patienten, die an einem fortgeschrittenen Basalzellkarzinom litten, bekamen die Probanden pro Tag 150 Milligramm des Wirkstoffes. Er wird von dem Roche-Tochterunternehmen Genentech entdeckt und wird von dem Schweizer Pharma-Multi gemeinsam mit dem Unternehmen Curis entwickelt. Jedenfalls ließ das Medikament bei einem von Roche noch nicht bekanntgegebenen und in der Studie erwarteten Prozentsatz der Patienten den Tumor schrumpfen. Die häufigsten Nebenwirkungen wären Muskelkrämpfe, Haarausfall, veränderte Geschmacksempfindung, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Übelkeit, verminderter Appetit und Durchfall gewesen, teilte der Konzern mit. Die Details sollen im Rahmen eines wissenschaftlichen Kongresses präsentiert werden. Dann könnte eine Wirksamkeitsstudie der Phase III folgen.

apa.at

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