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Leben 12. August 2015

12-mal Krebstod durch Rauchen

Rauchen ist ein etablierter Risikofaktor für zahlreiche Krebsformen. Todesfälle durch diese Erkrankungen sind in den USA etwa zur Hälfte durch Zigarettenkonsum verursacht.

In den USA ist in den letzten Jahren ein Rückgang der Raucherzahlen zu verzeichnen. 2012 haben noch etwa 18 Prozent der US-Amerikaner geraucht, gut fünf Prozent weniger als noch im Jahr 2000. Bei der Krebsmortalität macht sich das allerdings noch nicht bemerkbar. Im Jahr 2011 waren 49 Prozent der rund 346.000 Todesfälle infolge von potenziell tabakassoziierten Krebsformen bei über 35-Jährigen durch das Rauchen von Zigaretten verursacht. Das berichten Ärzte um Rebecca L. Siegel, MPH, von der American Cancer Society in Atlanta in JAMA Internal Medicine.

Rauchen fördert 12 Tumortypen

Den höchsten Anteil hatten durch Zigarettenkonsum hervorgerufene Todesfälle mit 80 Prozent bei Karzinomen der Lunge, der Bronchien und der Luftröhre sowie mit 77 Prozent bei Tumoren des Kehlkopfes. Aber auch bei Karzinomen der Mundhöhle, der Speiseröhre und der Harnblase war das Rauchen für etwa die Hälfte der Todesfälle verantwortlich. Geringer war der Beitrag des Tabakgebrauchs zur Mortalität bei Tumoren von Leber und Gallengang (24 %), Zervix (22 %), Magen (20 %), Niere (17 %), Pankreas (12 %) und Darm (10 %) sowie myeloischer Leukämie (15 %).

Um zu berechnen, wie stark das Rauchen auf Bevölkerungsebene zur Krebsmortalität beiträgt, haben Siegel und ihre Kollegen verschiedene Informationen kombiniert: Nationale Daten zur Prävalenz des Zigarettenrauchens (nie, ehemals, aktuell), Studienresultate zum tabakbedingten relativen Risiko für den Tod durch bestimmte Krebsarten und Daten aus dem US-Sterberegister.

Die Wirkung des Rauchens haben sie damit wahrscheinlich sogar noch unterschätzt. Als Tabakprodukte wurden nämlich nur Zigaretten erfasst. Der Effekt des Passivrauchens wurde gar nicht berücksichtigt. Die Studienautoren schätzen, dass allein durch diese Form der Exposition im Jahr 2011 weitere fünf Prozent der Lungenkrebstodesfälle verursacht waren. Sie fordern deswegen „eine bessere Tabakkontrolle und gezielte Unterstützung bei der Raucherentwöhnung“. Nur dann könne es bei der Reduktion der Krebsmortalität weitere Fortschritte geben.

Quelle:

Siegel RL et al., Deaths Due to Cigarette Smoking for 12 Smoking-Related Cancers in the United States.

JAMA Int Med, online 6/2015

springermedizin.de, Ärzte Woche 27/2015

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