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© Courtesy of the artist/Studio Ólafur Elíasson, Berlin
Ólafur Elíasson: Die organische und kristalline Beschreibung, 1996
© 1997 Olafur Eliasson

Im Winterpalais des Prinzen Eugen – ein gelber Korridor. Belvedere, Wien. The Juan & Patricia Vergez Collection

 
Leben 26. Oktober 2015

Im Zeichen des Lichts

Neue Perspektiven des Lichtkünstlers Ólafur Elíasson zeigen im barocken Rahmen des Winterpalais des Prinz Eugen und im TBA21-Augarten in Wien die fließenden Grenzen zwischen Wahrnehmung und Realität.

2015 wurde von der UNESCO als Internationales Jahr des Lichts ausgerufen. Unter diesem Thema werden naturgemäß zahlreiche Projekte weltweit ins Leben gerufen, Wettbewerbe veranstaltet und auf vielen verschiedenen Wegen die Bedeutung des Elements für das Leben, die Gesellschaft, die Wirtschaft und auch die Kunst in den Mittelpunkt gestellt. Lichtkünstler haben Hochsaison! Einer der profiliertesten Lichtkünstler ist der Däne mit isländischen Wurzeln Ólafur Elíasson. Ihm widmet das Belvedere in Wien ab Ende November und über die Jahreswende eine Personale im Winterpalais des Prinzen Eugen in der Himmelpfortgasse und in der TBA21-Augarten.

Unter dem Titel „Baroque Baroque“ ist die Entwicklung des künstlerischen Schaffens von Elíasson über zwei Jahrzehnte zu verfolgen, wobei die Werke in ihrer Präsentation auch auf den barocken Schauplatz Bezug nehmen. Gleichzeitig hat Elíasson neue ortsspezifische Interventionen geschaffen, die sich mit eben dieser barocken Architektur auseinandersetzen und das Spiel mit der Wahrnehmung um eine zusätzliche Ebene anreichern. „Es ist inspirierend, dass das Barock ein solch gefestigtes Vertrauen in die Fluidität der Grenzen zwischen Realitätsmodellen und der Realität an sich hatte“, beschreibt Elíasson die Nähe seiner eigenen Herangehensweise an das barocke Weltbild und Schaffen: „Die Präsentation meiner Arbeiten im Winterpalais beruht auf der Zuversicht, dass es möglich ist, die Realität nach unseren gemeinsamen Träumen und Wünschen zu gestalten und auf dem Glauben, dass Konstrukte und Modelle genauso real sind wie alles andere.“ Flüchtige Ereignisse und Wahrnehmungen, Träume und Illusionen, Schatten und Spiegelungen – sie sind für jeden unterschiedlich real und gleichzeitig Teil der Gesamtrealität.

So lotet Ólafur Elíasson in seiner zweigeteilten Ausstellung die Dimensionen von Licht in seinen vielfältigen Dimensionen aus: Mittels Bewegung, Projektion, Schatten und Spiegelung und dabei werden Realität, Wahrnehmung und Repräsentation gegeneinander ausgespielt. Der Besucher ist eingeladen, die Perspektiven zu wechseln und zu hinterfragen.

Kunst und Design können die Lebensbedingungen verbessern

Sein weltumspannendes Projekt „Little Sun“, hat bereits in den Museumsshops des Belvedere an allen Standorten Einzug gehalten: Das von ihm gemeinsam mit dem Lichttechniker Frederik Ottesen gestaltete, solarbetriebene LED-Licht ist dort erhältlich. Mit dem Erwerb der multifunktionalen Lichtquelle ist man nicht nur im Besitz eines vielseitig einsetzbaren Designprodukts, sondern fördert auch die Versorgung mit Licht für Menschen in Weltgegenden, die über keine elek-trische Stromquelle verfügen und damit in vielen Tätigkeiten eingeschränkt sind, nicht zuletzt im Erwerb von Bildung.

Die Entwicklung von günstigen, energieeffizienten Lichtquellen für Entwicklungsländer stellt auch einen der Schwerpunkte des Internationalen Jahrs des Lichts dar. Grundsätzlich soll, so die UNESCO, „an die Bedeutung von Licht als elementarer Lebensvoraussetzung für Menschen. Tiere und Pflanzen und daher auch als zentraler Bestandteil von Wissenschaft und Kultur erinnert werden.“ Nicht zuletzt die Medizin profitiert in ihren Behandlungsmöglichkeiten vom besseren Verständnis des Lichts.

Olafur Eliasson: Winterpalais des Prinzen Eugen & TBA21-Augarten, 21. November 2015 - 6. März 2016, www.belvedere.at, www.olafureliasson.net

www.littlesun.com

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