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Die moderne Gesellschaft steht bei A. Paul Webers Graphiken im satirischen Blickfeld
 
Leben 20. Juli 2015

Satirische Sicht auf’s Zeitgeschehen

Die humorvolle Sicht auf sein Umfeld hat den Deutschen Graphiker A. Paul Weber (1893 — 1980) zu einem umfangreichen satirischen Werk angeregt. Zeigt vor allem das Frühwerk in Inhalt und Form Anklänge an die großen humoristischen Zeichner wie Wilhelm Busch, so schlägt das Schaffen Webers später mehr und mehr den Weg der großen zeitkritischen und satirischen Graphiker wie Francisco Goya und Honoré Daumier ein. Er selbst behandelte seine Graphiken mehr als Botschaften denn als Kunstwerke.

Seine Abneigung gegen die Spielregeln des Kunstmarktes, die er mit unlimitierten Auflagen, manchmal auch mit der Verweigerung seiner Signatur verhöhnte, sein Engagement für die Kleinen und Schwachen, trug dazu bei, Weber in der etablierten Kunstszene als suspekt erscheinen zu lassen. Tierbilder, Gesellschaftskritik, Widerstand, Narren, Kunst- und Kunstbetrieb und auch schon Umweltzerstörung und Tod und schließlich die Medizin sind Themenkreise, zu denen Weber seine oft bissigen künstlerischen Kommentare abgegeben hat.

Auf nach Ratzburg!

Noch zu seinen Lebzeiten, 1973, wurde in Ratzeburg in Schleswig-Holstein das A. Paul Weber-Museum für kritische und satirische Graphik eröffnet. Nicht nur sind dort immer wieder neue, thematisch fokussierte Ausstellungen mit Werken Webers zu sehen, sondern auch von anderen Künstlern. Ein Abstecher nach Ratzeburg ist durchaus empfehlenswert!

Noch bis 2. August ist dort Webers Zyklus Reineke Fuchs zu sehen. Vom 18. September bis 1. November wird der Wiener Graphiker und Maler Herwig Zens mit seinen Graphiken zu Gast sein. Eines seiner großen Dauerthemen ist der Tod – und der kann bei Zens durchaus humorvoll-schelmische Variationen annehmen, wie das Beispiel des „seifenblasenden Todes“ oder auch das gemeinsam mit dem Schriftsteller Heinz Janisch produzierte Buch „Der Tod auf Urlaub: Wegen Urlaub geschlossen!“

Informationen: www.weber-museum.de

 

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