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© Elfi Hirsch, Andreas J. Hirsch
 
Leben 23. Juni 2017

Wien, Ringstraße, Lebensgeschichten

Fotografie-Ausstellung. Der Prachtboulevard aus Sicht zweier Fotografen, Mutter und Sohn, die unterwegs Erinnerungen auffrischen.

Elfi Hirsch, Jahrgang 1932, und ihr Sohn, der 1961 geborene Fotograf und Autor Andreas J. Hirsch, präsentieren die Ergebnisse einer gemeinsamen fotografischen Erinnerungstour, die sie im Frühjahr 2017 in Wien gemacht haben. Vor markanten Bauten des Gesamtkunstwerkes Ringstraße haben sie sich unter die Wien-Besucher gemischt und eine Serie von Doppelporträts entstehen lassen. Im Projekt „Wien, Ringstraße“ stehen nicht nur die fotografischen Blicke von zwei Generationen einander gegenüber, sondern auch die Schwarz-weiß-Ästhetik von Sofortbildern mit der Charakteristik digitaler Farbaufnahmen.

Im Sommer 1971 führt Elfi Hirsch ihren 10-jährigen Sohn Andreas auf eine Tour zu den Bauten und Monumenten der Ringstraße, damit er sich im Gymnasium nicht durch Unwissen blamiert. Ausgerüstet mit einem Wien-Führer aus der Perlen-Reihe ziehen sie die Ringstraße entlang. Vor dem Denkmal der Kaiserin Maria Theresia zwischen dem Kunsthistorischen und dem Naturhistorischen Museum werden sie von einem Mann angesprochen, der ihnen die Figuren der rund um die sitzende Kaiserin stehenden Berater erklärt. Zwei Aufklärer, den Verwaltungsreformer Joseph von Sonnenfels und den Leibarzt Gerard van Swieten, behält Andreas in bleibender Erinnerung. Mutter und Sohn machen auch Fotos mit der neuen Kodak Instamatic Kamera, die Andreas zu seinem 10. Geburtstag bekommen hat.

Im Frühjahr 2017 brechen Mutter und Sohn erneut zu einem Rundgang entlang der Ringstraße auf. Diesmal ist es der Sohn, von dem die Initiative ausgeht und der insgeheim ein fotografisches Projekt im Auge hat. Elfi, kürzlich 85 Jahre alt geworden, fotografiert mit ihrer Fuji Instax Sofortbildkamera und schenkt die Fotos meist den von ihr Porträtierten. Wenn sie einander nun vor den Gebäuden der Ringstraße, der Zweierlinie und manchen nahen Plätzen der Innenstadt fotografieren, steckt Andreas die Sofortbilder immer gleich ein. Im Verlauf einiger Wochen im April und Mai 2017 entsteht so, begleitet von Zwischenstopps in den umliegenden Kaffeehäusern, eine Serie von Doppelporträts.

Deutlich mehr als erwartet, erweisen sich die Bauten des Historismus entlang der Ringstraße als Erinnerungsorte persönlicher Geschichte. Viele hat Elfi in den 1950er-Jahren auf dem Weg zu ihren damaligen Arbeitsstätten passiert. In einigen hatte Andreas im Zuge seiner Berufe zu tun. Manche blieben über die Jahre hinweg gemeinsame Anziehungspunkte, wie etwa die Staatsoper oder das Kunsthistorische Museum, www.andreas-hirsch.net/RING www.andreas-hirsch.net/RING .

 

Elfi Hirsch & Andreas J. Hirsch Ein fotografischer Rundgang mit zwei Kameras
19. bis 23. Juni 2017
Galerie Sandpeck Wien 8
 

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