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© Brigitte Sasshofer
Die Leichtigkeit des Seins.
© Brigitte Sasshofer

Die Leichtigkeit des Seins.

© Brigitte Sasshofer

Die Leichtigkeit des Seins.

 
Leben 20. Februar 2017

Schwebendes Universum

Brigitte Sasshofer. Spielarten des Schwebens in der Unendlichkeit des Universums umkreist Brigitte Sasshofer in ihren Bildern und Plastiken. Ein fröhlich-skurriler Ausschnitt des Universums. Demnächst zu sehen im Kunstraum Dr. David in Wien.

Wie Fabelwesen erscheinen die auf naiv anmutende Weise gezeichneten Protagonisten in Sasshofers Bildern, wie die Akteure in einer fantastischen Geschichte in einem unendlichen Raum der Welt. In „Nebesima“, was auf kroatisch „Himmel“ heißt, schweben oder driften sie in völliger Offenheit. Allein die Gesten und Blickrichtungen der Gestalten skizzieren ein multiples Koordinatensystem von möglichen und vorstellbaren Beziehungen. Auf den ersten Blick für den Betrachter ein Rätsel, wenn einzelne Figuren in einer Symbiose miteinander verschmelzen, anderen die Hände zu floralen Gebilden ausfließen und wieder andere in der prächtig blau gefärbten Tiefe der Unendlichkeit sich langsam dem wahrnehmenden Blick entziehen. Ein sanft-ironischer Blick auf die Welt in ihrer Fülle und Absurdität.

In Sasshofers Werk kann sich hinter jeder Ecke eine Überraschung eröffnen: einmal in Stein gehauene Wolkenträume; dann wieder in der Vielheit über-, hinter- und voreinander gesetzter fotografischer Abbildungen. Etwas leichtlebigere Nachfahren der Geschöpfe von Hieronymus Bosch und René Magritte und dazwischen die Literatur, die Liebe zu Wortgebilden und Handlungen, zum Verfolgen eines Fadens von einem willkürlichen Anfang zu einem oder mehreren Enden. Wo immer man in diesem Kunstuniversum hinschaut, wird man etwas entdecken und wissen, dass es in diesem Moment – aber vielleicht nur in diesem – existiert und mit einem zu tun hat.

Drei Kontaktpunkte für Stabilität

Das Schweben hat Sasshofer auch in ihren Steinskulpturen aufgegriffen und umgesetzt. Mindestens dreifach müssen zwei Körper einander berühren, um allein durch irdische Schwerkraft eine stabile Position zu gewinnen. Das für die Stabilität ausreichende Minimum an Kontaktflächen belässt zugleich ein Maximum an (Gestaltungs-)Frei-Raum zwischen den zweien. So entwickelt sich in schwebender Distanz eine „Leichtkraft“.

Begonnen hat Brigitte Sasshofer mit der handfesten Gestaltung von Skulptur und Plastik in der Meisterklasse von Wander Bertoni an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Eine deutliche Spur dieses Vorreiters in Sachen Abstraktion und Symbolismus in Österreich lässt sich in allen Ausdrucksformen der 1955 in Wien geborenen Sasshofer erkennen: In den Bildhauerarbeiten, den Arbeiten im Bereich Neuer Medien mit erweiterter Fotografie sowie Ink-Jet und Laser Printing auf diversen Materialien. Die beinahe harmlose und liebliche Darstellung von menschlichen Katastrophen, die Leichtigkeit des Umgangs mit Entstehen, Leben und Sterben und dazwischen noch ironische Anspielungen auf das, was uns anscheinend bewegt – das vermittelt Brigitte Sasshofer in Wort und Bild, in Stoff und Stein. Und die Vielfalt pflegt Sasshofer auch in der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern.

Eine Auswahl der Werke von Brigitte Sasshofer ist ab 8. März unter dem Titel „Leichtkraft“ im Kunstraum Dr. David zu sehen.

1230 Wien, Maurer Lange Gasse 47

Die Ausstellung ist nach persönlicher Terminvereinbarung (01/87 97 405) bis Ende Mai 2017 zu sehen.

www.kunstpraxis-david.at

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