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Damals wie heute unerlässlich, um erfolgreich zu sein und zu bleiben: Absolute Präzision bei jedem Arbeitsschritt.
© (5) Zenith

Noch heute versieht das legendäre Automatik-Chronographenwerk wie hier in der Zenith El Primero Sport seinen Dienst.

Extraflach elegant und somit ebenfalls längst ein Klassiker: Zenith Elite.

Eine exklusive Hommage an den Firmengründer zum Jubiläum: Zenith Akademie Favre Jacot.

Bis heute nahezu unverändert in Betrieb: das Stammhaus der weltberühmten Uhrenmanufaktur in Le Locle.

 
Leben 25. August 2015

Im Zeichen der Präzision

Bereits 1865 wurde der Grundstein für den Erfolg der Uhrenmarke Zenith gelegt. In diesem Jahr feiert die Manufaktur ihr 150-jähriges Jubiläum. Tradition und Innovation halten sich seit jeher die Waage.

Im Alter von 22 Jahren gründete Georges Favre Jacot in Le Locle, an der schweizer-französischen Grenze gelegen, die „Fabrique des Billodes“ und fertigte dort von Anfang an Präzisionstaschenuhren. Bis heute gilt Zenith – wie das Unternehmen seit 1911 heißt – als eine jener Manufakturen, die hochwertigste Uhren fertigt.

Von innovativem Denken und Handeln hat sich Georges Favre Jacot zeit seines Lebens leiten lassen. Schon bald hatte der Jung-Unternehmer erkannt, dass die reine Heim- und Handarbeit bei der Fertigung hochwertiger Taschenuhren allein nicht genügte, um wettbewerbsfähig zu sein und dies auch auf lange Sicht zu bleiben. Innovative Neuerungen waren hier, im Neuenburger Jura, nicht leicht zu realisieren, Georges Favre Jacot ließ sich davon jedoch nicht beirren. Mit nahezu analytischer Genauigkeit erkannte er, wo die Defizite bei der Uhrenherstellung lagen: Bei der Produktion größerer Mengen musste man wohl oder übel eine geringere Fertigungspräzision in Kauf nehmen. Darunter litten jedoch die Qualität der Taschenuhren und auch der gute Name. Neue Produktionsverfahren, die auf dem damals für den Uhrenexport wichtigsten Markt, nämlich Nordamerika, entwickelt wurden, boten die Lösung. Der amerikanische Bürgerkrieg hatte speziell in den Nordstaaten zu einer höheren Industrialisierung und Technisierung geführt, die Georges Favre Jacot für sich nutzen wollte. Der umtriebige Firmengründer hatte somit eine erstaunliche und für seine Zeit ungewöhnliche Pionierleistung geschaffen. Damit war der Grundstein für das weitere Prosperieren seines Unternehmens gelegt.

Waghalsige Zeitnehmen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstreckte sich die Produktvielfalt bereits auf Präzisionspendeluhren, Bordchronometer und Tischuhren, manche davon mit Viertelstunden-Repetition oder einem 8-Tage-Läutwerk ausgestattet. Zudem konnte das Unternehmen mit seinem höchst präzisen Erfolgskaliber eine eindrucksvolle Anzahl von Chronometrie-Auszeichnungen vorweisen. Es war darum auch nicht verwunderlich, dass dieses „Zenith“-Kaliber, dem man diesen durchschlagenden Erfolg verdankte, zum Namensgeber der renommierten Manufaktur wurde, die fortan auch den fünfzackigen Stern als Firmensymbol führte.

Uhren aus der in Le Locle beheimateten Manufaktur wurden alsbald auch von jenen geschätzt, die auf ihren waghalsigen Unternehmungen auf höchst präzise Zeitmesser vertrauen mussten. So hat sich etwa Roald Amundsen in einem in deutscher Sprache verfassten Brief an die seit 1910 bestehende Zenith Niederlassung in Wien für das tadellose Funktionieren seines Zenith-Chronographen bedankt. Über Jahrzehnte blieb Zenith ein Garant für höchste Präzision und dies nicht nur in der Herstellung von Taschenuhren, sondern auch bei Marinechronometern, Auto- und Fliegeruhren.

Stetige Entwicklung

Für einen weiteren wesentlichen Meilenstein in der Firmengeschichte sorgte Ende der 1960er Jahre das Entwicklungsrennen um ein automatisches Hochfrequenz-Chronographenwerk: Die parallel laufenden Entwicklungen des damals zur amerikanischen Movado-Gruppe unter Gedalio Greenberg gehörenden Unternehmens und des Konsortiums um den Chronographen-Hersteller Heuer-Leonidas, dem auch Breitling, Hamilton/Buren und Dubois Dépraz angehörten, gipfelten in einem Kopf-an-Kopf Rennen, das schließlich 1969 Zenith für sich entschied. Die Bezeichnung des Kalibers „El Primero“ erinnert bis heute an diesen wesentlichen Meilenstein der Unternehmensgeschichte.

Dennoch wäre es Mitte der 1970er Jahre auf dem Höhepunkt der „Quarz-Krise“ fast zu einer nicht wiedergutzumachenden Katastrophe gekommen. Die damaligen Eigentümer von Zenith, das namensgleiche amerikanische Unternehmen Zenith Radio Corporation aus Chicago, der größte Konzern der USA für die Herstellung elektronischer Komponenten, hatte beschlossen, die Sparte mechanischer Uhren nicht weiter zu führen und darum Werkzeuge und Werkkomponenten verschrotten zu lassen. Nur dem Leiter des Chronographen-Ateliers Charles Vermot ist es zu verdanken, dass diese Anordnung nicht ausgeführt wurde.

Statt auf den Schrott wanderten die Entwurfszeichnungen, zahlreiche Fournituren und Bestandteile des Chronographenwerkes sowie Spezialwerkzeuge auf den Dachboden des Unternehmens und verblieben dort unbehelligt. Nur dank diesem glücklichen Umstand war es knapp zehn Jahre später überhaupt möglich, das El Primero-Kaliber wieder neu aufzulegen, um damit die legendären Chronographen neu zu bestücken. Zusammen mit dem in den folgenden Jahren eigens entwickelten extraflachen Elite-Kaliber bildet dieses Kaliber bis heute die Basis für den anhaltenden Erfolg von Zenith als Uhrenmarke, die mittlerweile Teil der LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton Gruppe ist. Und auch dem Credo Georges Favre Jacots, stetig neue Fertigungstechnologien zu nutzen, blieb man bislang treu.

www.zenith-watches.com

Thomas Kahler, Ärzte Woche 35/2015

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