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©  Manfred Baumann
Dr. Piero Lercher ist Sportarzt, Präventiv-, Umwelt- und Arbeitsmediziner in Wien.
 
Leben 1. Juni 2016

Freunde des Fahrrads sollten unbedingt mehrere Sattelmodelle ausprobieren

3 Fragen, 3 Antworten

Die Begründung des Sportmediziners: Eine falsche Sitzposition, die extrem lange einwirkt, kann zu druckbedingten Durchblutungsstörungen im Damm und Hodenbereich führen. Auch ist Radfahren tatsächlich nicht für jedermann zu empfehlen, eine gewisse Beweglichkeit ist Voraussetzung für diesen Gesundheitssport.

Gibt es Menschen, denen man Radfahren nicht empfehlen kann?

Lercher:Prinzipiell muss unterschieden werden, ob man leistungssportlich oder gesundheitssportlich Fahrrad fährt. Beim Leistungssport steht eine möglichst aerodynamische Sitzposition im Vordergrund beim Gesundheitssport eine gelenk- und wirbelsäulenschonende Sitzposition. Ist Letztere nicht möglich, dann ist Fahrradfahren bei Schmerzen oder extremer Bewegungseinschränkung nicht möglich oder sogar kontraindiziert.

Führt langes Rad fahren bei Männern automatisch zu Fertilitätsproblemen?

Lercher: Was den Fahrradsattel betrifft, so gibt es hier eine Unmenge von Philosophien und Anschauungen. Grundvoraussetzungen sind eine korrekte Rahmenhöhe des Fahrrades sowie die korrekte Einstellung der Sitz- und Lenkerhöhe. Hier ist eine kompetente Beratung bei professionellen Fahrradhändlern gefragt. Dann muss man wieder die sportliche von der bequemen, gesundheitsorientierten Fahrweise unterscheiden.

Nehmen wir einmal an, ich suche mir jetzt gerade einen neuen Fahrradsattel aus. Worauf muss ich achten? Ist ein hartes oder ein weicheres Modell besser?

Lercher:Empfehlenswert ist es, mehrere Sattelmodelle auszuprobieren. Eine falsche Sitzposition, die extrem lange einwirkt, kann tatsächlich zu druckbedingten Durchblutungsstörungen im Damm und Hodenbereich führen, die zu Schmerzen und Verspannungen führen und in Ex-tremfällen zu temporären Hodenfunktionsstörungen.

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