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Leben 5. April 2016

Drohnen für Blutprobentransport

Statt Wochen oder Monate könnte ein HIV-Testergebnis schon innerhalb von nur fünf Tagen vorliegen.

Malawi hat eine der höchsten HIV-Infektionsraten weltweit. Diagnose und Behandlung in dem südafrikanischen Land sind schwierig: Malawi testet nun Drohnen für den Transport von Blutproben – und übernimmt damit eine Pionierrolle.

Unbemannte Fluggeräte könnten in Zukunft Blutproben für HIV-Tests in ein Labor fliegen. Damit soll die Wartezeit auf Ergebnisse deutlich reduziert werden – denn der Transport über Land ist wegen schlechter Straßen und hoher Benzinkosten im bitterarmen Malawi langsam und mühselig. Es ist eines der ersten Länder, das Drohnen für medizinische Zwecke einsetzen will. Unterstützt wird das Projekt vom UN-Kinderhilfswerk Unicef. Statt Wochen oder Monate könnte ein Testergebnis nun innerhalb von nur fünf Tagen vorliegen, erklärt Henry Limula vom Labor im Kamuzu-Krankenhaus, wo die Drohne nach nur 20 Minuten Flugzeit sicher landet. „Das könnte über Leben oder Tod entscheiden“, sagt er.

Etwa zehn Prozent der Malawier im Alter zwischen 15 und 49 Jahren sind nach Angaben der UN und der Regierung HIV-positiv. Das sind zwar viel weniger als vor zwanzig Jahren, bedeutet aber immer noch eine der höchsten HIV-Infektionsraten weltweit. Rund eine Million Malawier, darunter 170.000 Kinder, leben mit dem Virus. Fast alle Schwangeren werden getestet. Etwa 70 Prozent jener, bei denen eine HIV-Infektion festgestellt wird, erhalten antiretrovirale Medikamente. Babys werden ebenfalls getestet, und die Resultate müssen rasch vorliegen, da Neugeborene noch keine eigenen HIV-Antikörper entwickelt haben, wie Limula erklärt. Sie haben im Fall einer infizierten Mutter jedoch Antikörper bekommen, denn diese durchdringen die Plazenta, was die Viren nur in seltenen Fällen tun. Hier sind die Drohnen besonders wichtig, denn bestehende Schnelltests können bei Neugeborenen laut Limula nicht angewendet werden: Da alle Kinder infizierter Mütter HIV-Antikörper haben, kann über diese nicht ermittelt werden, ob sie sich nun infiziert haben oder nicht.

Umfang noch nicht absehbar

In welchem Umfang der Einsatz der Drohnen in Malawi möglich ist, muss man nach Ansicht von Experten noch sehen. Mit moderner Flugtechnik allein ist es nicht getan: Es gebe nicht genug Personal, sagt der hochrangige Gesundheitsbeamte Macphail Magwira. Hilfe aus dem Ausland gibt es für Tests und Medikamente, aber nach einem riesigen Korruptionsskandal fließen keine Hilfsgelder mehr direkt an die Regierung. Dadurch fehlt es an Mitteln, um Gehälter zu bezahlen. Laborchef Limula sagt etwa, er brauche acht zusätzliche Mitarbeiter, um die HIV-Tests zügig auszuwerten.

Wie Unicef mitteilt, fand erstmals afrikaweit in Malawi ein Drohnentest statt. Dabei seien über eine Entfernung von zehn Kilometern simulierte getrocknete Blutproben aus der Region in das Kamuzu Central Hospital der Hauptstadt Lilongwe geflogen worden. Der Test sei ohne Pannen verlaufen.

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