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Dr. Ricardo Febres Landauro FA für Psychiatrie, Salzburg
 
Leben 5. März 2017

„Der Patient kann an praktisch an allen Lebenssituationen aktiv teilnehmen“

3 Fragen, 3 Antworten

Bei dem zweistündigen Training entspannen sich die Muskeln von Spastikern. Eine Erholung, die noch lange anhalte, bewirbt Dr. Ricardo Febres sein Produkt.

Sie haben den Mollii-Anzug nach Österreich gebracht, wie funktioniert dieser Anzug?

Febres:Die Mollii-Anzug ist ein Multi-Pad-Elektroden-System, er besteht aus einer Art Trainingshose und einer Trainingsweste. Beide sind mit insgesamt 58 Elektroden ausgestattet, dazu kommt ein Steuergerät. Die Elektrostimulation des Anzugs funktioniert über eine Rechteckwelle mit niedrigem Strom, also 20 Hz, mittlerer oder niedriger Intensität, die den Prozess der reziproken Hemmung bei ausgewählten Muskelpaaren erleichtert. Die Stimulation erzeugt eine Grundspannung im Antagonisten eines spastischen Muskels. Die im Anzug integrierte leichte, niederfrequente Elektrostimulation veranlasst die körpereigenen neurologischen Reflexe, wie die reziproke Hemmung, bei Spastizität und andere motorische Behinderungen, in ausgewählten Muskelgruppen zu entspannen.

Wie sieht denn das Training mit Mollii-Anzug aus?

Febres:Ein derartiges Mollii Training dauert zwischen einer und zwei Stunden. Der Körper speichert diese niederfrequenten Stimuli dann bis zu 48 Stunden. Betroffene Patienten erleben dabei, wie vorhin eben auch Herr Gradwohl (siehe Hauptbericht, Anm.), einen massiven Entspannungseffekt ihrer Muskulatur bei gleichzeitiger Körperstabilisierung durch die Mollii Entwicklung. Der Mollii-Anzug wird individuell angepasst und kann von Kindern wie auch von Erwachsenen verwendet werden. Ein großer Vorteil des Anzugs ist seine mobile Verwendung, also sowohl im Rahmen einer Neurorehabilitation in einer Klinik, ambulant oder eben auch zu Hause.

Wie kann man denn den Effekt des Trainings beschreiben?

Febres:Die 58 Elektroden können den gesamten Körper stimulieren, ohne die Bewegungen und die Freiheit des Patienten zu beschränken, was zum Beispiel bei Kleinkindern außergewöhnlich wichtig ist. Es ist keine Krankenhauseinstellung erforderlich und es gibt auch keinerlei Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Der Patient kann also an praktisch an allen Lebenssituationen aktiv teilnehmen, ausgenommen sind nur Aktivitäten im Wasser.

 

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