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© (3) Jaeger-LeCoultre
Eine Hommage zum 85. Jubiläum der Uhren-Ikone: Jaeger-LeCoultre Reverso Tribute Duoface.
© JohannSauty

Die Ur-Reverso aus dem Jahr 1931 mit schwarzem Zifferblatt.

Elegante Zeitmessung und stilvolle Sportlichkeit: Jaeger-LeCoultreReverso Tribute Calendar.

 
Leben 5. März 2016

Der richtige Dreh

Die Reverso, der Klassiker aus der Uhrenmanufaktur Jaeger-LeCoultre, feiert heuer ihren 85. Geburtstag. 1931 schlug ihre Geburtsstunde beim Polo-Spiel.

Sie gilt als Uhren-Ikone schlechthin und das seit Jahrzehnten: Für Damen wie für Herren ist die Reverso bis heute eine stilvolle Begleitung.

Es gibt nur wenige Uhren-Ikonen wie diese und ihre Entstehungsgeschichte ist durchaus ungewöhnlich. Bis in die 1920er und 30er Jahre galt die Taschenuhr als Maß der Dinge. Hochpräzise Chronometer wurden an der Uhrkette getragen und nur bei Bedarf hervorgeholt. Die Armbanduhr am Handgelenk setzte sich erst nach und nach durch. Möglich wurde dies durch die geringere Baugröße der Uhrwerke, die dennoch höchst präzise Gangwerte lieferten. Folglich konnte man auch die Gehäusegrößen variieren und eleganter gestalten.

Die Reverso verdankt ihre Entstehung der Unzufriedenheit polospielender britischer Offiziere und dem Schweizer Geschäftsmann César de Trey, der mit Jacques-David LeCoultre bekannt war. Die Polospieler waren es leid, dass bei ihren Uhren während der Spielzüge – Chakas genannt – und den unvermeidlichen Rempeleien mit dem Gegner oft das Kristallglas der Uhren brach. Dennoch gab es die Reverso mit ihrem patentierten Wendegehäuse von Anfang an nicht nur für Herren, sondern auch für die elegante Dame. In der Zeit des Art Déco waren rechteckige Uhrengehäuse, wie sie etwa auch die Cartier Tank oder die Rolex Prince hatten, äußerst beliebt. Die zeitlos elegante Linienführung hat bis heute nichts an Attraktivität eingebüßt.

Sportlich und elegant

Stilistisch traf die Reverso den Nerv der Zeit: Neue Sachlichkeit und Art Déco bestimmten das Design. Kurz: Chic und funktionell sollte es sein und das traf auch auf die Reverso zu. Eine der bekanntesten und berühmtesten Pilotinnen, die Amerikanerin Amelia Earhart, trug ebenfalls eine Reverso, auf deren Rückseite die Route ihres Alleinfluges 1935 von New York nach Mexiko graviert war. Die Verbindung von Sportlichkeit und Eleganz erschloss für Jaeger-Le Coultre somit auch neue Kundenschichten. Für Damen und Herren mit selbstbewusstem Auftreten war die Reverso im Alltag und auch beim Tennis eine ideale Begleiterin.

Aber nicht nur gut betuchte Polo- oder Tennisspieler hatte man als Zielgruppe im Auge, wie ein Werbesujet von Jaeger-LeCoultre aus den 1930er Jahren beweist: „Die Uhr gleitet, dreht sich in ihrem Gehäuse und nimmt einen Schlag mit ihrem stählernen Rücken auf – Reverso ist die ideale Uhr für Armeen.“ Solche Überlegungen sind verständlich, da auch die Schweiz in den 1930er Jahren nicht von den Folgen der Weltwirtschaftskrise verschont blieb und neue lukrative Absatzmöglichkeiten gefunden werden mussten. Eine „Militäruhr“ wurde aus der Reverso dennoch nicht, weil sie den Anforderungen an Beobachteruhren nicht entsprach.

Wende-Uhr

Eine Uhr mit einem Wendegehäuse zu konstruieren war keine leichte Aufgabe. Auch andere Uhrenhersteller hatten sich – wie etwa Cartier mit der Tank Basculante – bereits an solch eine Lösung gewagt. Aus dem Patentansuchen vom 4. März 1931 geht hervor, dass das Stahlgehäuse „sich mit Hilfe von Führungsnuten, vier000000 Führungszapfen und Rasten auf seiner Grundplatte verschieben und vollständig herumdrehen lässt.“ Zwei federgelagerte Kugeln sorgen entsprechend für die Fixierung. Die ersten Gehäuse kamen von der Genfer Firma Wenger. Heutzutage werden die Stahl- und Edelmetallgehäuse in der eigenen Manufaktur erzeugt. Doch nicht allein die unterschiedlichen verwendeten Kaliber zeichnen die Reverso aus, auch das Gehäuse selbst besitzt – von seinem Wendemechanismus ganz abgesehen – gehörige Raffinesse: Es besteht aus mehr als 50 Einzelteilen, die mit höchster Präzision auf teils über 100 Jahre alten Maschinen gefertigt werden. Jeder Arbeitsschritt erfordert hier höchste Genauigkeit, denn nicht nur das Werk, auch das Äußere der Uhr muss überzeugen. Und weil das so ist, gibt es die Reverso in unterschiedlichen Juwelier-Ausführungen, darunter Modelle mit meisterhaft im eigenen anspruchsvollen Juwelier Atelier ausgeführtem Brillantbesatz.

Technische Meisterleistung

Über die Jahrzehnte wurde die Reverso vom Ur-Modell ausgehend immer wieder überarbeitet, neue Größen kamen hinzu, aber auch neue Komplikationen, also Zusatzfunktionen, denn man hatte immerhin eine Vorder- und eine Rückseite zur Verfügung. So klein der zur Verfügung stehende Raum auch sein mochte, um ein leistungsfähiges Uhrwerk unterzubringen, die Meister-Uhrmacher in der Manufaktur in Le Locle wussten sich immer zu helfen.

Meilensteine in der Geschichte der Reverso gibt es einige: 1994 wurde etwa die Reverso Répétition Minutes vorgestellt, eine wahre uhrmacherische Spezialität: Der Zusammenklang kleiner Hämmerchen mit den Tonfedern aus Spezialstahl verleiht der Minutenrepetition den gewünschten Klang. Im gleichen Jahr wurde die Modell-Linie Duo-Face mit zweiter Zeitzone auf der Rückseite vorgestellt. Durch die „Grande Taille“-Gehäuse wurden ab 1998 weitere Entwicklungen möglich. Das bislang exklusivste Modell bildet die im Jahr 2006 vorgestellte Reverso Grande Complication à Triptyque in Platin mit einer ganzen Reihe auf kleinstem Raum verwirklichten uhrmacherischen Komplikationen, darunter ein Ewiger Kalender, ein Sternzeichenkalender, eine Zeitgleichung mit Anzeige von Sonnenauf- und -untergang sowie eine Himmelskarte.

2016, zum nunmehr 85. Jubiläum, präsentiert die Manufaktur aus Le Locle als Hommage an den Uhrenklassiker eine ganze Reihe von Neuheiten: Die Reverso Klassik etwa bezieht sich direkt auf das Ur-Modell, die Modelle Tribute Duoface, die Tribute Calendar sowie – als Glanzstück der feinen Uhrmacherei – die Reverso Tribute Gyrotourbillon stellen einmal mehr unter Beweis, dass der Reverso auch nach solch langer Zeit eine glänzende Zukunft beschieden ist.

www.jaeger-lecoultre.com

Thomas Kahler, Ärzte Woche 9/2016

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