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Leben 15. Juni 2015

Wir und die Drogen

20. Europäischer Drogenbericht vorgestellt.

Europa hat in seinem Bemühungen zur Überwachung und Eindämmung des illegalen Drogenkonsums in den vergangenen beiden Jahrzehnten Fortschritte gemacht.

„Die Situation ist eher komplexer geworden“, sagte der Direktor der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA), Wolfgang Götz. „Wir stellen jetzt unseren 20. Jahresbericht vor. Ehemals waren vor allem Heroin und HIV/AIDS die Themen. Was sie betrifft, haben wir große Fortschritte gemacht“, sagte Götz. „Bei Heroin, das nach wie vor die größten Gesundheits- und Sozialkosten (infolge des Konsums illegaler Drogen; Anm.) verursacht, sehen wir eine Stabilisierung der Nachfrage. Mehr als 50 Prozent der Opioid-Abhängigen befinden sich in regelmäßiger Substitutionstherapie. Die Beschlagnahmungen gehen zurück.“ Die Drogenszene ist aber weltweit ein „bewegliches Ziel“. Die Lage ändert sich ständig, die Opiumproduktion in Afghanistan steigt. Eine Veränderung liegt etwa darin, dass in Spanien erstmals Labors entdeckt wurden, die Morphin in Heroin umwandeln, so der EMCDDA-Direktor. Damit würde die Endproduktion nach Europa verlagert. Zusätzlich macht eine neue Südroute für Opiate via Iran und Pakistan in Richtung Arabische Halbinsel und Afrika sowie nach Europa Sorgen.

Durch die bessere medizinische Versorgung von Opiatabhängigen in Europa werden diese Patienten älter. Das bedeutet neue Herausforderungen, auch im sozialen Bereich. In den Niederlanden sind bereits Altenpflegeheime eingerichtet worden, die an die Bedürfnisse älterer Drogenkonsumenten angepasst sind.

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