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© Photoshot / picture alliance
Margaret Ford, Expertin für Bücher bei Christie’s, blättert durch das sogenannte „First Folio“ von Shakespeare-Stücken, Wert: ca. 1 Mio. britischer Pfund.
 
Leben 3. Mai 2016

Die nächste Shakespeare-Feier steigt erst 2064

Expertenrat: Die Welt sollte den Dichter jetzt hochleben lassen. Facetten eines Rausches.

Über William Shakespeare gibt es immer etwas zu berichten, so scheint‘s. Und das hätte dem größten Literaten aller Zeiten wohl auch gefallen.

Erklärte Shakespeare doch „sehr breitbeinig“ (Copyright: Der Spiegel): „Solange Menschen atmen, Augen sehn,/Lebt mein Gesang und schützt dich vor Vergehn!“ Er sollte recht behalten.

• Seit über 250 Jahren wird Shakespeare ins Deutsche übersetzt: von preußischen Diplomaten oder romantischen Dichtern. Den ganzen Shakespeare hat noch keiner geschafft. Aber das könnte sich bald ändern, berichtet Die Welt von einer geplanten Gesamtausgabe. Der schwäbische Übersetzer Frank Günther arbeitet seit rund 40 Jahren an seinem „Shakey“, und wenn alles gut geht, wird er 2017 der erste Mensch auf Erden sein, der den ganzen Shakespeare übertragen hat. Für den 10. Mai ist Band 34 der Günther-Übersetzung angekündigt, das eher unbekannte, nur selten gespielte Historiendrama des „König Johann“.

• Weniger überraschend ist, dass England den 400. Todestag – er ist am 23. April 1616 gestorben, nach dem damals gültigen julianischen Kalender, wohlgemerkt, nach dem gregorianischen Kalender dürfte erst am 3. Mai gefeiert werden – des Dichters angemessen geehrt wird. Gewürzt wurden die Feiern in Stratford-upon-Avon und anderswo durch einen Fund: Auf dem schottischen Landsitz Mount Stuart hat man eine Erstausgabe von 1623 entdeckt. Dieses „First Folio“ versammelt einen Großteil von Shakespeares Dramen und Komödien.

• Ende April will das 1997 wieder errichtete Globe Theatre Leinwände am Ufer der Themse errichten, auf denen die 37 Stücke des Dichters als Kurzfilme zu sehen sind, gedreht an „Originalschauplätzen“. So wurde Shakespeares vorletztes Werk, „Der Sturm“, auf den Bermudainseln inszeniert, „Romeo und Julia“ selbstredend in Verona. Schauplätze, weit weg von den Britischen Inseln, die Shakespeare selbst nie verlassen hat.

• Shakespeares Worte sind unsterblich. So heißt es, doch was besagen sie uns Heutigen. Der Spiegel hat sich dieser verdienstvollen Aufgabe angenommen. Und zitiert u. a. aus dem Sonett 18: „Soll ich dich einem Sommertag vergleichen?/Er ist wie du so lieblich nicht und lind;/Nach kurzer Dauer muss sein Glanz verbleichen,/Und selbst in Maienknospen tobt der Wind. Der Spiegel analysiert sehr heutig: Wenn ein Typ daherkomme und so etwas Unfassbares von sich gebe, könne es nur eine Replik geben: „Geht‘s noch?“

• Peter Kümmel, Theaterkritiker der Zeit rät Shakespeare mit allen Kräften zu feiern. Denn: Der nächste große Festtag, der 500. Geburtstag, ist so weit weg, dass ihn nur die Rüstigeren und die derzeit noch Ungeborenen feiern werden.

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