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Leben 10. November 2015

Otto Schenk im O-Ton

Der Mime über das Alter: „Irgendwann muss man es wahrnehmen.“ Der 85-jährige Schauspieler wollte als Junger nicht jung sein. Mit seinem heutigen Wissen über das Alter würde er das so nicht mehr sagen. Das, sagt er, sei vermessen gewesen.

Die Sehnsucht nach dem Alter sei nicht nur auf Null geschrumpft, sondern ins Negative verkehrt.

Schenk sagt, er habe „anfallsweise“„mit dem Schreiben begonnen, bezeichnet sich aber als „Sprechsteller“. Bedeutet: Der Regisseur diktiert seine Buchtexte und besteht darauf dass diese wörtlich wiedergegeben und nicht von einem „Korrektör umgedichtet“ werden. Alsdann: Lesen sie in der Folge wörtliche Zitate. Diese wurden am Senecura Forum in Wien am 5. November 2015 aufgezeichnet.

„Das Lachen darf man nie verlernen. Das Lachen ist das, was uns vom Affen unterscheidet. Fast das einzige. Politisch sind sie uns weit überlegen. Und suchen Sie jede Möglichkeit, einem alten Menschen ein Lachen abzugewinnen. Schon wenn er lächelt, schaut er um zehn Jahre jünger aus. Auch zahnlos.“

(Schenks Tipp an die Pfleger im Publikum.)

„Ich hatte eine krankhafte Sucht nach alten Menschen. Geprägt durch eine Großmutter, die das Wunder in meiner Kindheit war, eine magische Person für mich, die identisch war mit allem was ich geliebt habe. Und dann später mit Vorbildern, mit Lehrern, mit Leuten, die mir Schritte beigebracht haben, am Theater die Vorbilder, immer waren das die Alten, die komischerweise eigentlich dankbar waren, dass ich Sie anerkannt habe.“

(Für Schenk, heute selbst Lehrer, leben Alter und Jugend in Symbiose.)

„Wenn jemand mich fragt: wer sind Sie?, sag ich drauf: Das müssens selber wissen.“

(Wie er jungen Menschen begegnet, denen der Name Otto Schenk nichts mehr sagt.)

„Dafür weiß ich keinen Trost. Das Grauenhafteste im Leben ist das Verlieren von Menschen.“

(Über den Tod von Freunden.)

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