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Leben 5. Oktober 2015

Allianz Chronischer Schmerz verleiht „Goldene Dolores 2015“

Erstmals hat eine Patientenorganisation – die „Allianz Chronischer Schmerz“ – einen Förderpreis ausgeschrieben, der im Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger vergeben wurde. Gewinner der „Goldenen DOLORES“ wurde das Ärzte-Netzwerk Styriamed Hartberg-Fürstenfeld“.

Rund 1,5 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen empfinden die schmerzmedizinische Versorgung in Österreich unbefriedigend. In den durchschnittlich 2,5 Jahren bis zur Erstellung einer Diagnose konsultieren nahezu ein Drittel der Schmerzpatienten mehr als fünf Ärzte, rund 40 Prozent sind dennoch mit der Behandlung unzufrieden und fühlen sich nicht verstanden.

Die vor drei Jahren gegründete „Allianz Chronischer Schmerz“ – eine Plattform von 47 einschlägigen Selbsthilfegruppen – setzte es sich daher zum Ziel, jene Initiativen aufzuspüren, die längst eigene Wege gehen: Indem möglichst viele ärztliche Disziplinen nicht nur bei der Diagnose-Erstellung, sondern auch bei der nachfolgenden Therapie kooperieren.

Denn erst durch eine freiwillige Zusammenarbeit mit sämtlichen Gesundheitsberufen können eine multimodale Therapie verwirklicht und der Leidensweg der Schmerzpatienten verkürzt werden. Solche Best Practice Modelle galt es zu finden und öffentlich zu machen, damit deren vorbildhaftes Agieren möglichst viele Nachahmer findet. Unterstützt wurde die Initiative von der pharmazeutischen Industrie.

Ausgezeichnet wurden jene Teams von Ärzten, Therapeuten sowie Gesundheitsberufen, die auf freiwilliger Basis kooperieren und unter Nutzung der kassenfinanzierten Leistungen eine bestmögliche Versorgung von Schmerzpatienten erzielen. Der preis wurde mit insgesamt 6.000,– Euro dotiert.

Den 1. Preis bekam das Netzwerk Styriamed Hartberg-Fürstenfeld, die sich mit einer gelungene Zusammenarbeit über Ortsgrenzen hinweg zwischen niedergelassenen Allgemein- und Fachmedizinern und der Schmerzambulanz des LKH Hartberg auszeichnet.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Befunderhebung durch Austausch der Patienten-Daten sowie eine ausgelagerte multimodale Therapie ist seit drei Jahren eine Erfolgsgarantie, was von der lokalen Schmerz-Selbsthilfegruppe auch bestätigt wird.

Der 2. Preis ging an die Salzburger Ambulante Psychosoziale Rehabilitation (APR), ein Projekt das erstmals die psychosozialen und psychosomatischen Auswirkungen des chronischen Schmerzes berücksichtigt und ambulant behandelt.

Der 3. Preis richtet sich an jene Menschen mit chronischen Schmerzen, die sich selbst nicht mehr artikulieren können. Das mithilfe der OSiA-Studie der Salzburger Paracelsus Universität umgesetzte Projekt „Schmerzfreies Pflegeheim“ verhilft derzeit 3.400 Bewohnern in 52 SeneCura-Heimen zu einer besseren Lebensqualität.

Allianz Chronischer Schmerz Österreich, Ärzte Woche 41/2015

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