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Das Paläontologen-Team des Naturhistorischen Museums bei der Bergung eines der Stoßzähne. Um ein zu rasches Austrocknen zu verhindern, wird das Fossil mit Gipsbandagen stabilisiert und mit feuchtem Zeitungspapier umwickelt.

©  Naturhistorisches Museum(2)

 
Leben 7. September 2016

Ur-Mammut in Österreichs Erde

Sensationeller Fund. Auf einer A5-Baustelle in der Nähe von Bullendorf, NÖ, konnten neben Knochen auch 2,6 Meter lange Stoßzähne geborgen werden. Es wird angenommen, dass sie am lebendigen Tier drei Meter lang gewesen sein mussten.

NHM. Mitte August 2016 wurden durch das Team der GeologischPaläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien nahe Bullendorf im niederösterreichischen Weinviertel sensationelle Mammutreste geborgen. Die Fossilien waren zuvor durch die Experten der Geologischen Bundesanstalt im Zuge von geologischen Aufnahmen an der A5-Baustelle der ASFINAG entdeckt worden. In einer mehrtägigen Notgrabung konnten neben Wirbelknochen auch zwei vollständig erhaltene, zweieinhalb Meter lange Stoßzähne freigelegt werden. Wie Ursula Göhlich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin im Naturhistorischen Museum Wien, laut einer Pressemeldung mitteilte, wird angenommen, dass die Stoßzähne am lebendigen Tier drei Meter lang gewesen sein mussten.

Sehr alte Ur-Mammut-Art vermutet

Nach der Freilegung wurden die Stoßzähne mit Gipsbandagen stabilisiert und ans Naturhistorische Museum Wien transportiert. Alle Zähne und Knochen dürften zu einem einzigen Tier gehören, das im Schlamm der Ur-Zaya eingebettet wurde. Aufgrund der geologischen Verhältnisse und der Form der Stoßzähne vermuten die Paläontologen des Naturhistorischen Museums Wien, dass es sich nicht um das „gewöhnliche“ Wollhaarmammut handelt, das während der späten Eiszeit in Ostösterreich weit verbreitet war, sondern um eine wesentlich ältere Ur-Mammut-Art. Die genaue Altersbestimmung der Fossile wird sich aber schwierig gestalten, weil die Backenzähne fehlen. Die braucht man nämlich, um die Mammuts zu unterscheiden, so Göhlich.

In den nächsten Monaten müssen die einzigartigen Zahn- und Knochenfunde aufwändig präpariert und gehärtet werden, ehe sie für wissenschaftliche Untersuchungen verfügbar sein werden. Ob sie es in die reguläre Ausstellung des Naturhistorischen Museums Wien (NHM) schaffen werden, ist noch unklar. Allerdings gibt es für Interessierte die Möglichkeit, in einer Spezial-Führung des Museums „Hinter den Kulissen“ am 6. November 2016 um 11.00 Uhr den Bullendorfer Sensationsfund näher bewundern zu können (www.nhm-wien.ac.at).

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