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Schon ein einziger Bienen- oder Wespenstich kann für Allergiker lebensbedrohlich sein.
 
Leben 13. Juni 2016

Schwer allergisch gegen Bienen und Wespen

Die neue App „Stichalarm“ bietet wertvolles Service für Insektengift-Allergiker.

Die Allergen-spezifische Immuntherapie ist die einzige Therapieform, mit der die Ursache einer Insektengiftallergie behandelt werden kann. Um rechtzeitig einen Schutz für den Sommer aufzubauen, müsste jetzt mit der Hyposensibilisierung begonnen werden. Umfassende Informationen bietet auch eine neue App, die mit ihrer multifunktionalen Anwendung unter anderem eine Notfall-Taste oder Facharztsuche enthält.

Rund 300.000 Österreicher schweben in Gefahr, durch einen Insektenstich einen anaphylaktischen Schock zu erleiden, der sogar jedes Jahr für mehrere Menschen auch tödlich verläuft. „Wer im vergangenen Sommer von einer Wespe oder Biene gestochen wurde und allergische Reaktionen zeigte, die über eine Hautreaktion an der Einstichstelle hinausgeht, sollte über den Beginn einer Allergie-Impfung nachdenken. Denn jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um bereits einen Schutz für den Sommer aufzubauen“, rät Prof. Dr. Gunter Sturm, stellvertretender Leiter des Allergieambulatoriums am Reumannplatz und Leiter der Forschungsgruppe Klinische Allergologie an der Universitätshautklinik Graz.

Die ersten Anzeichen

Das wichtigste ist, die ersten Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks ernst zu nehmen und schnell zu handeln. „Sobald die Symptome über eine örtliche Hautreaktion an der Einstichstelle hinausgehen, sollte der Notarzt gerufen werden“, so Sturm. Die Symptome für einen allergischen Schock werden in vier Schweregrade unterteilt. Sie müssen jedoch nicht zwingend in der beschriebenen Reihenfolge auftreten. Einige Allergiker entwickeln außerdem nur einen Teil der genannten Symptome (siehe Kasten „Allergischer Schock: Vier Schweregrade“).

Eine Allergie-Impfung, die Allergen-spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung, ist die einzige Therapieform, mit der die Ursache einer Insektengiftallergie erfolgreich behandelt werden kann. Dem Betroffenen wird dabei in regelmäßigen Abständen das allergieauslösende Insektengift injiziert, um den Körper an das Allergen zu gewöhnen. Die Therapie wird in zwei Schritten durchgeführt: In der Aufdosierungsphase wird die Menge des Insektengifts mit jeder Injektion gesteigert, bis die Erhaltungsdosis erreicht ist. Die Aufdosierung kann ambulant über etwa vier Monate durchgeführt werden oder stationär im Krankenhaus. Bei der stationären Behandlung wird die Erhaltungsdosis bereits innerhalb weniger Tage erreicht. „Jetzt im Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um eine stationäre Behandlung durchzuführen. Sie dauert nur wenige Tage und bietet bereits einen ersten Schutz. So können Allergiker den kommenden Sommermonaten etwas gelassener entgegensehen“, sagt Sturm.

Um den Impfschutz langfristig zu sichern, wird im zweiten Schritt, der Erhaltungsphase, die Therapie für drei bis fünf Jahre fortgesetzt. Studien zeigen, dass bei neun von zehn Patienten das Immunsystem nach der Allergie-Impfung wieder normal reagiert.

Sicher durch den Sommer

Die Initiative Insektengift-Allergie informiert Patienten, Angehörigen und Interessierte rund um Allergien auf Stiche von Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln. Unter dem Motto „Sicher durch den Sommer“ gibt es auf der Webseite www.initiative-insektengift.at umfassende Informationen über Warnzeichen, Vorbeugung, Behandlung und richtiges Verhalten im Notfall sowie Tipps und Hilfestellung. Ziel der Initiative ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren von Insektenstichen, die Auslöser sowie die Behandlung der daraus resultierenden Allergie.

„Stichalarm“ ist ein neuer, äußerst wertvoller Service für Insektengift-Allergiker. Die multifunktionale Anwendung ist zum einen ein umfassendes Nachschlagewerk, das allgemeine Informationen zu den wichtigsten Allergie-auslösenden Insekten sowie zur Diagnose und Therapie einer Allergie bietet. Darüber hinaus findet man konkrete Tipps zur Vermeidung von Stichen sowie eine Anleitung für Erste-Hilfe-Maßnahmen. Zum anderen haben die App-Nutzer nun immer für sie wichtige Services wie z. B. eine Notfall-Taste oder eine Facharztsuche auf ihrem Handy mit dabei.

Die App wurde gemeinsam mit Allergologen entwickelt und steht für Android- und iOS-Systeme unter www.stichalarm.at zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Quelle: Initiative Insektengift-Allergie

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